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1. FC Nürnberg Es kann nur einen geben

29.08.2008 ·  Nürnberg, eine Lebensaufgabe! Viele sind gekommen. Nur einer ist geblieben: Michael A. Roth. In 18 Jahren als Vereinspräsident hat der gewiefte Kaufmann für Auslegeware vom Flokati bis zum Perser 14 Trainer in den Teppich gerollt und in die Wüste geschickt.

Von Anno Hecker
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Nürnberg ist bekannt. Für seine Lebkuchen und Bratwürste. Und dank des 1. FC N. Das Kürzel reicht. Jeder in der Republik weiß, was sich hinter den Buchstaben verbirgt. Ein besonderer Club. Einer mit eigenem Sportreporter. Jedenfalls brüllte viele Jahre ein Experte auf Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die „Cluberer“ am Mikrofon nach vorne. Es half selten, wurde aber Kult.

Alles, was mit Nürnberg und Fußball in Verbindung gebracht wird, hat inzwischen eine besondere Halbwertszeit. Denn längst gilt der 1. FC Nürnberg für Leibesübungen e.V. als Traditionsverein. Zumindest hat er in 108 Jahren mit Konstanz überzeugt. Thomas von Heesen ist der 66. Trainer seit der Vereinsgründung gewesen. Das reicht wohl zu einer inoffiziellen Tabellenführung.

Viele sind gekommen. Nur einer ist geblieben: Michael A. Roth

Jetzt aber wollen sie in Nürnberg alles anders machen. Und deshalb lässt sich die Vereinsführung „Zeit“, schaut nach links und nach rechts, wie Sportdirektor Martin Bader sagt. So formulierte der Club ein Anforderungsprofil, das die Traditionalisten unter den „Cluberern“ eigentlich irritieren müsste: „Wir brauchen jemanden, der sich dem Verein verschreibt“, sagte Bader, bevor er wahrscheinlich ziemlich tief Luft geholt hat für den Halbsatz des Tages: „Jemanden, der den Verein als Lebensaufgabe auffasst.“

Nürnberg, eine Lebensaufgabe! Viele sind gekommen. Nur einer ist geblieben: Michael A. Roth. In 18 Jahren als Vereinspräsident hat der gewiefte Kaufmann für Auslegeware vom Flokati bis zum Perser 14 Trainer in den Teppich gerollt und in die Wüste geschickt. Im Frühjahr kam von Heesen. „Der Beste, der auf dem Markt ist, ich hoffe, er bleibt lange“, erklärte Roth fünf Monate bevor der frühere Nationalspieler floh. Roth hatte längst angesetzt, das Paket von Heesen zu schnüren.

Keinen roten Teppich mehr für Hans Meyer

Und nun? In Nürnberg klingelt ständig das Telefon. Angeblich stehen auch Altvordere auf der Liste: Volker Finke, der Trainervater aus Freiburg, Winfried Schäfer, einst Muntermacher in Karlsruhe. Männer mit Gesichtern, Typen, die Vereine prägten, nicht umgekehrt. Von dieser Sorte gab es schon ein paar in Nürnberg. Felix Magath zum Beispiel oder Klaus Augenthaler. Und vor von Heesen den Thüringer Hans Meyer, einen Zyniker von Format.

Ihm ist mit seiner Entlassung am 11. Februar zwar ein schöner Spielplatz, aber nicht die Ironie abhanden gekommen: „Die Stadt gefällt mir. Ich habe eine rollstuhlgerechte Wohnung, in der ich die nächsten fünf Jahre bleiben kann.“ Aber einen roten Teppich wird man ihm kaum mehr ausrollen. Meyer streitet mit Nürnberg vor Gericht. Für zwei Köpfe - das zeigte die Geschichte des neunmaligen Meisters - bietet die Lebensaufgabe Nürnberg also nicht genügend Platz. Deshalb gibt es nur eine Lösung: Roth muss Trainer werden.

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Jahrgang 1964, Sportredakteur.

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