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2:0 gegen Stuttgart Münchner Peitschenknall

Der FC Bayern gewinnt mit einer besseren B-Elf mit 2:0 gegen Stuttgart. Müller und Gomez treffen für die nimmermüden Münchner gegen lange unbesiegte Schwaben.

© dpa Vergrößern Auch gegen den ehemaligen Klub erfolgreich: Mario Gomez schraubt an seiner Torquote

Vor dem Spiel gab es als traditionelles bayrisches Bonbon zum Saisonabschluss Blasmusik und Peitschenknall. Ein Paukenschlag war es danach nicht für die 69 000 Zuschauer in der Münchner Arena, dass sie drei Tage nach dem großen Triumph des FC Bayern in Madrid nur eine bessere B-Elf geboten bekamen. Das Aufgebot reichte für einen 2:0-Sieg im Laufsparmodus gegen den noch harmloseren VfB Stuttgart. Den ersten Treffer in der 32. Minute erzielte Mario Gomez, der einzige von den fürs Champions-League-Finale am 19. Mai spielberechtigten Bayern-Profis, den Trainer Jupp Heynckes in der Startelf aufgeboten hatte – damit Gomez weiter um die Torjägerkrone mitkämpfen kann. 45 Minuten reichten ihm für sein 26. Saisontor. In der Nachspielzeit war dann noch Thomas Müller bei einem Konter erfolgreich.

Auch dem Elfmeterhelden von Madrid, Manuel Neuer, gönnte Heynckes eine Pause. Dafür bekam Ersatzmann Jörg Butt seine Abschiedsvorstellung im Tor – er beendet im Mai seine Karriere und wird Chef der Nachwuchsabteilung des FC Bayern. Und Butt zeigte, dass auf ihn immer noch Verlass ist. Nur einmal war er machtlos, als Niedermeier schon nach vier Minuten frei vor ihm auftauchte, aber nur die Latte traf. Beim zweiten Lattentreffer der Stuttgarter nach 36 Minuten hatte Butt seine Finger im Spiel, als er Okazakis Kopfball ans Gebälk lenkte, worauf Gentner den Abpraller über das leere Tor köpfte. Und wenig später rettete er in einer 1:1-Situation gegen Ibisevic, nachdem Badstuber über den Ball getreten hatte.

FC Bayern München - VfB Stuttgart Diesmal ohne den längeren Atem: Ibisevic (M.) und der VfB müssen sich geschlagen geben © dpa Bilderstrecke 

Defensiv wie offensiv war es typischer Sommerfußball, es ging für beide Teams erkennbar um nichts mehr. Die wenigen motivierten Spieler waren unter den vielen unmotivierten leicht auszumachen, allen voran Gomez, der in der 4. und 30. Minute zweimal den Abschluss fand, aber zu ungenau schoss. Dann wurde er Profiteur der Unkonzentriertheit des Stuttgarter Aushilfsverteidigers Mata-Rodriguez, der einen zu kurzen Rückpass auf Torwart Ulreich spielte, und der Uneigennützigkeit von Thomas Müller, der den Ball erlief, das Tor aber dem Torjäger überließ.

Nach der Pause bekam Gomez hitzefrei, für ihn kam Alaba, der ebenso wie später Schweinsteiger und Robben einen Extra-Beifall der Zuschauer erhielt. Die drei Einwechslungen blieben neben einem Schnibbel-Schuss von Olic (79.), einer knapp verpassten Chance für Cacau im Gegenzug und einer Doppelchance von Robben und Müller (89.) die Höhepunkte einer langweiligen zweiten Halbzeit. In der Innenverteidigung mühte sich Anatoli Timoschtschuk als neue Behelfslösung, ohne erkennen zu lassen, wie er in drei Wochen den Sturm-Elefanten Didier Drogba vom FC Chelsea aufhalten soll. Der Ukrainer wird im Finale der Champions League wohl neben Boateng im Abwehrzentrum für den gesperrten Badstuber aushelfen müssen.

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Vielleicht gibt es aber doch noch den Hauch einer Hoffnung für Badstuber, Alaba, Gustavo und die drei gesperrten Chelsea-Spieler auf einen Einsatz. Die Delegation von Chelsea, die am Freitag die Bayern besucht hatte, um Formalitäten fürs Finale zu klären, brachte die Information mit, dass die internationale Spielergewerkschaft FIFPro eine entsprechende Amnestie bei der Europäischen Fußball-Union erwirken will. Wer die Entscheidungsstrukturen großer Verbände kennt, wird sich davon aber nicht allzu viel erwarten.

Bayern München - VfB Stuttgart 2:0 (1:0)

Bayern München: Butt - Rafinha, Timoschtschuk, Badstuber, Contento - Luiz Gustavo, Pranjic (74. Robben) - Usami (57. Schweinsteiger), Müller, Olic - Gomez (46. Alaba)
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Maza, Niedermeier, Molinaro - Kvist (46. Cacau), Gentner - Harnik (80. Traoré), Hajnal, Okazaki (64. Schieber) - Ibisevic
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne) - Zuschauer: 69 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (32.), 2:0 Müller (90.+2)
Gelbe Karten: Rafinha (7) / Niedermeier (5)
 

Quelle: dpa

 
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