02.11.2008 · Eintracht Frankfurt arbeitet sich an die angestrebte Spitze des Mittelfelds: In Mönchengladbach gelang der katastrophal in die Spielzeit gestarteten Elf von Trainer Friedhelm Funkel der dritte Saisonsieg. Mönchengladbach bleibt auf Rang 17.
Von Ralf Weitbrecht, MönchengladbachErstaunliche Eintracht. Schon wieder ein Auswärtssieg für die Frankfurter Fußballprofis. Schon wieder einen Rückstand in ein Erfolgserlebnis verwandelt. Diesmal hieß es 2:1 bei Borussia Mönchengladbach, nachdem der Frankfurter Eintracht zuletzt vor neun Tagen in der Fußball-Bundesliga ein 3:2 beim FC Energie Cottbus geglückt war. „Die Moral in der Mannschaft stimmt“, sagte Siegtorschütze Michael Fink, der die Borussia am Sonntagabend in der 52. Minute mit einem Heber in den rechten Torwinkel entscheidend traf. Zuvor waren die Gladbacher durch ein Eigentor von Marco Russ in Führung gegangen (12.), Stürmer Martin Fenin war das 1:1 gelungen (17.).
Trainer Friedhelm Funkel, wieder einmal in sich ruhend, war nach dem zweiten Auswärtssieg binnen einer guten Woche um Mäßigung bemüht. „Hinter uns liegen vierzehn ereignisreiche Tage mit fünf ganz schweren Spielen. Da kann ich meiner Mannschaft nur ein ganz großes Kompliment machen. Diese drei Siege gegen Karlsruhe, Cottbus und Gladbach sind wichtig für die Jungs, denn bis Weihnachten haben wir noch sechs schwere Spiele vor uns.“
„Wir sind der Gewinner des Spieltags, denn unsere Mitbewerber haben gepatzt.“
Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der sich vor dem Anpfiff noch über ein Remis gefreut hätte und aus familiären Gründen den Borussia-Park schnell verlassen musste, war nicht minder entzückt wie sein Finanzkollege Thomas Pröckl. „Das ist einfach ein phantastisches Gefühl“, sagte Pröckl. „Ich freue mich für die Mannschaft und für Trainer Funkel, der alles genau auf den Punkt gebracht hat. Zu uns ist Fortüne zurückgekehrt.“ Die Kernaussage von Pröckls Analyse: „Wir sind der Gewinner des Spieltags, denn unsere Mitbewerber haben gepatzt.“
Schon wieder ein Ausfall bei der Eintracht. Diesmal war es Caio, den Trainer Funkel von seiner schon übersichtlichen Einsatzliste streichen musste. Der Brasilianer leidet seit Samstag unter grippalen Symptomen und ist in Frankfurt geblieben. So oder so: Caio hätte auch gesund zunächst nur zuschauen müssen, und so hätte er in der 12. Minute gesehen, wie Mannschaftskollege Russ ein Eigentor erzielte. Nach einer Flanke des einstigen Frankfurters Marko Marin war der großgewachsene Innenverteidiger so frei, Oka Nikolov mit einem Kopfball entscheidend zu treffen. „Das kann passieren“, sagte Funkel später beschwichtigend. „Das ist kein Grund, ihm irgendwelche Vorwürfe zu machen.“
Fenin findet zu alter Stärke zurück
Auch dieser Rückstand - gegen den KSC sowie in Cottbus musste die Eintracht gleichfalls zunächst Gegentore hinnehmen - vermochte die abermals engagiert auftretende Eintracht nicht zu verunsichern. Nur fünf Minuten später schaffte der mehr und mehr zu alter Stärke findende Fenin das 1:1. Dabei profitierte der Tscheche in besonderer Weise von der starken Vorarbeit des Österreichers Ümit Korkmaz. Der Dribbler hatte sich auf rechts gleich gegen drei Gladbacher durchgesetzt und den klugen Rückpass auf Fenin gespielt, der mühelos zum dritten Saisontor vollenden konnte.
In der 24. Minute bot sich Fenin gar die Chance, die Eintracht in Führung zu schießen, doch sein Kopfball landete auf der Latte. Weitere Chancen bis zur Pause blieben für die Frankfurter auch deshalb Mangelware, weil es Vorbereiter Markus Steinhöfer im Borussia-Park nicht verstand, passable Freistöße und Flanken zu schlagen. Dreimal nahm Steinhöfer Maß, dreimal scheiterte er.
Lage ist nun entspannt
Nach dem Seitenwechsel wurde alles besser. Steinhöfers Flanken kamen an, was vor allem Fink trefflich zu nutzen wusste. „Der Ball war mir zu weit von der Brust geprallt, da musste ich ihn lupfen“, sagte Fink später. „Diesen Sieg haben wir erzwungen. In unserer Situation sind das Big Points.“
Auch weil sie mit Glück, Geschick und Können die enttäuschend harmlose Borussia vor den 44 700 Zuschauer bis zum Schlusspfiff spürbar auf Distanz hielt, festigte sie ihren zwölften Tabellenplatz mit zwölf Punkten. „Die Erleichterung ist sehr groß“, sagte Kapitän Christoph Spycher, der von Beginn an große Mühe hatte, Gegenspieler Marko Marin unter Kontrolle zu bekommen. „Mir war früh klar, dass das so nicht weitergehen konnte“, sagte Spycher, der sich mit Verteidigerkollege Aaron Galindo absprach und fortan weiter auf der Außenposition blieb. „Spycher ist erfahren genug, um dieses Problem selbst zu lösen“, sagte sein Trainer. Der Schweizer hat ein Problem gelöst, die Mannschaft auch: Nach dem Auswärtssieg in Gladbach hat sich die noch vor zwei Wochen prekäre Lage mehr als entspannt.
Kein Spielsystem
Christoph Rohde (prediger1)
- 03.11.2008, 00:59 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |