Mit seinen Saisontoren Nummer 21 und 22 in der Fußball-Bundesliga hat Klaas-Jan Huntelaar abermals gezeigt, wie wertvoll er für den FC Schalke 04 ist. Seine beiden Treffer reichten den Gelsenkirchenern, um Bayer Leverkusen in einer einseitigen Partie 1:0 zu bezwingen.
Horst Heldt, der Sportdirektor des Revierklubs, kündigte nicht nur deshalb an, alsbald in Vertragsverhandlungen mit Huntelaar einzutreten, um ihn über den 30. Juni 2013 hinaus an Schalke zu binden, was allerdings teuer werden könnte. Dank des Tagessieges verdrängten die Westfalen Borussia Mönchengladbach in der Tabelle vom dritten Platz und kamen der direkten Qualifikation für die Champions League einen Schritt näher. Leverkusen gerät nach der dritten Niederlage am Stück allmählich ins Visier der nachrückenden Mannschaften, die noch auf die Teilnahme an der Europa League hoffen.
Vor der Partie hatte Bayer-Trainer Robin Dutt sich in die Schar derer eingereiht, die auch außerhalb Gelsenkirchens Loblieder auf Huntelaar singen: „Es ist nicht einfach, ihn auszuschalten, weil er wunderbare Laufwege geht.“
Beim ersten Tor brauchte der Niederländer jedoch niemandem davonzulaufen. Bei der Flanke von Christian Fuchs reichte es, dass er an der richtigen Stelle stand. Von den umstehenden Verteidigern fühlte sich niemand für Huntelaar zuständig; sie gingen auf Abstand und machten keine Anstalten, wenigstens den Anschein von Gegenwehr zu wecken.
Huntelaar nutzte seine Freiheit zu einem unhaltbaren Kopfball. Der Führungstreffer spiegelte die Verhältnisse auf dem Rasen in der ersten Hälfte eher unzureichend. Die Schalker gingen zwar angriffslustig zu Werke, kamen aber (zu) selten zum Abschluss. Zwei Weitschüsse von Holtby und ein Kopfball von Jones verfehlten das Ziel. Leverkusen zeigte sich in der Abwehr wackelig und im Angriff harmlos. Die meiste Aggressivität ging in der ersten Hälfte von Simon Rolfes aus - allerdings nur bei einem Ellenbogenstoß gegen den quirligen Schalker Flügelspieler Julian Draxler.
Bayer meist planlos
Rolfes kam ungestraft davon und erhielt so die Gelegenheit, seinen Tatendrang auch auf sportliche Art auszuleben. Kurz nach dem Seitenwechsel zwang er Torhüter Timo Hildebrand mit einem raffinierten Schuss dazu, sein ganzes Können aufzubieten.
Die Schalker nahmen diese Warnung offenbar ernst und machten wieder Druck. Farfan, Huntelaar, Raul und Draxler verpassten es trotz guter Chancen aber, klare Verhältnisse zu schaffen. Bayer wirkte meist planlos. Um nicht auch noch in Unterzahl zu geraten, nahm Dutt den mit „Gelb“ verwarnten Linksverteidiger Michal Kadlec nach gut einer Stunde vom Feld, bevor der Schiedsrichter es tun konnte.
Schalke musste weiter auf die Entscheidung warten. Sie fiel schließlich kurz vor Schluss. Huntelaar - wer sonst? - machte alles klar und wurde abermals zum Mann des Tages in der ausverkauften Arena.
FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones, Holtby (86. Höger) - Farfán (87. Pukki), Raúl, Draxler (76. Obasi) - Huntelaar
Bayer Leverkusen: Leno - da Costa (28. Derdiyok), Schwaab, Toprak, Kadlec (65. Oczipka) - Reinartz, Rolfes - Castro, Renato Augusto, Schürrle (71. Barnetta) - Kießling
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Huntelaar (18.), 2:0 Huntelaar (86.)
Gelbe Karten: Jones (9) / Kadlec (2), Toprak (4)