29.10.2008 · Nicht unbedingt besser, aber zielstrebiger als der VfB Stuttgart spielte der Hamburger SV - und korrigierte damit teilweise den schlechten Eindruck, den die Mannschaft zuletzt in Hoffenheim hinterlassen hatte. Nationalspieler Trochowski brachte die Hamburger früh in Führung.
Von Christian Kamp, HamburgSie muss dann doch geschmerzt haben, diese Wunde, die man sich in der Provinz geholt hatte. Demontiert vom Fußballdorf Hoffenheim - das konnte man nicht auf sich sitzen lassen in Hamburg, wo es ja traditionell wenig Zweifel an der eigenen Geltung gibt. Nach dem 2:0 gegen den VfB dürften sich die Gemüter in der Hansestadt wieder beruhigt haben - zumal der HSV durch den Sieg gegen Stuttgart den vielversprechenden dritten Tabellenplatz behauptete.
Es war kein Zufall, dass Piotr Trochowski mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 17. Minute die Hamburger Führung gelang. Dem Nationalspieler war das Vorhaben Frustabbau am deutlichsten anzumerken in einem Hamburger Team, das sich diesmal zumindest in punkto Engagement nichts vorzuwerfen hatte. Joris Mathijsen gelang in der 74. Minute die Entscheidung für die nicht unbedingt besseren, aber etwas zielstrebigeren Hamburger. „Es war vielleicht ein Arbeitssieg, aber Stuttgart ist auch eine hervorragende Mannschaft“, sagte HSV-Trainer Martin Jol.
Mathijsen kehrte ins Zentrum der Abwehr zurück
Jol hatte während der Woche zu etwas derberen Worten gegriffen, um an die Einstellung seiner Spieler zu appellieren. Den verbalen Einsatz untermauerte er durch zwei Wechsel in der Startelf: Für die in Hoffenheim besonders phlegmatischen Benjamin und Pitroipa rückten Guerrero und Aogo in die Startelf. Jol korrigierte auch seinen Irrtum, wonach Mathijsen einen Linksverteidiger geben könnte.
Der Niederländer spielte wieder seinen gewohnten Part im Abwehrzentrum. Vom Anpfiff weg war klar: In dieser Partie ist Feuer. Schon nach dem ersten HSV-Angriff lag der Ball im Tor von Jens Lehmann - doch der Jubel kam zu früh. Mladen Petric hatte im Abseits gestanden. Sofort hatte Stuttgart eine Antwort parat: Gomez, der am Sonntag beim 2:0 gegen Bochum beide Treffer erzielt hatte, setzte sich gegen Mathijsen durch, Hilbert nahm die Flanke direkt - und verfehlte aus fünf Metern das Ziel nur knapp.
Engagierte Arbeit am Mann
Zwei Teams aus der Spitzengruppe, das bedeutete in diesem Fall nicht unbeschwerten spielerischen Glanz, dafür aber Dynamik und äußerst engagierte Arbeit am Mann. Jedes dieser Duelle im Mittelfeld wurde geführt, als würde das Wohl und Wehe der ganzen Saison davon abhängen. Einer dieser mit Verbissenheit geführten Zweikämpfe führte zum Hamburger 1:0.
Jarolim erkämpfte sich im Strafraum einen schon verlorenen Ball von Hitzlsperger zurück, der Stuttgarter grätschte etwas unbedacht, und Jarolim nahm die leichte Berührung zum Anlass, sein Gleichgewicht aufzugeben. Robuster als sein Kollege gab sich Trochowski, der den Elfmeter mitten ins Netz setzte. Die Führung mag in der Entstehung glücklich gewesen sein, verdient war sie allemal, weil der HSV in der ersten Hälfte eine Nuance giftiger und entschlossener wirkte.
Mitte der zweiten Hälfte wäre der Ausgleich verdient gewesen
Jens Lehmann jedenfalls konnte sich auch danach über mangelnden Betrieb vor seinem Tor nicht beklagen. Erst nach einer halben Stunde ließen Tempo und Intensität ein wenig nach - und doch wäre der HSV beinahe mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gegangen. Lehmann aber lenkte mit seiner besten Tat des Abends den Schuss von Demel noch an die Latte.
Schwindende Kräfte oder taktisches Kalkül: Nach der Pause überließen die Hamburger dem VfB mehr und mehr die Initiative. Es hatte ohne Frage Klasse, wie die Schwaben an diesem ungemütlichen Herbstabend um ihre Chance kämpften. Der Ausgleich wäre Mitte der zweiten Hälfte verdient gewesen, doch weder Hilbert, dem eine weitere Direktabnahme missriet (57.), noch Gomez mit seinem Schuss knapp übers Tor (68.) erreichten im Abschluss die nötige Präzision. Und so kam es wie so oft in solchen Spielen: Das zweite Tor fiel auf der anderen Seite.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |