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2:0 in Stuttgart : Die Bayern nehmen die Einladung an

Der Sieger heißt Bayern München: Torschütze Mario Mandzukic weiß es Bild: dpa

Der VfB Stuttgart wehrt sich geschickt gegen die Bayern. Aber dann leitet Christian Molinaro unfreiwillig die Niederlage ein. Nur Robben und Gomez sind bei den Bayern nicht ganz glücklich.

          Vor der Reise nach Stuttgart bezeichnete Bayern-Torwart Manuel Neuer den VfB als „Wundertüte in dieser Saison“. Heraus aus der Wundertüte kam am Sonntagabend ein Geschenk für den FC Bayern, der mit seinem 2:0-Erfolg seinen Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Bayer Leverkusen auf elf Punkte vergrößerte. Nach einer ersten Halbzeit, in der die Stuttgarter der Führung durch einen Pfostenkopfball von Martin Harnik näher gekommen waren als die Bayern, half dem Favoriten nach 50 Minuten ein missglückter Rückpass des VfB-Verteidigers Cristian Molinaro, um das Spiel in den Griff zu bekommen.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Mario Mandzukic erlief den Ball und schob ihn zu seinem zwölften Saisontreffer ins leere Tor. Thomas Müller entschied die Partie nach 72 Minuten auf Vorlage von Mandzukic. Damit haben die Bayern die letzten acht „Südderbys“ gegen die Schwaben gewonnen.

          Gomez auf der Bank

          „Das ist ein Klassiker, eine emotional immer aufgeladene Partie. Wir müssen uns steigern - und das werden wir auch“, hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes versprochen und auf dieselbe Startelf gesetzt wie eine Woche zuvor gegen Greuther Fürth (2:0). „Im Moment ändert man ganz wenig“, so Heynckes. Erst mit Beginn der englischen Wochen Mitte Februar sei „es klar, dass ich dann wieder rotieren werde“.

          Vorbei am Torwart, rein ins Tor: Mandzukic trifft gegen Ulreich
          Vorbei am Torwart, rein ins Tor: Mandzukic trifft gegen Ulreich : Bild: REUTERS

          Das bedeutete, dass Mario Gomez abermals zunächst nur auf der Bank saß - obwohl er in „Südderbys“ immer besonders torhungrig ist. Beim letzten Heimsieg der Stuttgarter gegen die Bayern, 3:1 im November 2007, hatte er zweimal getroffen - und dann nach seinem Wechsel nach München neunmal in den letzten sechs Partien gegen Stuttgart. Dennoch setzte Heynckes auf Mandzukic, den Doppeltorschützen gegen Fürth, und lag richtig.

          Der Kroate habe „gut gespielt in der Vorbereitung, Tore erzielt, sich gut präsentiert. Dann ist klar, dass ein Trainer ihn erstmal spielen lässt. Das ist das Gesetz in einer Fußball-Mannschaft“, so Heynckes. „Da ergibt sich dann eine Dynamik.“

          VfB gut vorbereitet

          Eine Dynamik, die sich dann im Spiel seiner Mannschaft zunächst nicht ergab. Es dauerte zehn Minuten bis zum ersten halbwegs gefährlichen Torschuss der Bayern, doch der Versuch von Franck Ribéry aus 17 Metern wurde von William Kvist, nach Verletzung ins defensive Mittelfeld der Stuttgarter zurückgekehrt, zur Ecke abgeblockt. Nach deren Ausführung verfehlte Dantes Kopfball das Tor knapp.

          Näher kamen sie dem Ziel auch nicht mehr bis zur Pause. Und nach 22 Minuten zeigten die Bayern, warum sie seit fast zwei Jahren kein Tor mehr durch einen direkten Freistoß erzielt haben: David Alaba schaufelte den Ball aus guter Position in der Flughöhe eines Football-Feldtores über das Fußballtor.

          Beste Torchance für den VfB: Harnik bringt den Ball noch aufs Tor
          Beste Torchance für den VfB: Harnik bringt den Ball noch aufs Tor : Bild: dpa

          Die Stuttgarter wirkten gut vorbereitet. Meist verteidigten sie tief in ihrer eigenen Hälfte, dann aber überraschend auch einige Male mit Pressing in der gegnerischen Hälfte. Und erwischten die Bayern-Abwehr fast auf dem falschen Fuß, als Shinji Okazaki mit einem scharfen Aufsetzer das Tor knapp verfehlte (28.). Noch gefährlicher für Neuer wurde es, als Martin Harnik aus spitzem Winkel an den Pfosten köpfte (34.). Von dort sprang der Ball aus kurzer Entfernung ans Bein des Bayern-Torhüters, aber nicht ins Tor.

          Bayern hatten Kontrolle

          Fünfzig Minuten lang wirkten die Stuttgarter deutlich konkurrenzfähiger als beim 1:6 im September in München. Doch dann schlugen sie sich selbst. Nach einem zu lang geratenen Steilpass von Philipp Lahm schien der Ball sicher bei den Stuttgartern. Außenverteidiger Cristian Molinaro setzte zu einem Rückpass auf Torwart Sven Ulreich an, tat das aber so überheblich mit dem Außenrist, dass ihm Ballkontakt zu schwach geriet. Mandzukic erreichte den Ball vor dem herausstürzenden Ulreich, umkurvte ihn mühelos und schob den Ball ins leere Tor.

          Die Bayern hatten die Kontrolle über das Spiel auf dem Tablett serviert bekommen: Toni Kroos wurde im letzten Moment von Georg Niedermeier am Torschuss gehindert und forderte so vehement Elfmeter, dass er verwarnt wurde (59.). Mandzukic scheiterte mit einem Kopfball an Ulreich (63.). Und dann fand der Kroate am rechten Flügel genug Zeit, um mit seinem Zuspiel an den Fünfmeterraum genau den Moment abzupassen, in dem der heranstürmende Müller die Fußspitze heranbringen und das 2:0 erzielen konnte. Die Stuttgarter bemühten sich immer noch um ein Aufbäumen - das aber mit Harniks Gelb-Roter Karte nach einem Foul an Ribéry zehn Minuten vor Ende endgültig vorbei war.

          VfB Stuttgart - Bayern München 0:2 (0:0)

          VfB Stuttgart: Ulreich - Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner - Harnik, Okazaki (64. Holzhauser), Traoré (64. Torun) - Ibisevic
          Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry (88. Shaqiri) - Mandzukic (89. Gomez)
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) - Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Mandzukic (50.), 0:2 Müller (72.)
          Gelbe Karten: Kvist (3), Rüdiger (2) / Kroos (2)
          Gelb-Rote Karten: Harnik (80./wiederholtes Foulspiel) / -

          Quelle: dpa.

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