29.11.2008 · Der FC Bayern München hat seine Aufholjagd fortgesetzt und im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga bei Bayer Leverkusen mit 2:0 gewonnen. Luca Toni und Miroslav Klose erzielten die Tore.
Von Peter Heß, LeverkusenBayern München kann seine Mission Herbstmeisterschaft noch erfüllen. Der Rekordmeister hat den ersten Teil seiner Aufgabe mit Bravour bewältigt. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann besiegte am Samstag Bayer Leverkusen in der BayArena 2:0 und setzte sich am 15. Spieltag erstmals in dieser Saison in der Tabelle über die Werksmannschaft hinweg. Am kommenden Freitag kommt es zum Endspiel um die Halbzeitführung der Bundesliga gegen Spitzenreiter Hoffenheim.
„Die Jungs haben Spaß und sind fit. Wir können noch einen Gang höher schalten und wollen Herbstmeister werden“, sagte Klinsmann auch an die Adresse des nächsten Gegners. Bayern-Manager Uli Hoeneß lobte die „Geschlossenheit und spielerische Brillanz“ des Münchner Teams. In der Form von Leverkusen können die Bayern voller Selbstbewusstsein antreten. Auch als die Leverkusener in der ersten Halbzeit mit hohem Aufwand demonstrierten, warum sie in dieser Spielzeit so weit oben mitspielen, gerieten die Münchner kaum einmal in Not. Sie verdienten sich das 0:0 zur Pause. Als Bayer dann ein wenig nachließ, schlug Bayern unbarmherzig zu: Toni (59. Minute) und Klose (82.) erzielten die Tore zum hochverdienten 2:0- Erfolg. Leverkusen verlor nach dem Rückstand den Glauben an sich und machte nicht den Eindruck, dass es gefestigt genug ist, auf Dauer an der Spitze zu bleiben. „Wir haben schon nach 25 Minuten das Kräftemessen verloren. Zu viele meiner Spieler haben zu diesem Zeitpunkt die Rückwärtsbewegung eingelegt. Wir hatten nicht den Mut“, resümierte Bayer-Trainer Bruno Labbadia.
Wenn bei Bayern etwas ging, dann über links
In der ersten Halbzeit war noch kein Trend erkennbar gewesen. Völlig ausgeglichen verliefen die ersten 45 Minuten. Die Bayer- und Bayernprofis spielten, arbeiteten und rannten höchst motiviert, unterhielten dabei das Publikum recht gut, aber zum Genuss wurde das Zuschauen nur in wenigen Momenten. Wie das im Fußball nun mal so ist - zerstören ist einfacher als aufbauen, und so gingen meist die Verteidiger als Sieger aus den Zweikämpfen hervor.
Bei den Leverkusenern waren fast alle Offensivkräfte beteiligt, wenn es mal gefährlich wurde. Da waren die Bayern viel leichter auszurechnen - wenn etwas ging, dann über links, wenn etwas ging, dann über Ribéry. Obwohl der monothematische Ansatz der Münchner keine Neuheit darstellt und auch auf der Baustelle der BayArena für jeden erkennbar war, die Kreise des Franzosen waren einfach nicht zu stören. Im Zusammenspiel mit Lahm und Klose bereitete er alle Tormöglichkeiten der Bayern vor. Vor allem Schweinsteiger erhielt die Gelegenheiten, das 1:0 zu erzielen, doch der Nationalspieler verzog seine Schüsse knapp oder scheiterte am Leverkusener Torwart Adler. Bayer kam der Führung in der ersten Halbzeit näher als die Bayern. Nach einer Ecke setzte Henrique einen Kopfball auf die Münchner Torlatte.
Leverkusens Laufwerk geriet ins Stocken
Zu Beginn der zweiten Halbzeit neigte sich dann die Waage langsam zugunsten des Rekordmeisters. Den Leverkusenern gelang es nicht mehr, die hohe Laufbereitschaft und Konzentration aufzubringen, die sie zuvor befähigt hatte, viele Bayern-Angriffe schon im Ansatz zu stören. Die Münchner verlagerten das Spiel häufiger und länger in die Leverkusener Spielhälfte - man konnte es nicht anders ausdrücken, sie erlangten die Kontrolle. Es dauerte nur bis zur 59. Minute, bis die neuen Verhältnisse sich auch im Resultat ausdrückten. Zé Robertos Flanke köpfte Luca Toni ohne Umschweife zum 1:0 ins Netz. Ausgerechnet Toni, der bis dahin kaum an den Münchner Aktionen beteiligt gewesen war.
Der Rückstand wirkte auf Bayer, als hätte man eine von vier Batterien aus einem Kassettenrekorder genommen. Das Laufwerk geriet ins Stocken. Zehn Minuten lang sahen sich die Bayern mit an, wie die Gegner verzagten. Dann suchten sie selbst die Entscheidung. Borowski hätte fast mit seiner ersten Ballberührung das 2:0 geköpft, er war in der 73. Minute für Toni ins Spiel gekommen. Auch Ribéry und Klose verpassten wenig später ihre Torchancen. Doch dann entschied in der 82. Minute Klose im nächsten Versuch die einseitig gewordene Partie. Und Leverkusen? Als es aussichtslos war, stemmte sich die Mannschaft noch mal gegen die Niederlage. Setzte den Rekordmeister in den letzten acht Minuten noch mal unter Druck. Zuvor hatte lediglich Castro eine echte Torchance besessen und vergeben. Viel zu wenig, um mildernde Umstände für sich zu reklamieren: Bayer fehlt auch in dieser Saison einiges zur absoluten Spitzenmannschaft.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |