03.02.2012 · Der Meister behält in Nürnberg beim „Kältegipfel“ kühlen Kopf und siegt 2:0. Kehl und Barrios treffen für die Dortmunder, die sich an die Spitze setzen. Klopps Adrenalinspiegel steigt dennoch gefährlich an.
Von Roland Zorn, NürnbergZumindest für ein paar Stunden ist der deutsche Fußballmeister wieder mal dahin zurückgekehrt, wo ihn viele Fans auch zum Saisonende erwarten: an die Spitze der Bundesligatabelle. Allerdings musste sich Borussia Dortmund am Freitagabend beim 1. FC Nürnberg gewaltig strecken, um auch zum vierzehnten Mal nacheinander in der Liga ungeschlagen zu bleiben.
Der BVB siegte nach einer vor allem im ersten Durchgang hochklassigen, danach nur noch ordentlichen Partie beim abstiegsbedrohten „Club“ durch Treffer von Mannschaftskapitän Sebastian Kehl (48. Minute) und das erste Saisontor des lange verletzten und hinter Robert Lewandowski zurückgefallenen paraguayischen Stürmers Lucas Barrios (82.) 2:0.
Spielführer Kehl war neben Innenverteidiger Mats Hummels auch der beste Dortmunder an diesem eisigen Abend. Die Nürnberger machten ihrem Anhang trotz der Niederlage Mut, in den kommenden Wochen aus der Gefahrenzone herauskommen zu können. In den ersten zwanzig Minuten bestimmten sie das Spiel und hätten in dieser Phase leicht in Führung gehen können.
„Minus acht Grad, minus zehn Grad, minus zwölf Grad: mir wurscht.“ Derart wetterfest hatte sich der Nürnberger Trainer Dieter Hecking vor diesem zum „Kältegipfel“ erhobenen Spiel geäußert. Wie der Herr so’s G’scherr: Auch die „Club“-Mannschaft ließ sich von elf Grad minus beim Anpfiff nicht die Spur beeindrucken. Zwanzig Minuten lang heizte sie dem BVB derart ein, dass der Meister ins Schwitzen kam.
Vor allem, wenn der tschechische Winterzugang Hlousek zu seinen Flanken und Eckbällen von links ansetzte, boten sich günstige Gelegenheiten für die Franken, die Maroh (10.), Eigler (11.) und Pekhart (18./19.) aber allesamt vergaben. Erst nach zwanzig Minuten fanden die Dortmunder in dieses packende Duell und wunderten sich bei Halbzeit wie die Nürnberger, warum sie noch nicht getroffen hatten.
Der Pole Lewandowski und der Japaner Kagawa vor allem wirbelten nun den „Club“ zusehends durcheinander. Doch der Mittelstürmer (21./28.) und der Spielmacher (36.) wollten es vis à vis Torwart Schäfer fast zu schön machen und scheiterten dabei wie auch Großkreutz (26.).
Die Partie war so aufregend, dass auch beim Borussen-Trainer Jürgen Klopp, der in dieser Woche gemeinsam mit Sportdirektor Michael Zorc seine vertragliche Beziehung mit den Westfalen bis 2016 verlängert hat, der Adrenalinspiegel gefährlich stieg.
Einmal legte sich der Meistertrainer sogar von Bank zu Bank mit dem Kollegen Hecking an, so dass Schiedsrichter Meyer schlichtend eingreifen musste. Klopps Zorn war nicht ganz unverständlich, hatte doch der Nürnberger Didavi die Borussen Bender (er musste danach durch Leitner ersetzt werden) und Blaszczykowski rüde gefoult.
Nach der Pause war zuerst der Chef und Anführer der jugendlich-beschwingten BVB-Rasselbande gefordert: Sebastian Kehl, sonst eher im Hinterland des Spiels bei Aufräumarbeiten gefordert, ging mit allerbestem Beispiel voran und erzielte nach Leitners raumöffnender Vorlage und Piszczeks genauem Rückpass per Flachschuss das 1:0 für den Favoriten (48.).
Ein Tor, das auf die Stimmung der Nürnberger Fans in dem mit 46.000 Zuschauern gut gefüllten Stadion ebenso drückte wie auf die Spiellaune des „Clubs“. Da auch die Borussia nach dem Führungstreffer nicht mehr mit dem Temperament wie in Teil zwei der ersten Halbzeit stürmte, fror die Begegnung den Temperaturen gemäß ein wenig ein.
Eine Schlusspointe hielt das nun vom BVB kontrollierte Spiel dann doch noch parat: Lucas Barrios, lange verletzt und lange frustriert, schoss seinen ersten Saisontreffer (82.), und alle Borussen feierten ihren Stürmerstar der Vorsaison von Herzen.
1. FC Nürnberg: Schäfer - Feulner, Maroh (80. Bunjaku), Wollscheid, Hlousek - Simons, Cohen (80. Chandler) - Hegeler, Didavi, Eigler (59. Esswein) - Pekhart
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (22. Leitner), Kehl - Blaszczykowski (88. Gündogan), Kagawa, Großkreutz - Lewandowski (72. Barrios)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 45.572
Tore: 0:1 Kehl (48.), 0:2 Barrios (82.)
Gelbe Karten: Feulner (6) / -
Die Fragen der Umfrage sind falsch gestellt
Paul Banaschak (paul.banaschak)
- 04.02.2012, 08:07 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |