28.01.2012 · Selten schön anzusehen, gelingt den Münchnern das Nötigste: Ein Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Der spielerische Glanz hat weiterhin Winterpause.
Von Christian Eichler, München„In einem anderen Gewand“ hatte Trainer Jupp Heynckes seine Mannschaft sehen wollen nach der Niederlage in Mönchengladbach. Doch es dauerte lang, bis der wie üblich in Rot gewandete FC Bayern München die vom Vorstandsvorsitzenden Karlheinz Rummenigge geforderte „sofortige Reaktion“ liefern konnte.
Durch einen Treffer von Mario Gomez in der 59. Minute und einen Konter in der Nachspielzeit, bei dem Robben den Ball ijns Tor beförderte, kam der Tabellenführer zu einem verdienten, aber sehr mühseligen 2:0-Sieg gegen das auswärtsschwächste Team der Bundesliga, den VfL Wolfsburg.
Die eher zahnlosen „Wölfe“ hatten mit 13 Niederlagen und einem Remis bei 14 Besuchen in München wie der ideale Aufbaugegner nach dem verkorksten Rückrundenstart ausgesehen. Doch die Bayern konnten die Defizite des dürftigen Gegners über weite Strecken kaum nutzen. Sie hatten zu sehr damit zu tun, ihren Rhythmus zu finden.
Gomez mit einem Abseitstor in der 7. Minute, Arjen Robben mit einer schwachen Hereingabe (9.), es waren die einzigen Auffälligkeiten in der Frühphase einer schwachen Partie. Den Bayern fehlte die gewohnte Präzision am Ball, auch Kapitän Philipp Lahm, der mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe Manuel Neuer in Schwierigkeiten brachte (12.) - Dejagah erwischte den Ball vor dem Bayern-Torwart, verzog aber aus spitzem Winkel. Gomez hätte nach 19 Minuten alles zum Guten wenden können, mit einem jener frühen Tore, die einem zagenden Team auf einen Schlag das nötige Selbstvertrauen geben können.
Ein Zuspiel von Bastian Schweinsteiger erreichte ihn, von den Wolfsburger vergeblich im Abseits geglaubt, völlig frei in zentraler Position sieben Meter vor dem Tor. Gomez hatte sogar Zeit, den Ball zu stoppen, erwischte ihn dann aber nicht mehr, so dass Torwart Benaglio klären konnte.
Ansonsten geriet die aufmerksame Defensive der Wolfsburger in der ersten Halbzeit immer nur durch den nimmermüden Franck Ribéry in Gefahr - und hatte Glück, dass Schiedsrichter Felix Zwayer ein Foulspiel von Rodriguez an dem Franzosen nicht mit Elfmeter ahndete.
Die Zuschauer pfiffen den Schiedsrichter aus, aber mehrfach auch das eigene Team. In der letzten Szene vor der Pause bot sich Mandzukic nach einer Schläfrigkeit der Bayern-Abwehr sogar die Chance zur unverdienten Wolfsburger Führungs, doch er wurde von Schweinsteiger geblockt.
In der zweiten Halbzeit spätestens wurde mehr und mehr deutlich, dass es kein Spiel sein würde, das die Bayern spielend gewinnen konnten. Es musste die gute alte Brechstange her, ein nicht erspieltes, sondern erzwungenes Tor. In der 59. Minute konnten sich die Wolfsburger, diesmal in Person des Japaners Hasebe, abermals nur durch ein Foul gegen Ribéry zu behelfen. Nach dem folgenden Freistoß entstand im Fünfmeterraum ein Getümmel, dessen Nutznießer Gomez hieß - der Ball fiel ihm vor die Füße, und diesmal hielt er sich nicht lange damit auf, ein abermaliges Verstolpern zu riskieren, und jagte ihn direkt ins Netz.
Eine bewährte Methode: Die Mehrzahl seiner nunmehr 17 Saisontore hat der Bayern-Torjäger mit dem ersten Ballkontakt erzielt. Die Spielkunst der Bayern tat sich weiter schwer, Ribéry vergab nach 79 Minuten die beste Konterchance zum 2:0. Doch der Einsatz stimmte, man wehrte sich in der ruppigen Schlussphase erfolgreich gegen das zaghafte Wolfsburger Aufbäumen.
Nach nur 43 Prozent gewonnenen Zweikämpfen in Gladbach, der schlechtesten Quote des Rekordmeisters seit zweieinhalb Jahren, hatte Heynckes verlangt, „dass die Mannschaft wieder mehr nach hinten arbeitet und robuster in die Zweikämpfe geht“. Und die Spieler aufgefordert, „über die Schmerzgrenze hinwegzugehen“. Das gelang - der erhoffte Befreiungsschlag war es noch nicht.
Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Robben, Müller (66. Luiz Gustavo), Ribéry (89. Alaba) - Gomez (75. Olic)
VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ, Felipe Lopes, Rodriguez - Chris (41. Koo) - Hasebe (82. Polter), Jiracek (66. Sio), Schäfer - Dejagah - Mandzukic
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (60.), 2:0 Robben (90.+2)
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 22 | 33 | 49 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 22 | 23 | 46 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bayern München | 22 | 35 | 45 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 22 | 22 | 44 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 22 | 1 | 36 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 22 | 3 | 34 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 22 | 0 | 34 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 22 | -15 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 22 | 1 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 22 | -2 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
Hamburger SV | 22 | -10 | 26 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 22 | -11 | 25 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 22 | -6 | 24 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Köln | 22 | -13 | 24 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 22 | -12 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 22 | -12 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 22 | -17 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 22 | -20 | 18 | ![]() |