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2:0 in Cottbus Zu zehnt treffen die Schalker

01.11.2008 ·  Nachdem Orlando Engelaar wegen einer Unbeherrschtheit gegenüber dem Linienrichter des Feldes verwiesen war, überwand Schalke den Cottbusser Abwehrriegel: Westermann und Farfan sicherten in der Schlussphase den wichtigen Auswärtssieg.

Von Matthias Wolf, Cottbus
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Der Blick auf die Tabelle ließ ja schon Zweifel vor dem Spiel des FC Energie Cottbus gegen Schalke 04 aufkommen. Schlechtester Sturm gegen beste Abwehr - was sollte dabei schon herauskommen? Eine über weite Strecken unansehnliche Begegnung, deren unrühmlicher Höhepunkt aus Schalker Sicht ein Platzverweis für Orlando Engelaar war. Er zeigte dem Schiedsrichter-Assistenten Norbert Grudzinski, der nach einem Duell mit Rivic auf Foul von ihm entschieden hatte, den Vogel (51.).

Irgendwie seltsam, dass diese Szene noch für ein Happy End sorgte. Denn danach kam mehr Pepp in die Partie - und es spricht für die Königsblauen, dass sie sich nicht einigelten. Trainer Fred Rutten gab das Signal dazu, indem er trotz Unterzahl mit Jefferson Farfan noch einen Torjäger brachte. Er war es, der den letztlich verdienten Sieg einleitete. Seinen Freistoßball köpfte Heiko Westermann ein (79. Minute). Später traf Farfan noch selbst vom Elfmeterpunkt zum 2:0-Endstand. „Wir wären hier auch mit zehn Spielern nicht mit einem Punkt zufrieden gewesen. Wir haben sehr gut auf die Rote Karte reagiert. Wir haben das Tempo erhöht und sind weiter ein hohes Risiko mit drei Stürmern gegangen“, sagte Rutten.

„Stadion der Gastfreundschaft“?

Aus Cottbuser Sicht sollte man langsam über eine Umbenennung der Arena in „Stadion der Gastfreundschaft“ nachdenken, denn wieder gelang kein Heimsieg. Dabei hatte doch allein schon der Spielplan Hoffnung verbreitet. Exakt vor einem Jahr ging es Cottbus, damals noch ohne Sieg, ebenso elend wie heute - da kam Schalke als Aufbaugegner.

Das 1:0 bedeutete damals „eine Initialzündung“, wie sich Trainer Bojan Prasnikar erinnerte: „Wir sehnen uns alle nach einer Befreiung.“ Schiedsrichter war damals wie heute Michael Weiner. Das nährte die Hoffnung beim Tabellenletzten auf „ein Volksfest“, wie Kapitän Timo Rost erklärte.

Überraschend auf dem Feld: Shao und Streit

Beide Trainer überraschten und boten Spieler in der Offensive auf, die schon als abgeschrieben galten: Cottbus den Chinesen Shao, der blass blieb, und Schalke den völlig frustrierten Albert Streit, der zuletzt schon Wechselgelüste offenbarte. Ihm war es nach exakt einer halben Stunde auch vorbehalten, für den ersten prickelnden Moment zu sorgen. Nach Vorarbeit von Kuranyi drückte Streit den Ball über die Linie, wollte sich schon beim Jubeln sein Trikot über den Kopf ziehen - doch es war abseits.

Zwei Minuten später drosch Altintop den Ball übers Tor. Das war es in der ersten Hälfte mit erbauenden Szenen. Besonders Schalke enttäuschte lange. Offener und interessanter wurde das Spiel erst nach Engelaars Roter Karte. Vor allem die Cottbuser trauten sich endlich mal etwas. Der Rumäne Jula zwang Neuer (67.) mit einem Fernschuss zu einer Parade. Doch das glücklichere Ende hatten die mutigen Schalker - wieder einmal dank Westermann. Farfan sorgte per Strafstoß (Ziebig hatte an Kuranyi gezerrt), den er im Nachschuss verwandelte, sogar noch für das 2:0 (90.).

Energie Cottbus - Schalke 04 0:2 (0:0)
Cottbus: Tremmel - Pavicevic, Kukielka, Cagdas, Ziebig - Kurth, Rost - Rivic (83. Jelic), Skela - Shao (59. Jula), Sörensen (88. Vasiljevic). - Trainer: Prasnikar
Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Westermann, Kobiaschwili - Jones, Engelaar - Rakitic (68. Ernst) - Streit (88. Asamoah), Kuranyi, Altintop (61. Farfan). - Trainer: Rutten
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore: 0:1 Westermann (80.), 0:2 Farfan (90.)
Zuschauer: 16.640
Rote Karte: Engelaar wegen unsportlichen Verhaltens (52.)
Gelbe Karten: Rivic, Ziebig - Rafinha (4), Westermann, Ernst (2)
Bes. Vorkommnis: Tremmel hält Foulelfmeter von Farfan (90.)

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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