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1. FC Kaiserslautern Balakow als Plan A und Plan B

Krassimir Balakow „legt los“ in Kaiserslautern. Der neue Trainer will den Klassenverbleib noch schaffen. Scheitert die Mission, soll er auch für den Wiederaufstieg sorgen. Viele Erfolge als Trainer kann der Bulgare aber noch nicht vorweisen.

© dpa Krassimir Balakow soll als neuer Trainer den Abstieg des 1. FC Kaiserslautern verhindern

Krassimir Balakow soll dem 1. FC Kaiserslautern im Falle des Abstiegs auf direkten Weg zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Der Bulgare hat beim Tabellenletzten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschrieben, wie der Klub am Donnerstag verkündete. „Wir sind überzeugt, dass er uns maßgeblich beim Kampf um den Klassenerhalt und darüber hinaus helfen kann. Auch im Falle des Abstiegs würde er mit uns das Ziel direkter Wiederaufstieg angehen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des FCK, Stefan Kuntz.

Balakow kommt vom kroatischen Erstligaverein Hajduk Split, wo er noch am Mittwochabend auf der Trainerbank saß. Nach Angaben von Kuntz zahlen die Pfälzer keine Ablösesumme für Balakow. Der frühere Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart wird von seinem Landsmann Ilija Grujew assistiert. „Die Roten Teufel sind jedem in Europa ein Begriff und ich kann es kaum erwarten, mit der Arbeit loszulegen“, sagte Balakow, der die Nachfolge des am Dienstag beurlaubten Marco Kurz antritt.

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Auf einer Pressekonferenz nachts um 2.15 Uhr verabschiedete sich Krassimir Balakow zuvor als Trainer von Hajduk Split: „Im Fußball gibt es keine Garantien. Ich habe das Angebot von Kaiserslautern angenommen, weil ich glaube, dass es gut gehen wird, dass wir uns rausreißen und den Abstieg vermeiden können“, sagte der 45-Jährige.

Noch am Mittwochabend hatte Balakow beim 3:0 des kroatischen Erstligaverein gegen Rijeka auf der Bank gesessen und war danach in die Kurve gegangen, um den Fans ein letztes Mal zuzuwinken.

Als Spieler bestritt der Bulgare zwischen 1995 und 2003 236 Erstliga-Spiele für den VfB Stuttgart © picture-alliance / dpa Vergrößern Als Spieler bestritt der Bulgare zwischen 1995 und 2003 236 Erstliga-Spiele für den VfB Stuttgart

Bereits am Samstag (15.30 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) beginnt für Balakow der Überlebenskampf des viermaligen Traditionsklubs mit dem „Endspiel“ (Kapitän Christian Tiffert) beim SC Freiburg. Der liegt auf dem Relegationsplatz fünf Punkte vor Lautern. Als Nachfolger des am Dienstag entlassenen Marco Kurz steht Balakow vor einer ganz, ganz schwierigen Aufgabe.

„Bala ist ein hervorragender Trainer. Er ist fachlich top, sehr konsequent, geht seinen Weg“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic im Sportmagazin „Kicker“. „Er kennt die Bundesliga, weil er den Kontakt nie verloren hat.“ Mit Bobic und Giovane Elber bildete Balakow einst beim VfB Stuttgart das „Magische Dreieck“, das Trio durfte erst kürzlich im ZDF-„Sportstudio“ von alten Zeiten schwärmen.

Marco Kurz wurde nach sechzehn sieglosen Spielen als Tabellenletzte beim FCK entlassen © REUTERS Vergrößern Marco Kurz wurde nach sechzehn sieglosen Spielen beim FCK entlassen

Seine Trainertätigkeit im deutschen Oberhaus hält sich freilich in Grenzen: Von 2003 bis 2005 war er beim VfB Ko-Trainer unter Felix Magath und Matthias Sammer. Für Vorstandschef Stefan Kuntz ist der Trainerwechsel die „letzte Patrone“ im Existenzkampf des Traditionsklubs, dem der dritte Abstieg nach 1996 und 2006 droht und der zuletzt beim 1:4 gegen den FC Schalke eine desolate Leistung bot.

Es war eine überraschende und auch heikle Entscheidung von Kuntz: Der Europameister von 1996 hatte schon bei den Spielertransfers im vergangenen Sommer und in der Winterpause weitgehend danebengegriffen und die Talfahrt der Mannschaft mitzuverantworten.

Balakow ist seine „letzte Patrone“ im Abstiegskampf: Vorstandschef Stefan Kuntz © dapd Vergrößern Balakow ist seine „letzte Patrone“ im Abstiegskampf: Vorstandschef Stefan Kuntz

Immer lauter wird die Kritik in Kaiserslautern an Kuntz, der den Verein nach dem Fast-Abstieg 2008 in die dritte Liga mit seinem strikten Sparkurs wieder auf Kurs gebracht hatte und zusammen mit Kurz als Erfolgsduo galt. Balakow soll einen Vertrag bis 2013 erhalten und im Falle des Abstiegs die direkte Rückkehr ins Oberhaus anstreben.

Den 92-fachen Nationalspieler drängte es schon länger zurück in die Bundesliga, zuletzt war er bei Hertha BSC als Nachfolger von Michael Skibbe im Gespräch. Als Coach in der Schweiz (Grasshopper Zürich und FC St. Gallen) und in seiner Heimat beim FC Burgas hatte er keine durchschlagenden Erfolge. Mit Hajduk Split war er immerhin Tabellenzweiter in der ersten kroatischen Liga.

Krassimir Balakow im Kurzporträt

Geboren: 29. März 1966
Geburtsort: Weliko Tarnowo (Bulgarien)

KARRIERE ALS SPIELER:

1982-12/1990: Etar Weliko Tarnowo
1/1991-6/1995: Sporting Lissabon
7/1995-6/2003: VfB Stuttgart

Bundesligaspiele: 236
Bundesligatore: 54
Länderspiele: 92 für Bulgarien
Erfolge: Bulgarischer Meister 1991, Portugiesischer Pokalsieger 1995,
DFB-Pokalsieger 1997
WM-Teilnahmen: 1994, 1998
EM-Teilnahmen: 1996

KARRIERE ALS TRAINER:

7/2003-6/2005: Co-Trainer VfB Stuttgart
1/2006-5/2007: Grasshopper Zürich
10/2007-6/2008: FC St. Gallen
1/2009-12/2010: Tschernomorez Burgas
7/2011-3/2012: Hajduk Split
seit 22.3.2012: 1. FC Kaiserslautern

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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