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2:1 gegen Stuttgart Schalke übernachtet an der Spitze

12.03.2010 ·  Zumindest für einen Tag ist der FC Schalke 04 ganz oben in der Tabelle der Fußball-Bundesliga angekommen. Durch den 2:1-Erfolg über den VfB Stuttgart verdrängten die Westfalen nach Treffern von Edu und Kuranyi bei einem Gegentor von Tasci vorerst den FC Bayern München

Von Roland Zorn, Gelsenkirchen
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Zumindest für einen Tag ist der FC Schalke 04 ganz oben in der Tabelle der Fußball-Bundesliga angekommen. Durch den 2:1-Erfolg am Freitagabend über den VfB Stuttgart vor 61 673 Zuschauern in der ausverkauften Schalke-Arena verdrängten die Westfalen nach Treffern von Edu (46. Minute) und Kuranyi (56.) bei einem Gegentor von Tasci (50.) vorerst den FC Bayern München von der Spitze. Doch der Rekordmeister geht an diesem Samstagnachmittag als hoher Favorit in das Heimspiel gegen den Tabellensiebzehnten SC Freiburg und kann dabei die Verhältnisse wieder in seinem Sinne geraderücken.

Schalke imponierte gegen die zuletzt überaus erfolgreichen Schwaben mit einer nach der Pause spielerisch und kämpferisch starken Leistung in einer auf hohem Niveau ausgeglichenen Partie. Schalke Erster, fühlte sich Trainer Felix Magath etwa an den 26. Spieltag der vorigen Saison erinnert? Damals betreute der Meistercoach noch den VfL Wolfsburg, der mit einem 5:1-Triumph über die Bayern die Spitze übernahm und bis zur Eroberung der ersten deutschen Meisterschaft nicht mehr hergab.

Von einer Parallelität zweier Erfolgsgeschichten aber wollte Tiefstapler Magath nichts wissen. Der ins Revier gewechselte Unterfranke sieht seine Schalker beharrlich noch nicht auf dem Weg zum Gipfel. Sagt er jedenfalls bei jeder Gelegenheit. Wohin die königsblaue Reise führen wird, dürfte sich in den nächsten Wochen abzeichnen. Nach dem Spiel gegen den VfB folgen die Auswärtspartien in Hamburg und Leverkusen und danach der Knüller daheim gegen die Bayern. „Erst danach“, konstatierte Magath, „kann man sagen, was am Ende der Saison möglich ist.“

Schon die Aufgabe gegen die Schwaben war anspruchsvoll genug, hatte doch der VfB unter Trainer Christian Gross vor dem Trip ins Revier noch keine Auswärtspartie verloren. Die bis dahin zweitbeste Mannschaft der Rückrunde fühlte sich fünf Tage vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale beim FC Barcelona (Hinspiel: 1:1) gerüstet, auch die Prüfung in der Schalke-Arena zu bestehen. „Ich bin nie mit einem Punkt zufrieden“, hob der Schweizer Gross während der Woche hervor, „ich will immer gewinnen.“

Entscheidende Fehler erst nach der Halbzeit

Die ganz große Siegeslust war auf dem Schalker Winteracker vor dem Wechsel hüben wie drüben nicht spürbar. Diszipliniertes Defensivverhalten bestimmte die Aktionen, während das freie Spiel der offensiven Kräfte nur sporadisch aufblitzte. Dabei wirkte der VfB, wenn Hleb die Aktionen bechleunigte und Pogrebnjak in den Strafraum drang, eine Spur gefährlicher und kreativer. Die Schalker, das Team mit der besten Abwehr der Liga, demonstrierten ihre Premiumqualität, kamen aber nur selten zu Angriffen. Kuranyi besaß zwei Gelegenheiten (14. und 45.), die restlichen Attacken verfingen sich in der VfB-Deckung. Auf der anderen Seite passte Torhüter Neuer im Duell mit Pogrebnjak (35.) und Kuzmanovic (36.) zweimal gut auf.

Entscheidende Fehler schlichen sich erst nach der Halbzeit in das Spiel beider Mannschaften. So profitierte der eben eingewechselte Schalker Edu von einer verunglückten Rettungsgrätsche des bis dahin tadellosen Tasci. Kurz entschlossen erzielte der Brasilianer (46.) das 1:0 für die Westfalen. Seinen Aussetzer machte der Stuttgarter Innenverteidiger vier Minuten später nach einem Freistoß per Kopf wieder wett. Nationalmannschaftskollege Westermann hatte nicht aufgepasst, so dass Tasci frei vor Neuer seine Ausgleichschance nutzte.

Rasanz, Klasse und Unterhaltungswert

Den nächsten Patzer leistete sich wieder der VfB. Diesmal schnappte die Abseitsfalle der Schwaben nicht zu, so dass Westermann auf seiner Wiedergutmachungstour nach vorn zu seiner eigenen Überraschung frei stand und in aller Ruhe auf Kuranyi passen konnte. Der ehemalige Nationalspieler zimmerte den Ball zum 2:1 für die Schalker ins Netz (56.) und führt nun bei jeweils 14 Treffern gemeinsam mit dem Leverkusener Kießling die Liga-Torschützenliste an.

Die abermalige Führung beflügelte die Schalker, die nun auch wie vergangene Woche beim 4:1 in Frankfurt Offensivgeist bewies. Das Duell zweier Bundesliga-Größen hatte Fahrt aufgenommen und entschieden an Rasanz, Klasse und Unterhaltungswert gewonnen, zumal die Stuttgarter nur kurz über die eigenen Pannen erschrocken waren. Doch die Partie ausgleichen oder gar drehen konnten sie nicht mehr. Zu leidenschaftlich und zu widerstandsfähig verteidigten die Schalker ihr kostbares Hab und Gut bis zum Abpfiff. Stürmischer Applaus für einen veritablen Titelkandidaten.

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