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2:1 gegen Bochum Frankfurt betreibt Wiedergutmachung

01.11.2009 ·  Eintracht Frankfurt hat sich von der Pokalschlappe gegen die Bayern erholt. Gegen Bochum landeten die Hessen einen wichtigen Sieg. Maik Franz traf sowohl ins eigene als auch ins gegnerische Tor.

Von Marc Heinrich, Frankfurt
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Heiko Herrlich hat sich in der Bundesliga zurückgemeldet. Sechs Jahre und zwei Monate nach seinem verletzungsbedingten Rückzug als Profi von Borussia Dortmund feierte der Siebenunddreißigjährige ein missratenes Comeback in der obersten deutschen Fußballklasse als Chefcoach des VfL Bochum. Bei seinem Debüt unterlag der in diesem Umfeld unerfahrene Trainer mit seinem Team bei der Frankfurter Eintracht 1:2. Es war die siebte Niederlage im elften Saisonauftritt für den wieder einmal abstiegsgefährdeten Klub. „Das ist eine Enttäuschung für uns, ganz klar. Ich hätte lieber einen Punkt hier mitgenommen - oder drei. Der Sieg für Frankfurt geht aber in Ordnung. Wenn du den Ball nach drei Kontakten gleich immer wieder verlierst, kommst du natürlich unter Druck“, meinte Herrlich. „Es kann nicht sein, dass wir immer nur mit langen Bällen kommen und ein Gebet hinterherschicken. Wir brauchen mehr Pass-Sicherheit.“ Auch VfL-Sportdirektor Thomas Ernst war frustriert: „Ich bin enttäuscht, wie das Spiel gelaufen ist.“

Herrlich, der bislang die U-19-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes betreute, machte es vor dem ersten Spiel wie so viele Kollegen, die als Helfer in der Not engagiert wurden: Er zog sich drei Tage mit seinem Kader in ein Kurztrainingslager zurück und baute danach seine Startformation am Sonntagabend an mehreren Stellen um. Mit der Aufstellung von Joel Epallé, Slatko Dedic und Dennis Grote versuchte er der Offensive, die bis zum Wochenende eine der größten Schwachstellen der Bochumer war, neuen Schwung verleihen. Die Wende zum Besseren leitete er damit nicht ein. Denn zumindest Grote fand bei seinen Anstrengungen, mit denen er sich für die Nominierung erkenntlich zeigen wollte, überhaupt kein vernünftiges Maß. In der 14. Minute übertrieb er es mit seinem Einsatz unweit der Grenze des eigenen Strafraums gar derart, dass er zusammen mit Nebenmann Shinji Ono den Frankfurter Pirmin Schwegler von den Beinen holte. Ein folgenschwerer Lapsus. Die folgende Gelegenheit zum Freistoß ließ sich die Eintracht nicht entgehen. Der Brasilianer Caio traf zum 1:0. Der Ball flog mit Effet über die Mauer, tupfte noch einmal auf dem Rasen auf und flog am sich vergeblich streckenden Bochumer Schlussmann Philipp Heerwagen vorbei ins Netz (14.).

Die Eintracht versäumte es, umgehend nachzulegen, als der Rückstand den ohnehin nicht sonderlich selbstbewussten Westfalen noch zu schaffen machte. Nikos Liberopoulos traf lediglich den Pfosten (25.), und Caio hob die Kugel aus sechs Metern über die Latte (41.). Noch schlechter lief es zunächst für Maik Franz. Dem Frankfurter Abwehrabräumer, der am Mittwoch beim Pokaldebakel gegen den FC Bayern München (0:4) einen rabenschwarzen Tag erwischte und drei Gegentreffer verschuldete, blieb das Pech eingangs weiter treu. Eine unplazierte Flanke des Kameruners Epallè verlängerte der Rechtsverteidiger unbedrängt von einem gegnerischen Angreifer mit dem Scheinbein zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor.

Franz kann's - hinten wie vorne

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an der einseitigen Darbietung vor 30.000 Zuschauern wenig: Dem VfL fehlte es an Klasse, Kreativität sowie Mut, er zog sich weit in die eigene Hälfte zurück und suchte sein Heil in Kontern, die über das Anfangsstadium aber nicht hinauskamen.

Zielstrebiger dagegen die Heim-Elf. Nach einem Eckstoß von Patrick Ochs bediente Chris den aufgerückten Franz, der seinen vorangegangenen Patzer wieder wettmachte und aus kurzer Distanz mit dem Kopf zum 2:1 vollendete (54.). Es war der zweite Saisontreffer des ehemaligen Karlsruher Kapitäns, der am Main längst zum Publikumsliebling aufgestiegen ist. Und ein wichtiger obendrein. „Das war ein hochverdienter Sieg. Man hätte auch 5:1 gewinnen können. Wir haben heute mehr als gut gespielt, aber wir haben noch Luft nach oben“, sagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Matchwinner Maik Franz war nach dem Wechselbad der Gefühle überglücklich. „Ich habe schon gedacht, das kann nur ein schlechter Film sein. Dann ist mir ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen. Zum Glück haben wir das Spiel noch gedreht.“ Für Herrlich und seine Bochum Mitstreiter bleibt die Lage auf dem vorletzten Platz ungemütlicher.

Eintracht Frankfurt - VfL Bochum 2:1 (1:1)
Frankfurt:
Nikolov - Franz, Chris, Russ, Spycher - Ochs - Schwegler, Caio (87. Köhler), Teber (66. Bajramovic) - Meier, Liberopoulos (90.+2 Fenin). - Trainer: Skibbe
Bochum: Heerwagen - Concha (87. Mavraj), Maltritz, Yahia, Fuchs - Dabrowski - Epalle (69. Klimowicz), Ono, Grote (69. Hashemian) - Sestak, Dedic. - Trainer: Herrlich
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore: 1:0 Caio (14.), 1:1 Franz (25., Eigentor), 2:1 Franz (53.)
Zuschauer: 37.500
Gelb-Rote Karte: Ono wegen wiederholten Foulspiels (80.)
Gelbe Karten:
Teber (5/1), Ochs, Franz (4), Meier - Fuchs, Mavraj (3), Dabrowski (5)

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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