05.11.2009 · Es war eine sehr zähe Angelegenheit: Erst in der Schlussphase setzte sich Bremen in der Europa League gegen Austria Wien durch. Borowski und Almeida trafen für Werder, das sich vorzeitig für die Zwischenrunde qualifizierte.
Von Christian Kamp, BremenLange sah es aus, als könnte die Serie von Werder Bremen auf unerwartete und schmerzhafte Art und Weise reißen. Dass der Zweite der Fußball-Bundesliga beim 2:0 gegen Austria Wien dann doch noch im nunmehr 18. Pflichtspiel nacheinander ungeschlagen blieb und zugleich auch den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League perfekt machte, schmeichelte der lange Zeit schmucklosen Leistung.
Tore von Tim Borowski (81. Minute) und Hugo Almeida (84.) sicherten am Donnerstagabend erst in der Schlussphase den Sieg. Es war aus Bremer Sicht das versöhnliche Ende eines lange Zeit enttäuschenden Abends vor 25100 Zuschauern im Weserstadion. Torwart Tim Wiese musste gleich mehrmals beste Möglichkeiten der Österreicher vereiteln, um seine Mannschaft im Spiel zu halten. Auch wenn das Ergebnis stimmte - ein bisschen leichter hätten es sich die Bremer sicher gerne gemacht.
Das hatte auch schon für das Hinspiel vor zwei Wochen in Wien gegolten, als Werder den sicher geglaubten Sieg noch fahrlässig hergegeben hatte. Nach einer 2:0-Führung durch zwei Pizarro-Tore war die Konzentration plötzlich unter die Risikogrenze gesunken, so dass Wien in der Schlussphase noch ausglich. Weil auch in der Bundesliga Höherwertiges zuletzt nur in Teilzeit produziert wurde, begannen schon wieder erste Zweifel an der Bremer Verlässlichkeit zu keimen.
„In zehn Spielen würde Werder acht- oder neunmal gewinnen“
Gegen Wien allerdings galt Werder ohne Wenn und Aber als Favorit. Daran änderte auch nichts, dass mit Pizarro und Kapitän Torsten Frings gleich zwei der wichtigsten Spieler im Team von Thomas Schaaf verletzt fehlten. „Wenn wir zehnmal gegen Werder spielen würden“, sagte Austria-Trainer Karl Daxbacher vor der Partie, „dann würde acht bis neunmal Werder gewinnen.“ Ein bisschen zweckmäßiges Understatement wird dabei gewesen sein. Die Wiener jedenfalls, so viel war klar, brauchten einen Sieg, um noch aufs Weiterkommen hoffen zu dürfen.
Werder begann kontrolliert, aber zugleich uninspiriert. Aaron Hunt hatte Pizarros Platz im Sturm übernommen, Peter Niemeyer spielte für Frings. Es sah zwar eine Viertelstunde lang recht souverän aus, wie die Bremer den Ball durch die Reihen laufen ließen. Überraschen konnten sie die defensiv eingestellten Wiener damit aber nicht.
Alle schienen irgendwie auf einen Geistesblitz aus dem Technikertrio mit Marko Marin, Mesut Özil und Hunt zu hoffen, doch außer bei einer Marin-Flanke, die Borowski nur um Zentimeter verpasste (10.), herrschte Flaute im Werder-Sturm. Beunruhigender noch aus Bremer Sicht war, dass mit der Monotonie des Ein-Geschwindigkeits-Fußballs nach vorne zunehmend die Wachsamkeit in der Defensive verlorenging, vor allem auf den Außenpositionen.
Werder muss sich die Harmlosigkeit selbst zuschreiben
Die bis dahin schüchterne Austria witterte ihre Chance und erspielte sich gleich zwei Möglichkeiten der ersten Kategorie. Milenko Acimovic auf der linken Seite (17.) und Emin Sulimani rechts (26.) kamen jeweils frei vor Wiese zum Schuss, beide Male konnte der Bremer Torwart gerade noch Unheil verhindern. Später schoss Marin Leovac aus der Distanz noch recht knapp am Bremer Tor vorbei (42.). Als Schiedsrichter Johannesson zur Pause pfiff, hatten nur die munteren Wiener Fans Grund für freundlichen Applaus. Dass die Stadionregie den Falco-Klassiker „Vienna Calling“ auflegte, sorgte ebenfalls nur einseitig für Stimmung.
Woran lag es, dass Werder die Chance zu einer vorzeitigen Qualifikation für die Zwischenrunde nicht entschlossener nutzte? Eine Mannschaft zum Fürchten waren die Österreicher gewiss nicht. Die Bremer hatten es sich schon selbst zuzuschreiben, dass so wenig gelang.
Austria schwinden die Kräfte - und Bremen schlägt zu
Nur gerade so viel wie nötig zu tun, konnte kein Mittel für die zweite Halbzeit sein. Thomas Schaaf probierte es mit einer Portion Wucht und brachte Hugo Almeida für Philipp Bargfrede. Hunt, der im Angriff wirkungslos blieb, sollte nun im Mittelfeld für Impulse sorgen. Doch der wichtigste Mann auf Bremer Seite war zunächst weiter Torwart Wiese. Zunächst parierte er einen Kopfball von Jacek Bak (46.), nach knapp einer Stunde lenkte er einen Flachschuss von Michael Liendl gerade noch neben den Pfosten.
Kurz darauf hatten die Bremer den Moment, der ihre wahren Fähigkeiten wachzurufen schien. Özil spielte einen wunderbaren Pass auf Almeida, doch Torwart Almer parierte sowohl den Flachschuss des Portugiesen als auch den Nachschuss des eingewechselten Markus Rosenberg. Den Österreichern schienen nun ein wenig die Kräfte zu schwinden - die Bremer waren wach genug, es zwei Mal zu ihren Gunsten zu nutzen.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |