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2:0 gegen Hertha Wolfsburger Können schlägt Berliner Frechheit

Der VfL Wolfsburg siegt zuhause. Olic und Diego schießen Wolfsburg zum 2:0-Erfolg gegen Berlin. Trotzdem gibt es Diskussionsbedarf.

© dpa Freude und Enttäuschung liegen dicht beieinander: Wolfsburg jubelt, Hertha trauert

An ausgelassenem Torjubel zeigte Ivica Olic keinerlei Interesse. Mit dem Zeigefinger vor dem Mund, was ein kleiner Gruß an so machen Kritiker war, bedachte er seinen Treffer. Der Kroate schoss den VfL Wolfsburg zu einem 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin. Auf die in diesen Tagen häufig gestellte Frage, ob der Sturm der Niedersachsen mit Olic als Stammkraft wirklich gut genug besetzt ist, fand der Dreiunddreißigjährige die richtige Antwort. Es war keine sehr schöne, aber dafür eine simple und effektive. Olic stand in der 42. Minute einfach genau am richtigen Fleck und brauchte den Ball nur über die Linie zu schieben. Weil der Brasilianer Diego vom Elfmeterpunkt in der 45. Minute schnell das 2:0 für Wolfsburg folgen ließ, war die muntere und angesichts einer strittigen Schiedsrichterentscheidung intensiv diskutierte Partie früh entschieden.

Die Debatten an der Außenlinie, die vor allem der sonst so besonnene Hertha-Trainer Jos Luhukay führte, waren durchaus verständlich. Es war erhöhter Redebedarf entstanden, weil sich der Aufsteiger aus Berlin bei seinem couragierten und klugen Auftritt von Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) um den Lohn der Arbeit gebracht sah. Luhukay war besonders über jene Schlüsselszene in der 45. Minute erbost, als der Unparteiische nach einem leichten Kollidieren von Hertha-Verteidiger John Anthony Brooks und Diego auf Elfmeter für Wolfsburg entschieden hatte. Das folgende Tor per Strafstoß, den der Gefoult selbst verwandelte, brachte den Favoriten auf die Siegerstraße und die aufmüpfige Hertha völlig außer Tritt.

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Dem zweiten Wolfsburger Heimsieg im zweiten Anlauf ein zähes Ringen vorausgegangen. Die individuelle Klasse eines Diego oder dessen Landsmann Naldo, der das 1:0 von Olic mit einem strammen Schussversuch vorbereitet hatte, wusste Hertha BSC einen Großteil der ersten Halbzeit lang auszugleichen. Vor allem der Japaner Hajime Hosogai konnte dabei auf sich aufmerksam machen, weil er nicht nur ständig Diego ärgerte und den Ball eroberte, sondern auch noch als Mann für den Spielaufbau zur Verfügung stand.

Hertha-Coach Luhukay lässt sein Team gerne kombinieren und mag keine kraftvollen Spielmomente. Sein Wolfsburger Kollege Dieter Hecking möchte Ähnliches, kann sich an schlechten Tagen aber entweder auf gekonnte Einzelaktionen oder die Wucht seiner Stars verlassen. In Abwesenheit von Neuzugang Luiz Gustavo, der wegen einer Sperre nicht mitspielen durfte, blieb im Spielaufbau des VfL so manches Stückwerk. Aber mit einer Mischung aus Routine (Olic) und Können (Diego) gelang es, der aufmüpfigen Dame namens Hertha einen durchaus eleganten Auftritt zu vermiesen. Nach dem Seitenwechsel ergaben sich die Berliner ihrem Schicksal und ließen jenen Schwung vermissen, mit dem sie in die Partie und die Saison gestartet waren.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:0 (2:0)

VfL Wolfsburg: Benaglio - Naldo, Träsch, Knoche, Rodriguez - Koo (87. Schäfer), Polak (81. Klose) - Vieirinha, Diego, Perisic (74. Medojevic) - Olic
Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp, Brooks, Schulz -
Lustenberger, Hosogai - Allagui (63. Ronny), Baumjohann (87. Kluge),
Ben-Hatira (63. Wagner) - Ramos
Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)
Zuschauer: 28 625
Tore: 1:0 Olic (42.), 2:0 Diego (45.+2/Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Naldo (1) / Langkamp (1), Wagner (1)

Quelle: F.A.S.

 
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