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2:1 gegen Braunschweig : Dortmund ist Spitze

  • -Aktualisiert am

Gut lachen in Dortmund: Klopps Borussia steht vorne Bild: dpa

Borussia Dortmund hat zwar viel Mühe, um Aufsteiger Eintracht Braunschweig mit 2:1 zu bezwingen, schafft aber zum ersten Mal in der Ära Klopp einen Sechs-Punkte-Start.

          Jürgen Klopp, der Cheftrainer von Borussia Dortmund, und sein Braunschweiger Kollege Torsten Lieberknecht kennen und schätzen einander schon lange. Kurz vor dem Wiedersehen mit seinem früheren Mitstreiter tat Klopp so, als bereitete es ihm ein wenig Unbehagen, auf die gemeinsame Vergangenheit angesprochen zu werden. „An Torsten merke ich immer, wie alt ich bin, wie die Zeit rennt“, sagt er. Einst beim FSV Mainz 05 hat Klopp mit Lieberknecht erst zusammengespielt und den sechs Jahre Jüngeren später auch trainiert.

          Am zweiten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison führte der Beruf die beiden Männer wieder zusammen. Und die Vorzeichen waren eindeutig. Dortmund, von vielen als einziger Bayern-Herausforderer eingeschätzt, empfing Braunschweig, den Aufsteiger, dem viele voraussagen, er werde sogleich wieder absteigen. Auf dem Rasen des Dortmunder Stadions ließ Braunschweig den BVB 75 Minuten lang einigermaßen alt aussehen - bis der junge Einwechselspieler Jonas Hofmann entscheidend ins Geschehen eingriff. Erst beruhigte der Einundzwanzigjährige die Dortmunder mit dem Führungstreffer (75. Minute), dann holte er den Elfmeter heraus, den Marco Reus zum zweiten Tor nutzte (85.). Kevin Kratz gelang zwar noch der Anschlusstreffer (89.), doch zu einem Remis es reichte es nicht mehr für die tapfer kämpfenden Braunschweiger.

          Dank des 2:1-Sieges gelang Dortmund im sechsten Versuch unter Klopps Regie zum ersten Mal ein Bundesligastart mit zwei Siegen nacheinander.

          Der BVB-Trainer hatte seine Elf auf einigen Positionen umgestellt. Ikay Gündogan fehlte wegen einer Verletzung, die er jüngst beim Länderspiel gegen Paraguay erlitten hatte. Dazu erhielt der zuletzt erkältete Mittelfeldspieler Reus eine Pause. Der Nationalspieler saß zunächst auf der Ersatzbank. Die vakante Position im zentralen Mittelfeld bekleidete Henrich Mkhitaryan, der nach einer mehrwöchigen Verletzungspause sein Bundesliga-Debüt gab, Blaszczykowski rückte auf den rechten Flügel.

          Reus war nicht der einzige Stammspieler, den Klopp schonte. Auch Neven Subotic blieb außen vor, seinen Platz im Abwehrzentrum nahm der griechische Nationalspieler Sokratis ein. Trotz der Umstellungen traten die Dortmunder von Beginn dominant auf und versuchten Druck aufzubauen. Allerdings fehlte es Mkhitaryan und seinen offensiven Mitstreitern an zündenden Ideen, die nötig gewesen wären, um den Abwehrriegel zu knacken.

          Die Braunschweiger traten den Dortmunder Angriffen mit einer klugen Raumaufteilung entgegen und zwangen den Favoriten auf Um-, manchmal auch auf Abwege. Pierre-Emerick Aubameyang, beim Start in Augsburg dreimaliger Torschütze, konnte seine Schnelligkeit auf dem linken Flügel nicht ausspielen - für seine Sprints fehlte ihm der Platz; in der 67. Minute verließ er den Rasen.

          Tor für die Borussia: Lewandowski und Mchitaryan nehmen Hofmann in die Arme

          Wie schon am ersten Spieltag war bei den Dortmundern Geduld gefragt. In der gesamten ersten Hälfte erzeugte der BVB nur einmal einen Hauch von Gefahr für das gegnerische Tor: Ein Freistoß von Mittelfeldspieler Nuri Sahin verfehlte knapp das Ziel. Kurz zuvor hatte Norman Theuerkauf einen Schreckschuss auf das Dortmunder Tor abgegeben, aber auch hier fehlten ein paar Zentimeter. Mitte des ersten Durchgangs sangen die lautstarken Eintracht-Fans ein wenig übermütig von einem „Heimspiel in Dortmund“.

          Das Wenige reichte zum Sieg

          Mit Beginn des zweiten Durchgangs setzte sich zeitweise die Sonne gegen die Wolken durch - und mit viel Mühe auch Borussia Dortmund gegen Eintracht Braunschweig. Nach einer Stunde kam Reus (für Blaszczykowski) ins Spiel, um noch mehr Tempo zu erzeugen. Braunschweig verteidigte weiter mit viel Herz den eigenen Strafraum, allerdings fiel es dem Aufsteiger zusehends schwerer, in die gegnerische Hälfte zu gelangen und Entlastung für die eigene Abwehr zu schaffen. Dennoch blieb die leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung lange spannend - auch weil Mkhitaryan zweimal in aussichtsreicher Position an Davari scheiterte, der jeweils mit dem Fuß abwehrte.

          Obwohl ihnen nicht sonderlich viel einfiel, waren die Borussen am Ende ein bisschen besser, vor allem dank Hofmann, der Dortmund nach einem Doppelpass mit Hummels und mit ein wenig Glück - sein Schuss prallte vom Innenpfosten ins Tor - den Weg zum Sieg wies. Nach dem Elfmetertor von Reus kam der Treffer von Kratz für Braunschweig zu spät.

          Borussia Dortmund - Eintracht Braunschweig 2:1 (0:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski (60. Reus), Mkhitaryan (90.+2 Ducksch), Aubameyang (68. Hofmann) - Lewandowski
          Eintracht Braunschweig: Davari - Elabdellaoui, Bicakcic, Correia, Reichel - Kratz, Theuerkauf - Hochscheidt (65. Perthel), Kruppke (77. Ademi), Caligiuri (65. Boland) - Jackson
          Schiedsrichter: Sippel (München)
          Zuschauer: 80.200
          Tore: 1:0 Hofmann (75.), 2:0 Reus (86./Foulelfmeter), 2:1 Kratz (89.)
          Gelbe Karten: - / Theuerkauf (2)

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