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2:0 in Kaiserslautern Die Rückkehr des Alphatiers Ballack

18.11.2011 ·  Michael Ballack präsentiert sich als Anführer mit Maske: Beim 2:0 in Kaiserslautern trifft er gegen seinen ehemaligen Klub und spricht Klartext.

Von Roland Zorn, Kaiserslautern
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© dpa Torschützen unter sich: Ballack (r.) und Sam lassen sich feiern

Die Magie des Betzenbergs bezaubert ihn noch immer. „Das sind Abende, die saugt man auf“, sagte Michael Ballack nach dem hart erarbeiteten 2:0-Erfolg von Bayer Leverkusen beim 1.FC Kaiserslautern. „Das ist ein besonderes Stadion, in dem für mich alles begann.“ Wo von 1997 bis 1999 das sächsische Talent zu einem Profi mit großer Perspektive reifte, schlug der Fußball-Weltstar am Freitagabend wieder einmal zu.

Sein Treffer zum 1:0 (54. Minute), ein haltbarer Distanzschuss, der Torwart Kevin Trapp über die Finger flutschte, war schon das achte Tor, das Ballack gegen den FCK erzielte. Auch Sidney Sam, der zum 2:0 (70.) traf, blüht im Fritz-Walter-Stadion immer wieder auf. In den beiden Jahren, in denen er für die „Roten Teufel“ stürmte, war der wendige Dribbler während der Aufstiegsspielzeit 2009/10 einer der gefeierten Helden, danach wechselte er zur Werkself ins Rheinland. Jedes Mal, wenn der 23 Jahre alte Sam dem FCK seitdem begegnete, traf er bisher und kam dabei auf vier Tore.

So gut Sam auch gespielt hatte, im Blickpunkt stand wieder einmal Boss Ballack. Weil er aufs Neue Vorkämpfer, Vordenker und Vorbild seiner Kollegen war. Am Ende einer Woche, in der er seinen Abschied aus Leverkusen zum Saisonende angekündigt hat, bewies der 1,89 Meter lange Athlet wie so oft in den vergangenen Wochen seine Extraklasse. „Der Vertrag läuft aus“, sagte der Fünfunddreißigjährige in Kaiserslautern, „und ich habe keine einfachen Wochen hinter mir. Da ist es normal, dass man sich Gedanken macht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass für mich Schluss sein muss in der Bundesliga.

Wichtig ist, dass ich gesund bleibe und weiter Spaß am Fußball habe. Wenn nichts weh tut, werde ich sicher noch ein Jahr dranhängen.“ Wo, das ist die Frage. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sagte dazu am Freitag gegenüber dem Fernsehsender Sky: „Im Moment gehen wir davon aus, dass es im Sommer vorbei ist.“

Wieder im Fokus

Schade für Bayer, erfreut sich Ballack momentan doch seines x-ten Frühlings. Mitteilsam wie lange nicht, erzählte der von Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalmannschaft hinauskomplimentierte „Capitano“ von seiner „schwierigen Zeit“ in diesem Spätsommer, nach Monaten, in denen er sich mühsam von zwei schweren Verletzungen erholt hatte. „Es gibt mal gute und mal schlechte Zeiten. Da wird man nicht immer fair behandelt. Aber ob fair oder unfair, man muss da durch und das machen, wofür man bezahlt wird. Die Anerkennung kommt dann wieder mit dem Erfolg. Doch ich meine, dass man auch dann, wenn man über Jahre was gebracht hat und mal nicht so im Fokus steht, einen gewissen Respekt verdient.“

Ballack hat unter den Umständen seiner kalten Verabschiedung durch den Bundestrainer gelitten, und es konnte ihm auch nicht gefallen, dass ihn sein neuer Vereinstrainer Robin Dutt nicht gerade überschwänglich begrüßt hat. Doch nun steht Ballack wieder im Fokus, nun sagt Dutt über ihn: „Michael geht seit Wochen und Monaten mit guten Leistungen voran, er lebt den Erfolgswillen vor.“

Dutt schätzt, dass ihm Ballack einen Teil des Bayer-Aufbauwerks abnimmt. Kurz bevor Leverkusen am Mittwoch in der Champions League gegen Ballacks alten Klub FC Chelsea spielt und bei einem Erfolg dem Erreichen des Achtelfinales sehr nah sein kann, hat der Leverkusener Anführer seine Mannschaftskameraden aufzurütteln versucht.

Der inkonstanten Leistungen dieser Saison überdrüssig, rief Ballack seine Mitspieler dazu auf, sich mehr aneinander zu reiben. „Es ist mir egal, wie das ankam“, sagte er dazu am Freitag. „Ich hoffe, es kam nicht gut an. Reibungen sind genau das, was wir brauchen. Nur dann geht’s nach vorn. Immer einer Meinung zu sein bringt nichts.“

1. FC Kaiserslautern - Bayer Leverkusen 0:2 (0:0)

1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Abel, Bugera - Kirch (62. Shechter), Petsos (76. Sukuta-Pasu) - Sahan (76. Nemec), Tiffert, Fortounis - Kouemaha
Bayer Leverkusen: Leno - Schwaab, Friedrich, Toprak, Kadlec - Bender, Reinartz (77. Rolfes) - Castro (90. Oczipka), Ballack, Sam - Kießling (88. Derdiyok)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 42 245
Tore: 0:1 Ballack (53.), 0:2 Sam (70.)
Gelbe Karten: Dick (5) / Castro (1)

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