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2:1 für Gladbach Reus macht Hertha verrückt

05.11.2011 ·  Zwei Gladbacher freuen sich besonders über den 2:1-Sieg bei Hertha BSC. Trainer Favre feiert eine triumphale Rückkehr nach Berlin. Und Nationalspieler Reus schießt die Borussia alleine zum Sieg.

Von Matthias Wolf, Berlin
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© dapd Kleiner Mann wieder einmal ganz groß: Marco Reus schießt Gladbach zum Sieg

Es war die triumphale Rückkehr des Trainers Lucien Favre an seine alte Wirkungsstätte. Mit 2:1 siegte seine Mönchengladbacher Borussia bei Hertha BSC Berlin. Ein Mann machte dabei für Favre, der vorab von einem „schon ein wenig speziellen Spiel“ sprach, den Nachmittag erst zum Erlebnis: Marco Reus. Der Jung-Nationalspieler erzielte beide Gladbacher Treffer (33. und 55. Minute). Zuvor hatte Adrian Ramos die Berliner in Führung gebracht (18.).

Es dürfte eine Genugtuung für Favre gewesen sein. 751 Tage hatte er für Hertha BSC gearbeitet, bis September 2009. Dann wurde er entlassen. Den Schweizer Trainer hat diese Ära, in der er fast Meister geworden wäre, erst richtig bekannt gemacht hierzulande. Als der Mannschaftsbus bei Hertha auf den Hof fuhr, erntete Favre noch Applaus von den Passanten. Später, beim Verlesen seines Namens durch den Stadionsprecher, pfiffen viele in der Ostkurve.

So sind die Fans: Sie vergessen schnell - oder auch nicht. Das ist eine Frage der Betrachtungsweise. Denn Favre ging ja einst mit manchem kritischen Wort über seinen alten Arbeitgeber. Und schließlich war Hertha Tabellenletzter, als der heute 54-Jährige abtreten musste.

Letztlich waren aber schon vor dem Anpfiff alle Offiziellen bemüht, darauf hinzuweisen, dass es „Emotionen nur auf dem Platz geben sollte“, so Herthas Manager Michael Preetz. Trainer Markus Babbel verwies noch darauf, dass er den Kollegen gar nicht kenne, aber seine Philosophie von Fußball schätze.

Wütende Berliner Schlussoffensive

Favres Mannschaft zeigte auch im Olympiastadion, wofür sie steht. Aus einer sicheren Defensive wurde zumeist agiert. Weil Hertha versuchte, es ähnlich zu machen, ergab sich insgesamt über weite Phasen ein nicht allzu ansehnliches Strickmuster. Erstaunlicherweise fielen schon in Hälfte eins Tore. Sie fielen jeweils aus dem Nichts, weil weder die Berliner noch die Borussen beim Rasenschach allzu große Attraktivität boten - und sie entstanden jeweils nach präzisen Pässen auf den abschließenden Spieler, der dann unwiderstehlich loszog.

Für Hertha war es Raffael, der Ramos bediente. Flachschuss, durch die Beine von Torwart Marc-André ter Stegen - 1:0 (18.). Beim Ausgleich bediente Patrick Herrmann dann Reus, der flach einschob (33.). Reus war es denn auch, der nach der Pause dem Spiel noch viel mehr Dynamik verlieh. Er wirbelte.

Nach dem Seitenwechsel war mehr Pepp im Spiel, und als Juan Arango plötzlich frei vor dem Thomas Kraft auftauchte, der Berliner Torwart aber noch abwehren konnte, stand Reus wieder goldrichtig - per Direktabnahme beförderte er den Ball ins Tor zum 2:1 (55.). Reus hatte das Spiel gedreht, der beste Profi auf dem Feld hatte danach noch mehr Chancen - zur Freude von Favre.

Der musste auch inmitten der wütenden Berliner Schlussoffensive nur selten zittern um diesen Sieg; einmal, als Raffael (72.) nur die Latte traf. Ansonsten spielte die Hertha daheim wieder einmal fast so uninspiriert wie Favre sie in der Abstiegssaison einst zurückgelassen hatte.

Hertha BSC - Bor. Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Hertha BSC: Kraft - Lell, Franz, Mijatovic, Kobiaschwili - Ottl (83. Ben-Hatira), Niemeyer - Ramos, Raffael, Rukavytsya (67. Ebert) - Lasogga (71. Torun)
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Dante, Stranzl, Daems - Nordtveit, Neustädter - Arango, Herrmann (83. Zimmermann) - Reus (90.+3 Marx), Hanke (85. Bobadilla)
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 60.556
Tore: 1:0 Ramos (18.), 1:1 Reus (33.), 1:2 Reus (55.)
Gelbe Karten: - / Dante (4), Herrmann (1)

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