16.12.2006 · Eine der schlimmsten Krisen in der ruhmreichen Vereinsgeschichte des 1. FC Köln hat auch Christoph Daum alle Illusionen geraubt. Spätestens nach dem 2:2 gegen Kaiserslautern ist für den Trainer das Thema Aufstieg abgehakt.
Christoph Daums Optimismus ist einer glasklaren und bitteren Erkenntnis gewichen: Mit dem sofortigen Wiederaufstieg des 1. FC Köln in die Bundesliga wird es in dieser Saison nichts. Frustriert, traurig und ernüchtert hält sich der 53jährige an die „Optimismusklausel in meinem Vertrag. Aber wie es realistisch aussieht, möchte ich nicht beantworten.“ Kein Zweifel: Nach dem 2:2 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern hat sich Daum fürs Erste von Liga eins verabschiedet. „Im Fußball muß man mal durch ein Tal der Tränen gehen“, erklärte Daum.
„Riesig enttäuscht“ sei er über die Bilanz seit der Rückkehr zu seinem Lieblingsklub. Drei Spiele, zwei Niederlagen und das magere Remis gegen die Pfälzer. Mehr ging bislang nicht. Kapitän Carsten Cullmann: „Wir sind alle ratlos.“ Manager Michael Meier weiß, daß „20 Punkte nicht ausreichend sind“. Und Daum ist am Rande der Resignation: „Wir haben unser Ziel nicht erreicht. Die Mannschaft hat fast wie gelähmt gewirkt. Angst essen Seele auf.“
Um den Ausgleich gebettelt
Dabei war der Umschwung so nah. 2:0 führten die Kölner durch Matthias Scherz, der am Tag nach seinem 35. Wiegenfest mit zwei Treffern (14./36. Minute) unterstrich, wie wertvoll er ist. Tamas Hajnals 1:2 (60.) schockte die Kölner Fans unter den 49 500 Zuschauern im fast ausverkauften RheinEnergieStadion zunächst kaum, zumal Kaiserslautern kurz danach Azar Karadas und Balasz Borbely mit Gelb-Rot verlor und nur noch acht Feldspieler auf dem Platz hatte.
Trotzdem bettelten verunsicherte Kölner mit haarsträubenden Defensivfehlern regelrecht um den Ausgleich und bekamen ihn. Steffen Bohl (83.) erzielte das hoch verdiente 2:2, Chefcoach Wolfgang Wolf frohlockte: „Sensationell. Das wird eine feucht-fröhliche Heimfahrt.“ Linksverteidiger Axel Bellinghausen fand es „geil. Es macht einfach Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen.“
Lautern zuversichtlich
Wolf sieht mit seinem extrem jungen und preiswerten Team eine „glänzende Ausgangsposition“ im Kampf um die Erstliga-Rückkehr, von der sich Daum gedanklich schon verabschiedet hat. Er litt, dann war er so zornig, daß er nach dem Schlußpfiff, ohne das übliche TV- Interview zu geben, wutschnaubend in die Kabine eilte. Später meinte Daum zum amateurhaften Verhalten seines Teams: „Wahrscheinlich ist das etwas, was sehr tief liegt und fest bei den Spielern verankert ist. Wir können uns für dieses Spiel nur entschuldigen.“
Das Pokal-Achtelfinale in Frankfurt will Daum noch abwarten, um dann in „Ruhe und Gelassenheit Entscheidungen mit dem Vorstand zu treffen“. Er weiß: Der von seinem Vorgänger Hanspeter Latour zusammengestellte Kader ist zu schwach, um ein Top-Team zu sein und schon jetzt die Rückkehr in die erste Liga zu schaffen. Doch welcher gute Spieler kommt jetzt freiwillig zu einem Klub, der eher Richtung Regionalliga tendiert als nach oben? Daum klammert sich an die ruhmreiche Vergangenheit: „Ich kann nur sagen, daß der 1. FC Köln nach wie vor eine Riesenadresse ist.“
Jena bleibt im Tabellenkeller
Unterdessen muß der weiter ungeschlagene Spitzenreiter Hansa Rostock noch um den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters zittern. Die Mecklenburger kamen bei der SpVgg Unterhaching nur zu einem 0:0 und können mit 37 Punkten nach zehn Siegen und sieben Unentschieden am Sonntag noch durch den Karlsruher SC von der Tabellenspitze verdrängt werden. Die Badener empfangen die SpVgg Greuther Fürth und wären im Falle eines Sieges Herbstmeister. Rostock ist das erste Team seit Köln 2002, das die Hinrunde ohne Niederlage beendet. Unterhaching blieb zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen ohne Tor, wird aber nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern.
Sicher von einem Abstiegsplatz aus muß dagegen Aufsteiger Carl Zeiss Jena in die Rückrunde starten. Die auf eigenem Platz weiter sieglosen Thüringer kassierten im Aufsteiger-Duell mit dem FC Augsburg durch das 0:1 (0:0) ihre fünfte Heimniederlage und konnten nach dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg die Gefahrenzone nicht verlassen. Die Gäste dagegen festigten durch ihren fünften Auswärtserfolg nach den Treffern von Mourad Hdiouad (66., Handelfmeter) und Axel Lawaree (90.) zum Hinrunden-Abschluß ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |