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2:1 bei Schalke 04 BV Borussia Unaufhaltsam

 ·  Drei Tage nach dem Sieg gegen Bayern München dreht Borussia Dortmund das Spiel bei Schalke 04: So wird man Deutscher Meister. Kapitän Kehl trifft zum 2:1.

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© dapd Auf dem Weg zur Meisterschaft: Piszczek, Gündogan, Hummels (v.l.)

Manche Fußballfreunde im Ruhrgebiet behaupten, ein Sieg im Derby sei wichtiger als ein Titel. Darüber lässt sich gewiss streiten. Den Fußballprofis von Borussia Dortmund kann es egal sein.

Nach dem 2:1 über den Erzrivalen Schalke 04 steht der deutsche Meister in der Bundesliga kurz vor der Titelverteidigung. Im 140. Revierderby geriet der BVB zwar früh in Rückstand, doch das Gegentor von Jefferson Farfan aus der 9. Minute vermochte den Titelverteidiger, der diesmal vor allem kämpferisch überzeugte, in Gelsenkirchen nicht vom Weg abzubringen.

Lukasz Piszczek (17.) und Sebastian Kehl (63.) drehten die Partie mit ihren Treffern noch zugunsten der aktuell besten Bundesligamannschaft, die abermals in einer Drucksituation Reife gezeigt hat. Mit dem Derbysieg veredelte der BVB den Erfolg, den die Mannschaft drei Tage zuvor gegen den FC Bayern München errungen hatte. Beide Mannschaften stürzten sich sofort voller Elan in die Arbeit, als könnten sie es gar nicht erwarten, den ersten Treffer zu setzen und so die Derbystimmung in der Arena zusätzlich zu befeuern.

Kagawa hilft Farfan

Es war gerade eine halbe Minute vorüber, da kam Sven Bender im Schalker Strafraum frei zum Schuss, aber nicht zum Zuge. Torhüter Lars Unnerstall wehrte ab. Auf der anderen Seite verfehlte Kyriakos Papadopoulos mit einem Kopfball knapp das Ziel. Nach diesem Prolog waren die Abwehrreihen zwar gewarnt, aber dennoch ließen die ersten beiden Tore nicht lange auf sich warten.

Den Anfang machte die Heimelf. Nach einer Kopfballabwehr landete die Kugel bei Farfan; der Peruaner plazierte sie aus der Drehung ins Eck - mit Wucht und mit der unfreiwilligen Hilfe Shinji Kagawas, der den Ball abfälschte. Schalke tobte vor Freude. Und Jürgen Klopp schien in einem Punkt bestätigt. „Die Freunde aus Gelsenkirchen werden alles versuchen, damit es für uns noch mal eng wird“, hatte der BVB-Trainer vor der Partie gesagt. „Die wollen uns in die Suppe spucken.“

Mit dieser Annahme lag Klopp sicher richtig, gerade wegen der Vorgeschichte, die sich im Mai 2007 in Dortmund zugetragen hatte, Schalke war am 33. Spieltag als Tabellenführer zum Derby angetreten, verlor aber 0:2 und musste eine Woche später dem VfB Stuttgart die Schale überlassen. Nach dem letzten Spieltag ließ ein BVB-Sympathisant ein Flugzeug über die Gelsenkirchener Arena fliegen, das ein Spruchband hinter sich herzog mit dem Spott: „Ein Leben lang keine Schale in der Hand.“

Götze auf der Bank

Außerdem wurde bekannt, dass der BVB eine Sonderprämie ausgesetzt hatte, um seine Spieler zusätzlich anzuspornen. Nur zu gern hätten die Schalker fünf Jahre später dem Rivalen vier Runden vor Ultimo Steine in den Weg zur Meisterschaft gelegt.

Aber die Borussen ließen sich nicht einschüchtern, sondern machten sich mit kochender Leidenschaft daran, dem Spiel auch aus ihrer Sicht eine herzhafte Würze zu verleihen. Schon acht Minuten nach dem Gegentor fand Piszczek das richtige Rezept. Der polnische Rechtsverteidiger setzte sich nach einer Ecke gegen Huntelaar durch und vollendete zum Ausgleich.

Beide Mannschaften suchten weiter mit vollem Körpereinsatz ihren Vorteil. Doch bei all dem Kampf blieb häufig Präzision auf der Strecke. Vielleicht hätte Mario Götze dem Spiel der Borussen gut getan, aber ein Einsatz kam für ihn unter den Umständen dieses Spiels offenbar noch zu früh. Zwar gehörte der 19 Jahre alte Nationalspieler zum ersten Mal seit seiner im Dezember erlittenen Schambeinverletzung wieder zum Aufgebot des deutschen Meisters, saß aber nur auf der Ersatzbank.

Metzelder legt Kehl auf

Von dort aus musste er zunächst mit ansehen, wie Schalke die Arbeit nach der Pause mit mehr Schwung wieder aufnahm. Der BVB hatte alle Füße voll zu tun, um dem Druck des Gegners standzuhalten. Doch die Königsblauen waren nicht produktiv genug, um ihren guten Willen in gute Taten umzusetzen. Dortmund befreite sich im Stile eines Champions - und mit Hilfe eines früheren Borussen.

Christoph Metzelder, an diesem Tag Schalkes Kapitän, lenkte einen Eckstoß zu Sebastian Kehl, der zu Beginn der zweiten Hälfte Benders Platz im defensiven Mittelfeld eingenommen hatte. Der Routinier zögerte nicht, die freundliche Gabe aus wenigen Metern zu verwerten.

Nach dem Führungstreffer der Schwarz-Gelben erlahmte der Widerstand des Gegners allmählich. Schalke vermochte nicht mehr jene Kräfte zu mobilisieren, die nötig gewesen wären, um Tabellenführer noch aus der Reserve zu locken. Man hat die Dortmunder in dieser Saison schon besser kicken sehen, aber an diesem Nachmittag war der BVB ein Meister der Effektivität. Und seine Fans sangen am Ende voller Inbrunst: „Deutscher Meister wird nur der BVB!“ Kurz vor dem Saisonende sieht es danach aus, als sollten sie Recht behalten.

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida (85. Marica), Papadopoulos, Metzelder, Fuchs - Jones, Moritz (68. Höger) - Farfán, Raúl, Draxler (71. Pukki) - Huntelaar
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Bender (46. Kehl) - Blaszczykowski (81. Perisic), Kagawa, Großkreutz (89. Owomoyela) - Lewandowski
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Farfán (9.), 1:1 Piszczek (17.), 1:2 Kehl (63.)
Gelbe Karten: Farfán (2), Fuchs (5), Jones (12) / Kehl (8), Schmelzer (4)

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