10.02.2012 · Wie erwartet ist Markus Babbel neuer Trainer in Hoffenheim. Der Nachfolger von Holger Stanislawski sitzt schon in Bremen auf der Bank. Am letzten Spieltag steht das brisante Duell mit seinem früheren Verein auf dem Spielplan.
Von Roland Zorn, ZuzenhausenSeine neue Mannschaft hat er am Freitagnachmittag kurz kennengelernt, seinen Vertrag bis 2014 hat er danach gemeinsam mit seinem vertrauten Assistenten Rainer Widmayer im Trainingszentrum Zuzenhausen unterschrieben, sein erstes Spiel als Cheftrainer von 1899 Hoffenheim steht ihm an diesem Samstag (15.30 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker) bevor: bei Werder Bremen, dem Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga. Das ist gleich eine anspruchsvolle Aufgabe für Markus Babbel, der aus der Sicht seines Klubs möglichst umgehend das klassische Motto „kam, sah und siegte“ bestätigen soll.
Der 39 Jahre alte Nachfolger des am Donnerstag nach dem Pokal-Aus gegen den Zweitligaklub Greuther Fürth entlassenen Holger Stanislawski möchte möglichst blitzschnell den Trott der Kraichgauer stoppen und den nur sechs Punkte von der Abstiegszone entfernten Tabellenachten wieder ans Gewinnen gewöhnen. „Neue Situation, neuer Trainer, diesen Vorteil wollen wir in Bremen ausspielen“, sagte der Münchner bei seiner Vorstellung.
So voll wie bei Babbels Präsentation war es im Zuzenhausener Pressekonferenzraum lange nicht mehr. Die Neugier zahlreicher Fernsehsender und vieler Journalisten hatte damit zu tun, dass, wie Manager Ernst Tanner hervorhob, „die letzten Tage hier sehr turbulent waren“.
Es waren die Tage, da der Vereinsmäzen Dietmar Hopp die Agenda bestimmt hatte und den bevorstehenden Rauswurf des bei den Fans beliebten Hamburgers Stanislawski schon vor dessen Abschiedsspiel in zwei Interviews angedeutet hatte. Am Montag, so Tanner, sei er von den „Führungszirkeln“ der TSG, also von Hopp, beauftragt worden, nach einem neuen Trainer Ausschau zu halten. Am selben Tag kontaktierte er Babbel, der von vornherein nicht abgeneigt war.
Tanner gab am Freitag aber auch deutlich zu verstehen, dass er die Entlassung Stanislawskis nicht betrieben habe. „Ich bin nicht so wichtig, dass ich das im Alleingang entschieden hätte“, sagte er, dessen Jobsicherheit dem Vernehmen nach auch auf Hopps Prüfstand steht.
Babbel, am 18. Dezember bei Hertha BSC nach wochenlangen Querelen mit den Führungskräften des Hauptstadtklubs und einem 1:1 just gegen die TSG 1899 gefeuert, war danach nur 54 Tage arbeitslos, ehe er an den Tatort Hoffenheim zurückkehrte.
Dass er so etwas wie Aufbruchstimmung erzeugen kann, hat er in Stuttgart bewiesen, wo er den VfB 2009 in die Champions League lotste, und danach in Berlin, wo er die Hertha aus der zweiten in die erste Bundesliga zurückführte. Die Abnutzungseffekte kamen später – doch davon war bei seinem „Grüß Gott“ in Zuzenhausen natürlich keine Rede.
Babbel, als Spieler viermal Meister mit den Bayern und 1996 Europameister mit der Nationalelf, verströmte am Freitag genau den Optimismus, nach dem sie in Hoffenheim seit Wochen fahnden. „Ich bin der Überzeugung, dass wir das relativ schnell hinbekommen“, sagte er über sein Projekt Hoffenheim. Dass ihn dieser Standort schon länger reize, verriet er noch dazu. Schließlich habe 1899 einmal für „dynamischen, offensiv ausgerichteten Fußball“ gestanden.
Dahin strebt auch Babbel, wenn seine „hervorragenden Spieler mit viel Talent“ erst einmal wieder das Siegen gelernt haben. Dietmar Hopp, so der Trainer, könne aber auch gern nach Niederlagen zu ihm kommen. „Ich sehe es als meine Aufgabe, ihn darüber aufzuklären, was wir hier vorhaben“, denn „ohne ihn würde es diesen Verein nicht geben“. (siehe Kommentar)
Name: Markus Babbel
Geburtsdatum: 8. September 1972
Geburtsort: München
Familienstand: verheiratet
Größe: 1,91 Meter
Gewicht: 81 Kilogramm
Karriere als Spieler:
1991-1992: Bayern München
1992-1994: Hamburger SV
1994-2000: Bayern München
01.07.2000-27.08.2003: FC Liverpool
28.08.2003-30.06.2004: Blackburn Rovers
2004-2007: VfB Stuttgart
Erfolge als Spieler:
- Europameister 1996
- 4 x deutscher Meister (1997, 1999, 2000, 2007)
- 2 x DFB-Pokalsieger (1998, 2000)
- 2 x Uefa-Cup-Sieger (1996, 2001)
Karriere als Trainer:
24.11.2008-06.12.2009: VfB Stuttgart
01.07.2010-18.12.2011: Hertha BSC
seit 10.02.2012: 1899 Hoffenheim
Die Mannschaft sei verunsichert??
Eduard Sternowsky (hopedi)
- 10.02.2012, 13:08 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |