29.10.2008 · Die Frankfurter Eintracht wehrte sich nach Kräften und hatte dank seiner geschickten Verteidiger und des Eigentors von Martin Demichelis sogar die Chance auf einen Sieg gegen Bayern. Doch am Ende setzte sich die bessere Mannschaft durch - auch dank Franck Ribéry.
Von Ralf Weitbrecht, FrankfurtNach zwei Siegen in Folge kam diese Niederlage nicht überraschend. Trotzdem hat sich die Frankfurter Eintracht, die sich am Mittwochabend vor heimischer Kulisse Bayern München 1:2 geschlagen geben musste, zum Ausklang einer ereignisreichen Woche viele Sympathien erworben. Auch gegen den Meister zeigten die Frankfurter Fußballprofis eine engagierte, von großem Kampf geprägte Partie, in der sie zwischenzeitlich nach einem Eigentor von Martin Demichelis (55.) sogar in Führung gegangen waren. Doch die größere Klasse des wieder auf Rang vier gerückten Titelverteidigers, für den Miroslav Klose (65.) und Franck Ribéry (70.) zum 2:1-Sieg trafen, gab letztlich den Ausschlag in diesem kurzweiligen Südklassiker der Bundesliga.
Der seit Wochen gefällige Eintracht-Abräumer Michael Fink hatte wohl Recht mit seiner Einschätzung, „dass man gestärkter aus so einem Spiel wie in Cottbus gar nicht hervorgehen kann. Wir haben zuletzt zweimal Spiele gedreht, die schon verloren schienen. Das gibt einem unheimlich Kraft.“ Tatsächlich zeigten die Frankfurter mit ihrem personell limitierten Aufgebot keinerlei Respekt vor der Münchner Meistermannschaft und waren von Beginn an bemüht, den hohen Favoriten zu ärgern. Dies taten sie zunächst weniger durch ihre Offensivabteilung, als vielmehr durch ihre Defensivspezialisten, die sich etlichen Angriffen der Bayern ausgesetzt sahen.
Korkmaz überzeugt immer mehr
Doch wie schon in der Vorsaison konnte die Eintracht auf Schlussmann Oka Nikolov bauen, der in der sechsten Minute erstmals gegen Lukas Podolski klärte. Nationalmannschaftskollege Bastian Schweinsteiger, der nur sechzig Sekunden später nachlässig mit links vergab, hätte die Bayern in Führung schießen müssen. Doch in einer Mischung aus Lässigkeit und Wankelmut vermochte er mit seinem Schuss Nikolov nicht zu gefährden (21.).
Engagement und Leidenschaft - die fast schon im Wochenrhythmus von Trainer Friedhelm Funkel hervorgehobenen Eintracht-Tugenden waren auch gegen die Bayern Trumpf. Kein Ball wurde verlorengegeben, jeder Zweikampf wurde angenommen. Erfreulich auch für die Hessen: Neuzugang Ümit Korkmaz scheint sich mehr und mehr an die Bundesliga zu gewöhnen, denn dem von Beginn an aufgebotenen Österreicher gelang es mehrmals, Bayern-Verteidiger Massimo Oddo leichtfüßig auszuspielen.
Demichelis trifft ins eigene Tor
Nur Tore, die wollten oder konnten auch deshalb im ersten Abschnitt nicht fallen, weil es schlicht an erstklassigen Einschussmomenten mangelte. Eine gute Szene nur hatten die Frankfurter bis zur Pause, als direkt und schnörkellos gespielt wurde. Nach einer feinen Kombination über Patrick Ochs und Markus Steinhöfer kam Sturmführer Nikos Liberopoulos im Fünfmeterraum um Zentimeter zu spät (38.).
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel erreichte die Stimmung in der traditionell gegen die Bayern ausverkauften Frankfurter Arena einen ersten Höhepunkt, denn die Eintracht war überraschend 1:0 in Führung gegangen. Steinhöfer, der seit Wochen beste Vorbereiter, hatte von rechts eine Flanke geschlagen, und der Argentinier Martin Demichelis gab dem Ball die entscheidende Wendung ins eigene Tor. 1:0 gegen die Bayern - da wurden Erinnerungen an den 17. März 2007 wach, als die Eintracht gleichfalls mit dem knappsten aller Ergebnisse gegen die Bayern siegen konnte. Torschütze damals war Christoph Preuß mit einem Fallrückzieher, der später zum „Tor des Monats“ gewählt und bei der Abstimmung zum „Tor des Jahres“ nur von Diegos Kunstschuss aus 60 Metern geschlagen wurde.
Klose und Ribéry drehen das Spiel
Ein Tor fast aus dem Nichts erzielte aber nur zehn Minuten nach der Frankfurter Führung auch der FC Bayern. Miroslav Klose, bis dahin überhaupt nicht in Erscheinung getreten, überwand Nikolov mit einem Flachschuss. Fünf Minuten nur hielt danach noch das 1:1 aus Frankfurter Sicht, dann schlugen die Bayern ein zweites Mal entscheidend zu.
Diesmal empfahl sich Klose als Vorbereiter, Ribéry, der fleißigste Münchner, vollendete mit seinem ersten Torschuss zum 2:1 (70.). Zum Ende dieser jederzeit kurzweiligen Begegnung bot sich dem aufgerückten Innenverteidiger Marco Russ sogar noch die Chance auszugleichen, doch der Ball strich über das Münchner Tor (88.). Und auch in der vierminütigen Nachspielzeit ließ sich Bayern-Torwart Michael Rensing nicht mehr überlisten.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |