04.02.2007 · Schalke 04 ist dem ersten deutschen Meistertitel seit rund 50 Jahren einen großen Schritt näher gekommen. Dank zwei Treffer von Peter Lövenkrands feierten die starken Gelsenkirchner einen 2:0-Erfolg im Spitzenspiel in Bremen und setzten sich an die Spitze.
Nach dem Machtwechsel in der Bundesliga hat Schalke 04 den ersten Meistertitel seit 49 Jahren fest im
Visier. „Wir haben gezeigt, dass wir das Potenzial haben, deutscher Meister zu werden“, sagte Spielmacher Lincoln nach dem überzeugenden 2:0 (1:0)-Sieg des neuen Tabellenführers im Spitzenspiel beim Herbstmeister Werder Bremen. Mit dem ersten Dreier im Weserstadion seit 1999 bauten die Königsblauen ihre aktuelle Erfolgsserie auf elf Spiele ohne Niederlage mit 29 von 33 möglichen Punkten aus und demonstrierten der Konkurrenz eindrucksvoll ihre Stärke.
„Wir waren heute einfach besser als Bremen“, stellte Peter Lövenkrands, der Mann des Tages, treffend fest. Der Däne besiegelte mit einem spektakulären Seitfallzieher (20.) und einem mustergültigen Kontertor (71.) vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion den achten Schalker Sieg in den vergangenen neun Spielen. Die Bundesliga-Torfabrik Werder musste dagegen nach sechs Siegen in Folge erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen.
„Heute ist nicht Meisterschaft entschieden worden“
Sportdirektor Klaus Allofs schrieb den Titel aber dennoch nicht ab: „Heute ist nicht die Meisterschaft entschieden worden. Wir werden in den nächsten Spielen besser auftreten, in den nächsten Wochen wird man wieder eine andere Bremer Mannschaft sehen. „Auch Lincoln wertete den Sieg noch nicht als Vorentscheidung im Titelrennen: „Es ist noch sehr früh. Wir haben heute stark gespielt, aber jedes weitere Spiel ist für uns ein Finale.“ Trainer Mirko Slomka stimmte zu: „Das Ding ist noch lange nicht gegessen. Das wird jetzt kein Selbstgänger.“
Nach Startschwierigkeiten in der Auftaktviertelstunde bekamen die Gäste spätestens nach dem Führungstreffer durch Lövenkrands die Partie immer besser in den Griff und ließen die Hanseaten nur selten zur Entfaltung kommen. Deutlich geschwächt durch das Fehlen des gelbgesperrten Nationalspielers Torsten Frings funktionierte das Kombinationsspiel der Bremer nur selten wie gewohnt. Viele Abspielfehler und Ungenauigkeiten prägten das Bild, und Trainer Thomas Schaaf schüttelte am Spielfeldrand mehrfach missmutig den Kopf.
Konfuse Bremer weit unter Form
„Schalke hat die Zweikämpfe besser geführt, war richtig aggressiv“, analysierte der Coach und ergänzte: „Die Aggressivität war der springende Punkt.“ Allofs ergänzte: „Wir haben kaum Torchancen herausgespielt, dann verliert man eben so ein Spitzenspiel.“ Ganz anders das Slomka-Team. Klug und umsichtig dirigiert vom Brasilianer Lincoln, erarbeiteten sich die Gäste immer wieder gute Torgelegenheiten, wobei die Bremer
Hintermannschaft oftmals nicht gut aussah.
So hätte allein Lövenkrands bei zwei weiteren guten Einschussmöglichkeiten weit früher für eine Vorentscheidung sorgen können. In der 39. Minute zwang er Bremens Torhüter Andreas Reinke mit einem Distanzschuss zu einer Glanzparade, neun Minuten nach Wiederbeginn konnte ihn erst in letzter Sekunde der Brasilianer Naldo stoppen. Insbesondere nach dem Seitenwechsel hatten die Bremer kaum noch etwas entgegenzusetzen, auch weil die Nationalspieler Tim Borowski und Miroslav Klose weit unter Form spielten und kaum in Erscheinung traten. Schaaf versuchte, auf das konfuse Spiel seiner Profis noch einmal zu reagieren, doch auch ein Dreifach-Wechsel in der 64. Minute brachte keinen Erfolg.
Insgesamt allerdings stand diese vorentscheidende Begegnung, die in 84 Ländern live übertragen wurde, nur selten auf hohem Niveau. Wenn überhaupt, waren es die Gäste aus Westdeutschland, die zumindest phasenweise spielerischen Glanz verbreiten konnten. Erst in der Schlussviertelstunde wurden auch die Aktionen der Schalker fehlerhafter und durchschaubarer, doch zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung zu Gunsten der Westdeutschen praktisch schon gefallen.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 21 | 32 | 46 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 21 | 35 | 44 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 21 | 22 | 43 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 21 | 18 | 41 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 21 | -1 | 33 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 21 | 0 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
Hamburger SV | 21 | -8 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 21 | -2 | 25 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Köln | 21 | -12 | 24 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 21 | -6 | 23 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 21 | -12 | 22 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 21 | -11 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 21 | -11 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 21 | -14 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |