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2:1 in Stuttgart Dortmund wehrt sich

 ·  Dortmund verschiebt mit einem 2:1 in Stuttgart die Meisterfeier des FC Bayern. Piszczek bringt die Borussia in Führung, Maxim gleicht aus. Dann fliegt Niedermeier vom Platz - und Lewandowski trifft. Dann wird über die harte Gangart diskutiert.

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© AFP Vergrößern Zum Schreien und zum Treten: Lewandowski jubelt, Torwart Ulrich will den Frust loswerden

Den Münchner Bayern auch noch selbst das Portal zum Titelgewinn zu öffnen: Das wollte der Noch-Meister Borussia Dortmund an diesem 27. Bundesliga-Spieltag partout vermeiden. Und so legten sich die Westfalen am Samstag beim VfB Stuttgart so ins Zeug, dass 60.000 Zuschauer eine von Beginn an packende Bundesligabegegnung erlebten.

Am Ende löste der BVB seine Pflichtaufgabe vier Tage vor der ersten Viertelfinal-Prüfung in der Champions League beim FC Málaga (Mittwoch, 20.45 Uhr / Liveticker bei FAZ.NET) mit einem 2:1-Sieg durch Piszczeks Hinterkopfballtor (29. Minute) und Lewandowskis 20. Saisontreffer (82.) bei einem Gegentor durch Stuttgarts Maxim (63.). So konnten die Bayern, die am Samstag das Abendspiel gegen den Hamburger SV mit 9:2 gewannen, am 27. Spieltag noch nicht den so gut wie sicheren Titelgewinn feiern.

Die Schwaben spielten jederzeit großartig mit, übertrieben es aber mit der Härte. So musste Niedermeier nach seinem zweiten groben Foulspiel nach 70 Minuten den Platz verlassen - auch wenn VfB-Torhüter Ulreich das gar nicht verstand: „Georg Niedermeier hat klar den Ball gespielt, das war keine Gelb-Rote Karte“, sagte er. Und: „Fußball ist ein Männersport, da geht es auch mal zur Sache.“

Sein Gegenüber, BVB-Torhüter Weidenfeller, sah das etwas anders: „Naja, ein Spieler hat einen Nasenbeinbruch, eine richtig klaffende Blutwunde, da hört dann der Männersport auf.“ Gemeint war Nationalspieler Schmelzer, der die schwäbische Aggressivität besonders zu spüren bekam: Nach einer Schienbeinattacke des daraufhin verwarnten Harnik musste er mit gebrochener Nase den Platz verlassen (24.).

Der Dortmunder Trainer Klopp fand, die Partie beim VfB sei eine gute Vorbereitung auf das Spiel in Málaga gewesen, „denn die fliegen ähnlich intensiv in die Zweikämpfe“. Aber: „Meine Spieler haben Beulen am Kopf, Risswunden am Fuß, Prellungen an den Rippen und überall. Das war heute zu viel an Aggressivität“, sagte Klopp. „Es war ständig so wahnsinnig intensiv, dass es mir einfach zu viel war und ich irgendwann Angst hatte, dass noch mehr passiert. Das passiert mir beim Fußball nicht allzu oft, aber heute war es so.“

Klopp musste ohnehin auf die verletzten Hummels (Sprunggelenk) und Blaszczykowski (Adduktoren) verzichten. Auch sein Kollege Bruno Labbadia vermisste eine Reihe von Stammkräften: die gesperrten Molinaro und Kvist, den von einer Grippe noch nicht genesenen Kapitän Tasci und den Japaner Okazaki wegen einer Außenbandverletzung im Knie.

Trotzdem begann der VfB furchtlos und besaß durch Niedermeiers Kopfball, den der vorzügliche Weidenfeller parierte (7.), und Traoré, der allein vor dem Dortmunder Torhüter das Nervenflattern bekam (13.), erstklassige Chancen. Doch die Borussen fingen sich allmählich und schlossen die Lücken im Mittelfeld. So entwickelte sich ein exzellentes Duell mit hohem Tempo und hoher Qualität.

Stuttgart war nach dem 0:1 bei Gentners Pfostenschuss und Götzes anschließender Rettungstat auf der Linie nah am Ausgleich (59.); zuvor hatte Lewandowski einen Moment zu lange gezögert, als es 0:2 hätte heißen können (56.). Und dann wurden die vielen kleinen Nachlässigkeiten des BVB doch bestraft. Nach einem Einwurf von Traoré kam Maxim, der neue rumänische Spielmacher der Schwaben, in diesem bewegten, hitzigen Spiel frei zum Schuss und erzielte das verdiente 1:1 (63.).

Doch Dortmund ließ sich weder durch das aufgepeitschte Publikum, noch durch den Ausgleich einschüchtern. Nach einem harten Zweikampf musste Niedermeier, der Götze mit gestrecktem Bein attackierte, vom Platz; der Dortmunder Nationalspieler, der danach mit Niedermeier zu streiten begann, bekam von Schiedsrichter Aytekin die Gelbe Karte vorgehalten (70.).

Den numerischen Vorteil nutzte der BVB aus, als Reus zuerst Piszczek und der Lewandowski freispielte. Diese Gelegenheit ließ sich der Pole nicht nehmen und schoss aus kurzer Distanz das 2:1 (82.).

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)

VfB Stuttgart: Ulreich - Rüdiger, Felipe Lopes, Niedermeier, Sakai - Gentner, Boka (88. Macheda) - Harnik, Maxim (73. Röcker), Traoré - Ibisevic
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer (24. Piszczek) - Bender, Sahin - Götze (83. Schieber), Gündogan (60. Leitner), Reus - Lewandowski
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Piszczek (29.), 1:1 Maxim (63.), 1:2 Lewandowski (82.)
Gelbe Karten: Boka (4), Harnik (5) / Großkreutz (2), Götze (4)
Gelb-Rote Karten: Niedermeier (69./wiederholtes Foulspiel) / -

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

30.03.2013, 17:33 Uhr

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