24.11.2007 · Nach drei sieglosen Spielen hat der FC Bayern in der Liga wieder gewonnen. Mit dem 2:1 gegen Wolfsburg verdarben die Münchener Felix Magath die Rückkehr an die alte Arbeitsstätte. Für Wirbel sorgte unterdessen Münchens Franzose Willy Sagnol.
Der FC Bayern hat Trainer Felix Magath die Rückkehr nach München verdorben und bleibt auch nach dem 14. Spieltag die Nummer 1 der Fußball-Bundesliga. Nach drei sieglosen Spielen fand der Tabellenführer am Samstag mit einem knappen, aber verdienten 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen einen lange harmlosen VfL Wolfsburg in die Erfolgsspur zurück. „Wir haben gewonnen, aber es bleibt eng an der Spitze. Wir müssen in den letzten drei Spielen bis zur Winterpause aufpassen, dass wir die Herbstmeisterschaft nicht verspielen“, meinte Kapitän Oliver Kahn.
Den Bayern-Sieg in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena sicherten Nationalstürmer Miroslav Klose (35.) mit seinem 9. Saisontreffer sowie der prächtig aufgelegte Franzose Franck Ribéry (50.). U 21-Nationalspieler Ashkan Dejagah erzielte den Wolfsburger Anschlusstreffer (72.).
Podolski schmort wieder auf der Bank
Der frühere Bayern-Trainer Magath („Bis auf das Ergebnis, war es eine schöne Rückkehr“) hatte sich an seiner früheren Wirkungsstätte für eine massierte Defensive mit dem gelernten Innenverteidiger Alexander Madlung als zusätzlichem Abräumer vor der Abwehr entschieden. Die immer wieder von Franck Ribéry angetriebenen Bayern, bei denen Nationalspieler Lukas Podolski 90 Minuten zuschauen musste, benötigten zunächst viele Anläufe, bis sie das Bollwerk nach ersten Kopfballchancen von Luca Toni (1.) und Klose (14.) sowie einem Schussversuch des starken Mark van Bommel (18.) knackten.
Beim 1:0 leistete jedoch VfL-Verteidiger Peter van der Heyden entscheidende Hilfestellung, als er den Ball völlig unnötig am eigenen Strafraum gegen Ribéry verlor. „Das war ein Fauxpas“, meinte Magath ärgerlich. Ribéry bediente nach dem Ballgewinn Klose, der keine Mühe hatte, den Ball ins Tor zu schieben. Danach traf Klose noch per Kopf die Oberkante der Torlatte (41.), während im Gegenzug Christian Gentner die einzige VfL-Chance freistehend mit einem Kopfball in die Arme von Kahn vergab (42.).
„Sensationelles“ Tor von Franck Ribery
Der unermüdlich anstürmende Ribéry sorgte kurz nach der Pause für das 2:0. Nach Doppelpass mit Hamit Altintop schob er den Ball durch die Beine des herausstürzenden Wolfsburger Schlussmanns Simon Jentzsch ins Netz. Es war das 3. Saisontor des Mittelfeldspielers. „Das war schon sensationell“, sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld.
Vom Wolfsburger Team kam - zum Ärger von Magath - viel zu spät Gefährliches nach vorne. Die Bayern-Abwehr, in der Daniel van Buyten ein passabler Vertreter des gesperrten Brasilianers Lucio war, hatte erst in der Endphase Probleme. Doch was aufs Tor kam, entschärfte in der Regel Torhüter Oliver Kahn, etwa einen 30-Meter-Freistoß von Marcelinho (70.). Beim strammen Schuss von Dejagah war aber auch Kahn bei seinem 20-jährigen Dienstjubiläum als Profi ohne Abwehrchance. „Wir waren dem 3:0 lange Zeit näher“, kommentierte Hitzfeld und stellte erleichtert fest: „Die Mannschaft hat die erste Saison-Niederlage in Stuttgart gut weggesteckt.“
„Wir hatten eine wunderbare Begegnung“
Die Bayern-Fans waren angesichts des Sieges guter Stimmung, Rufe oder Plakate gegen Manager Uli Hoeneß gab es nicht. Der Vorstand des FC Bayern hatte sich vor dem Spiel zu einer Aussprache mit rund 30 Fanclub-Vertretern getroffen. „Wir hatten eine wunderbare Begegnung“, sagte Hoeneß, der die Anhänger zuletzt auf der Jahreshauptversammlung scharf angegriffen hatte. Bei der Zusammenkunft in der Allianz Arena sei zwei Stunden lang „konstruktiv über Probleme“ gesprochen worden.
Unterdessen hat der französische Nationalspieler Willy Sagnol hat mit überraschenden Wechsel-Ambitionen in der Winterpause neue Unruhe beim FC Bayern München ausgelöst. Der Abwehrspieler, der am Samstag gegen erstmals nach seiner langwierigen Knieverletzung wieder auf der Ersatzbank saß, machte seine Wechselabsichten nach dem Spiel öffentlich. „Ich habe den Verein schon vor einigen Wochen gebeten, dass ich ihn im Winter verlassen kann“, sagte der 30 Jahre alte Vize-Weltmeister, der in München noch bis 2010 unter Vertrag steht. Über seine Beweggründe wollte sich Sagnol nicht äußern, der Wechselwunsch werde aber „ein Thema sein in ein paar Wochen“.
„Man muss sich ranarbeiten. So geht es nicht“
Kapitän Oliver Kahn zeigte keinerlei Verständnis für den öffentlichen Vorstoß seines Teamkollegen, den er dafür mit deutlichen Worten kritisierte: „Ich weiß nicht, welche Laus Willy über die Leber gelaufen ist. Wenn man sieben Monate verletzt war, muss man nicht so ein Theater machen und alle verrückt machen. Man muss sich wieder ranarbeiten. So geht es natürlich nicht“, kommentierte der Torwart.
Sagnol ist offenbar unzufrieden damit, dass er nach seiner Verletzung bislang nur bei den Bayern-Amateuren in der Regionalliga Süd zum Einsatz kam. Bei den Profis müsse er sich noch gedulden, hatte Trainer Ottmar Hitzfeld nach der Genesung des Verteidigers gesagt. „Der Trainer trifft die Entscheidungen, der Spieler muss das akzeptieren“, sagte Kahn an die Adresse von Sagnol.
„Ich werde morgen ein Gespräch mit ihm führen“
Der französische Vize-Weltmeister war Anfang April wegen eines Meniskus- und Knorpelschadens am rechten Knie operiert worden. Bevor Sagnol seinen hoch dotierten Kontrakt beim FC Bayern Anfang 2006 um vier Jahre bis zum 30. Juni 2010 verlängerte, hatte er angeblich schon Juventus Turin zugesagt. Als möglicher Interessent im Winter wird Manchester United gehandelt. Sagnol war im Sommer 2000 vom AS Monaco zum deutschen Rekordmeister gewechselt, für den er bislang 176 Bundesligaspiele bestritten hat.
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hat eine interne Aussprache mit dem französischen Fußball-Nationalspieler angekündigt. „Ich werde morgen ein Gespräch mit ihm führen“, sagte Hitzfeld am Sonntag. Die Aussagen von Sagnol hätten ihn „überrascht“, erklärte der Coach, der betonte, eine „große Wertschätzung“ für Sagnol zu haben. Er könne dem Verteidiger aber nach sieben Monaten Verletzungspause derzeit keine Spielpraxis in der Bundesliga verschaffen. Einen möglichen Wechsel von Sagnol im Winter schloss Hitzfeld nicht ausdrücklich aus.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |