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2:1 in Wolfsburg Aachen kann doch noch gewinnen

10.12.2006 ·  Nico Herzig hat Alemannia Aachen mit seinem späten Siegtor ein Befreiungsschlag verschafft. Der Aufsteiger gewann nach zuvor acht Spielen hintereinander ohne Sieg beim VfL Wolfsburg mit 2:1 und setzte sich von den Abstiegsplätzen ab.

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Geburtstagskind Nico Herzig hat Alemania Aachens Sieglos-Serie beim dezimierten VfL Wolfsburg beendet. Der 23jährige erzielte am Sonntag abend vor 19.891 Zuschauern in der 77. Minute den Siegtreffer zum 2:1 (0:0) für den Aufsteiger, der erstmals nach acht Spielen wieder einen „Dreier“ schaffte.

Erst kurz vorher hatte Laurentiu Reghecampf (72.) die Führung von Alexander Madlung aus der 50. Minute ausgeglichen. Die „Wölfe“, die nach der Gelb-Roten Karte für Facundo Quiroga (28.) über eine Stunde lang mit einem Mann weniger auskommen mußten, kassierten die zweite Heimniederlage der Saison und rutschten auf Tabellenplatz zwölf der Fußball-Bundesliga. Aachen verbesserte sich dagegen eine Woche vor dem Schlager im Abstiegskampf gegen den Vorletzten Hamburger SV auf Position 13.

Jentzsch: „Beim zweiten Tor sehe ich schlecht aus“

„Das wird ein ganz, ganz schweres Spiel“, sagte vor dem Auftritt gegen den HSV Aachens Trainer Michael Frontzek, der mit seinem Team überaus zufrieden war. „Auch nach dem Rückschlag haben wir uns nicht beirren lassen. Die Mannschaft hat mein Vertrauen und hat gezeigt, warum.“ VfL-Keeper Simon Jentzsch, der für die letzte Partie der Hinrunde bei Spitzenreiter Werder Bremen wenig Hoffnung hat, meinte: „Der Platzverweis war natürlich Gift für uns. Und beim zweiten Tor sehe ich schlecht aus. Das muß ich auf meine Kappe nehmen.“

Nach dem Platzverweis für Quiroga verabschiedete sich Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler von der totalen Offensive, wechselte in Isaac Boakye einen von drei Angreifern aus und brachte Abwehrstratege Madlung. Die Hereinnahme des Nationalspielers erwies sich fünf Minuten nach dem Seitenwechsel als Glücksgriff. Nach Flanke von Krzynowek ließ Madlung die Aachener Verteidigung schlecht aussehen und wuchtete den Ball per Kopf an Stephan Straub vorbei ins Tor.

Ansehnliche Szenen blieben Mangelware

Aachen ließ sich gegen die zahlenmäßig unterlegenen Wolfsburger aber nicht schocken und schaffte durch Reghecampfs Freistoß, den Hofland abfälschte, den nicht unverdienten Ausgleich. Das größte Geburtstagsgeschenk machte sich nur fünf Minuten später Herzig, der die Alemania nicht nur in Führung schoss, sondern dem Aufsteiger auch den ersten Sieg nach acht Spielen ohne „Dreier“ sicherte.

Augenthaler hatte die Konsequenzen aus dem 0:1 in Dortmund gezogen und mit Tom van der Leegte, Jacek Krzynowek und Diego Klimowicz für Jonathan Santana, Pablo Thiam sowie Hans Sarpei begonnen. Auch Frontzek stellte um und brachte für Keeper Kristian Nicht die bisherige Nummer zwei Straub. Außerdem brachte der Alemannia-Coach nach der 2:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt Reghecampf, Matthias Heidrich und Thomas Stehle für den am Knie operierten Reiner Plaßhenrich sowie Sergio Pinto und Moses Sichone.

Die Umstellungen machten sich freilich auf beiden Seiten lange Zeit wenig positiv bemerkbar. Ansehnliche Szenen blieben Mangelware, von gefährlichen Torraumszenen war im ersten Durchgang gleich gar nichts zu sehen. Auch Marius Ebbers Kopfball nach Schlaudraffs Flanke wurde zur leichten Beute für Jentzsch. Einziger Aufreger war die Gelb-Rote Karte für Quiroga, der im 62. Bundesligaspiel schon seinen 4. Platzverweis kassierte.

VfL Wolfsburg - Alemannia Aachen 1:2 (0:0)
Wolfsburg: Jentzsch - Möhrle, Quiroga, Hofland, Stegmayer - van der Leegte - Menseguez, Makiadi, Krzynowek (80. Santana) - Klimowicz (69. Hanke), Boakye (32. Madlung)
Aachen: Straub - Herzig, Klitzpera, Stehle (68. Ibisevic), Leiwakabessy - Heidrich (69. Pinto), Lehmann (46. Krontiris), Fiel - Schlaudraff, Reghecampf - Ebbers
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Tore: 1:0 Madlung (50.), 1:1 Reghecampf (71.), 1:2 Herzig (77.)
Zuschauer: 19.898
Gelb-Rote Karte: Quiroga wegen wiederholten Foulspiels (28.)
Gelbe Karten: van der Leegte (5/1) - Lehmann, Reghecampf (3), Leiwakabessy (2), Krontiris

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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