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2:0 in Wolfsburg : Frankfurt kostet die Demütigung aus

  • -Aktualisiert am

Im Land des Lächelns: Aigner und vor allem Inui freuen sich über den Frankfurter Sieg Bild: dpa

Zwei frühe Tore und ein Platzverweis für Josue machen es der Eintracht leicht beim Gastspiel in Wolfsburg. Die Frankfurter gewinnen mit 2:0 und springen vorerst auf Platz drei der Bundesliga.

          Die Demütigung der Hausherren bereitete ihnen große Freude. Genüsslich passten sich die Spieler von Eintracht Frankfurt die Bälle zu. Ihr 2:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg war aus zwei Gründen früh besiegelt und nie gefährdet.

          Der Brasilianer Josué hatte das Spielfeld nach nur 16 Minuten wegen einer Roten Karte verlassen müssen und bescherte den Wolfsburgern damit eine folgenschwere Unterzahl. Außerdem waren die Frankfurter bei ihren Treffern durch Alexander Meier (12. Minute) und Takashi Inui (18.) deutlich geschickter und gedankenschneller als ihr Rivale. Bei beiden Toren zeigte sich der Wolfsburger Innenverteidiger Simon Kjaer überfordert und griff zu zögerlich beziehungsweise gar nicht ein.

          Die frühen Gegentore und der Platzverweis gegen den übermotivierten Josué hatten dafür gesorgt, dass die Niedersachsen vor 26.452 Zuschauern einen weitgehend konfusen Auftritt ablieferten. Immer wieder waren die entnervten VfL-Profis damit beschäftigt, sich auf Debatten mit Schiedsrichter Peter Gagelmann einzulassen.

          Aber das harte Durchgreifen des Referees in der 16. Minute war berechtigt. Josué hatte sich im Rahmen eines Zweikampfs mit dem Frankfurter Stürmer Olivier Occéan einen rücksichtslosen Tritt in dessen Unterleib erlaubt. Die Art und Weise, mit der der Brasilianer eine Verletzung seines Gegenüber in Kauf nahm, verdiente eine Rote Karte. In Unterzahl und voller Ärger verloren die Wolfsburger jegliche Ruhe. Ein kontrollierter Spielaufbau war danach nur noch bedingt zu erkennen.

          Bitte nicht: Schiedsrichter Gagelmann schickt Josue dennoch vom Platz

          Wie man seinen Gegner gekonnt und lässig aushebelt, führten die Frankfurter vor. Mit dem überragenden Pirmin Schwegler als Dirigenten vor der Abwehr konnte sich das Eintracht-Team auf einen ebenso souveränen wie klugen Kapitän verlassen. Mit zwei Freistoßvorlagen hatte der Schweizer die Frankfurter Tore vorbereitet.

          Die Spielfreude der Frankfurter und die frechen Dribblings des Japaners Inui waren ein eindeutiger Beleg dafür, warum die Eintracht in dieser Saison sogar zur Spitzengruppe der Liga gehört. Das Team von Trainer Armin Veh überzeugt mit taktischen reifen Auftritten und einer Spielfreude, die landesweit aufhorchen lässt. Während die Frankfurter munter kombinierten und einen deutlich höheren Sieg verpassten, rieb sich das VfL-Team in vielen von Frust geprägten Debatten mit Schiedsrichter Gagelmann auf.

          Bilderstrecke

          VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 0:2 (0:2)

          VfL Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer, Schäfer - Polak (74. Madlung), Josué - Hasebe (63. Kahlenberg), Diego, Vieirinha (85. Jönsson) - Dost
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Butscher, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner (77. Matmour), Meier, Inui (81. Celozzi) - Occean (87. Lanig)
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 26 452
          Tore: 0:1 Meier (12.), 0:2 Inui (18.)
          Gelbe Karten: Diego (1), Naldo (5) / Inui (4)
          Rote Karten: Josué (16./grobes Foulspiel) / -

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