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2:0 in Stuttgart : Werder Bremen nähert sich der Spitze

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Ätsch! der unnachahmliche Pizarro trifft auch gegen Stuttgart und schließt zum Toptorjäger Kießling auf Bild: dpa

Werder Bremen kämpft sich Platz für Platz nach vorne in der Fußball-Bundesliga. Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart stehen die Bremer nun auf Rang vier. Im Schwabenland ist der Saison-Neustart indes abrupt abgebremst worden.

          1500 Spiele in der Bundesliga - das haben nur vier Fußballklubs in Deutschland bislang geschafft. Für den VfB Stuttgart ist die Jubiläumspartie am Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit allerdings kräftig misslungen, so dass sich die Unruhe verschärfen wird bei den im ersten Saisonabschnitt maßlos enttäuschenden Schwaben, die ihren Weg als Topteam dieser Liga noch nicht gefunden haben. Die 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen mit Toren von Pizarro (3. Minute) und Hunt (51.) bedeutet einen gewaltigen Rückschritt.

          Der temperamentvolle Start der Partie wies auf den Druck beider Mannschaften hin, den eigenen hohen Ambitionen gerecht zu werden. Im Fall der Stuttgarter ist das bislang in keiner Weise gelungen, so goutierten es die meisten der 42.000 Zuschauer in der Heimstätte des VfB, als der zum deutschen Nationalstürmer aufgestiegene Cacau gleich in der ersten Minute auf den Bremer Torwart Wiese zustürmte, einen Schuss absetzte, allerdings an dessen guter Reaktionsfähigkeit scheiterte.

          Bremen wie im Trainingsspiel

          Eigentlich ein toller Einstand - nur dumm, dass der Gegner mehr oder minder im Gegenzug eiskalt zum 1:0 vollendete. Auf leichteste Weise wie in einem Trainingsspiel setzte sich der Bremer Marin links selbst gegen zwei Stuttgarter durch, zirkelte eine astreine Flanke auf den Kopf von Pizarro, der zu seinem fünften Saisontreffer kam. Somit war der Trend für die Partie vorgegeben: Die fortan noch selbstbewussteren Bremer, die bisher in der Saison nur ein Pflichtspiel verloren hatten, übernahmen das Kommando - die sowieso schon verunsicherten Stuttgarter wurden noch fahriger. Ein Zeichen für den derzeit sehr schwierigen Prozess der Selbstfindung beim VfB war die Auswechselung des jungen, völlig überforderten Linksverteidigers Celozzi noch vor der Pause, den Teamchef Babbel hoffnungsvoll gebracht hatte. Für den Deutsch-Italiener kam der angeschlagene Träsch ins Spiel.

          Die Führung: Claudio Pizarro trifft per Kopfball zum 1:0. Jens Lehmann ist machtlos

          Sorgenfrei spulten die Bremer wie in besten Zeiten ihr Offensivprogramm wohlkalkuliert herunter. Diesem Vorwärtsdrang wurde auch nichts von den Stuttgartern entgegengesetzt. In der 21. Minute wäre Özil fast das 2:0 gelungen, doch der gewitzte Mittelfeldstratege von Werder scheiterte freistehend am gut aufgelegten Stuttgarter Torwart-Dino Lehmann. Ihn hatte Babbel vor der Partie nochmals eingeschworen, doch sein zuletzt allzu provokantes Verhalten auf dem Platz zu unterlassen. „Er muss sich hitzige und unüberlegte Aktionen verkneifen“, sagte Babbel und konnte wenigstens hier Besserung konstatieren.

          Es läuft wieder rund - nur bei Werder

          Lehmann hielt, was zu halten war und blieb für seine Verhältnisse relativ gelassen. Ansonsten musste die Stuttgarter Elf schnell nach der Pause schon den nächsten Tiefschlag hinnehmen, als Özil von der linken Auslinie den Ball kunstfertig zum in der Mitte heranstürmenden Kollegen Hunt hob, der kaltschnäuzig Lehmann überwand und seinen vierten Saisontreffer erzielte. Spätestens da schwanden die letzten Hoffnungen beim Heimteam, dass sich zwar im Verlauf etwas aufbäumte, aber dennoch einen traurigen Eindruck hinterließ: unsicher, schlafmützig, leidenschaftslos, unpräzise.

          Einziger Lichtblick blieb auch in der zweiten Hälfte Cacau, der aber keine Initialzündung herbeiführen konnte. Die Einwechslung seines anfangs unberücksichtigten Sturmpartners Pogrebnjak (für Schieber) führte ebenfalls ins Leere - wie die einzige, einigermaßen gefährliche VfB-Torchance nach der Pause durch Khedira (76.). So erfreuten sich die Bremer eines überaus angenehmen Sonntagnachmittags. Für sie gilt im Gegensatz zu Stuttgart: es läuft es wieder rund. (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Der 8. Bundesliga-Spieltag)

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