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2:0 gegen Wolfsburg Und Hannover ist doch in Form

 ·  Platz drei bis sechs wünscht sich 96-Präsident Kind von seinem Team. Der erste Schritt ist getan: Gegen zuletzt neun Wolfsburger hat Hannover das Spiel im Griff, tut sich aber unnötig lange schwer.

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© AFP Vergrößern Gesprächsbedarf: Hitziges Niedersachsenduell in Hannover

Dass der Präsident seinen Verein mit provokativen Sätzen überrascht, kommt in Hannover schon mal vor. Als Vereinsboss Martin Kind dieser Tage aber sagte, Hannover 96 sei gut für einen Rang zwischen drei und fünf in der Abschlusstabelle, kam vor allem Trainer Mirko Slomka allzu optimistisch vor. Slomka spricht von einem Europa-League-Platz als Saisonziel.

Dass mit den „Roten“ aus Niedersachsen in dieser Spielzeit wieder zu rechnen sein könnte, untermauerte die Elf mit einem 2:0-Auftaktsieg im Niedersachsen-Derby gegen den hoch gehandelten VfL Wolfsburg. Vor allem im ersten Durchgang sah man eine Hannoveraner Mannschaft mit Tempo und Spielwitz.

Im zweiten Durchgang ließ sie nach und kam erst in der 84. Minute zum beruhigenden 2:0 durch Szabolcs Huszti - ziemlich spät, denn Wolfsburg hatte nach Roter Karte gegen Maximilian Arnold und Gelbroter Karte gegen Timm Klose nur noch acht Feldspieler. So zitterte sich Hannover 96 zum ersten Saisonsieg.

Mit Abtasten hielt sich niemand lange auf. Anpfiff, und los ging es: es habe es keine Sommerpause gegeben, stürmten beide Mannschaften aufeinander los. So hatte der Wolfsburger Ja-Cheol Koo schon nach 80 Sekunden eine große Torchance, doch seinen Schuss aus zehn Metern wehrte der Torwart Ron-Robert Zieler ab. Schnell war klar, dass der VfL nur auf Diegos Ideen vertraute, während Hannover gut abstimmt wirkte und die Last des Spielaufbaus auf mehrere Schultern verteilte.

Die besten Szenen dabei hatte einer, bei dem lange gar nicht klar war, ob er in Hannover bleiben würde: Stürmer Mame Diouf, im Dauerflirt mit zahlungsstärkeren englischen Klubs, narrte die Wolfsburger Abwehr ein ums andere Mal. Beinahe wäre ihm auch die Führung geglückt, als er nach Sakais Flanke Diego Benaglio im Gehäuse des VfL anköpfte (9. Minute).

Der Führungstreffer gelang dann dem Comebacker des Tages: Leon Andreasen. 317 Tage nach seinem Kreuzbandriss stand der 30 Jahre alte Däne erstmals wieder in der Startelf. Er versüßte sich den Tag, als er Diego den Ball wegschnappte und nach Doppelpass mit Diouf trocken aus 16 Metern ins Wolfsburger Tor schoss (17. Minute).

Der VfL blieb leicht überlegen, aber Hannover spielte sehr aggressiv, attackierte früh und hatte zudem Glück, dass Schiedsrichter Felix Brych das Einsteigen Arnolds gegen Karim Haggui mit einem Platzverweis ahndete - das war in der 32. Minute eine harte Entscheidung. In Überzahl hatte Hannover noch einen Konter aus dem Lehrbuch zu bieten, den aber Huszti volley über das Tor schoss.

Nach der Pause ging es für Wolfsburg zunächst mit Koos Lattenschuss aussichtsreich, dann unvorteilhaft weiter, als Klose nach seinem zweiten gelbwürdigen Foul ebenfalls den sattgrünen Rasen verlassen musste. Wolfsburg blieb aufrecht und schrammte in Unterzahl am Ausgleich vorbei, ehe Huszti für klare Verhältnisse sorgte - das dürfte Trainer Dieter Hecking gefallen haben. Deutlich wurde, dass dem VfL ein torgefährlicher Stürmer fehlt und einer, der das Spiel hinter Diego ordnet. Schon klar, warum man gern Bayerns Luis Gustavo hätte.

Hannover 96 - VfL Wolfsburg 2:0 (1:0)

Hannover 96: Zieler - Sakai, Sané, Haggui, Pander - Stindl, Andreasen (73. Hoffmann) - Bittencourt (76. Schmiedebach), Prib (66. Schlaudraff), Huszti - Diouf
VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Naldo, Klose, Rodriguez - Koo (54. Knoche), Polak - Vieirinha (81. Sio), Diego, Arnold - Olic (66. Schäfer)
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 44.800
Tore: 1:0 Andreasen (17.), 2:0 Huszti (84.)
Gelbe Karten: Bittencourt (1), Huszti (1), Prib (1), Sané (1) / -
Gelb-Rote Karten: - / Klose (52./wiederholtes Foulspiel)
Rote Karten: - / Arnold (32./grobes Foulspiel)

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