Ein bisschen skurril ist das schon. Da gelingt Daniel Haas innerhalb von nur drei Jahren der Sprung aus der Regionalliga auf die Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga, und doch muss der Fünfundzwanzigjährige seinen Platz im Tor von 1899 Hoffenheim in der Rückrunde wieder räumen. Zu groß waren die Zweifel von Trainer Ralf Rangnick an seinem Schlussmann, zu verlockend war zugleich die Möglichkeit, mit Timo Hildebrand einen Mann mit internationaler Erfahrung ohne Ablöse zu verpflichten.
Zwar sagte Manager Jan Schindelmeiser noch am Mittwoch: „Hildebrand kommt nicht als Nummer eins.“ Aber auch ihm wird bewusst sein, dass sich der Neue das Hoffenheimer Spielspektakel nicht von der Bank aus ansehen wird. Da wird nun schon bald Haas sitzen. Zwar unterliefen ihm in seinen bisherigen zehn Bundesligaspielen keine großen Patzer, aber er konnte eben auch nicht allzu häufig mit außergewöhnlichen Paraden auf sich aufmerksam machen.
Ein Abschiedsspiel bekommt er trotzdem. An diesem Sonntag empfangen die Hoffenheimer Schalke 04. Hildebrand wird seinem Vorgänger nicht bei der Arbeit zuschauen. Weil er keine Unruhe erzeugen will. Dabei machen sich die Kollegen um die Gefühlslage von Haas offenbar keine Sorgen, so sagt Kapitän Marvin Compper nur: „Daniel hat ein dickes Fell.“ Und genau das wird dieser Daniel Haas wohl auch erst einmal benötigen.