http://www.faz.net/-gtm-76fbg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.02.2013, 17:37 Uhr

1:4 gegen Hamburg Rudnevs und Son überrollen Dortmund

Auch das zweite Duell mit Dortmund geht an den HSV. Rudnevs und Son treffen jeweils doppelt für die Gäste. Für die Borussia ist nur Lewandowski erfolgreich, der später die Rote Karte sieht.

von Richard Leipold, Dortmund
© REUTERS Viel Schwarz, viel Gelb - und ein roter Farbtupfer: Lewandowski muss gehen

Der Hamburger SV wird zum Schrecken der Dortmunder. Die Hanseaten sind seit langem die erste Mannschaft, der es gelungen ist, dem BVB zwei Niederlagen innerhalb einer Saison beizubringen und dabei insgesamt sieben Tore zu erzielen. Nach dem Heimsieg in der Hinrunde (3:2) gelang den Hanseaten dieses Mal sogar ein 4:1.

Robert Lewandowski (17. Minute) hatte Dortmund zwar in Führung geschossen. Aber der HSV, von Anfang an ein forscher Widersacher, ließ sich nicht verunsichern, sondern legte einen mutigen Auftritt hin. Jeweils zwei Tore von Artjom Rudnevs (18./62.) und Heung Min Son (26./89.) haben den deutschen Meister ungewöhnlich deutlich in die Schranken gewiesen.

Mehr zum Thema

Weil einige BVB-Spieler angeschlagen an die Arbeit gehen mussten, hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp die Fans um Hilfe gebeten. „Vitaminspritzen durch Lautstärke können wir gut gebrauchen“, sagte er. Leise ist es im Dortmunder Stadion ja nie, aber nach einer halben Stunde wurde es besonders laut. Viele BVB-Fans wurden wütend, und statt Vitaminen wurde eine Menge Adrenalin freigesetzt - auf dem Rasen wie auf den Rängen.

In den Mittelpunkt geriet Robert Lewandowski. Der Dortmunder Stürmer zog bei einem Zusammenstoß mit Per Cilja Skjelbred rücksichtslos durch. Schiedsrichter Manuel Gräfe musste zunächst einer Rudelbildung Einhalt gebieten; anschließend beriet er sich mit seinen beiden Assistenten und verwies Lewandowski mit der Roten Karte des Feldes.

Dortmunder Niederlage: Nicht nur Götze kann es kaum fassen Dortmunder Niederlage: Nicht nur Götze kann es kaum fassen © AFP Bilderstrecke 

In Unterzahl wurde die Aufgabe für die Borussen gegen eine gute organisierte, kompakte Hamburger Elf noch schwieriger. Als Lewandowski sich seinen Fehltritt leistete, lag Dortmund schon in Rückstand. Der umworbene Stürmerstar hatte die Heimelf zwar in Führung gebracht, doch sein Treffer blieb ohne nennenswerte Wirkung. Anders als die meisten anderen Mannschaften, die in Dortmund in Rückstand geraten, ließen die Hamburger sich von dem Gegentor überhaupt nicht beeindrucken.

Im Gegenteil: Sie hielten an ihrem Vorhaben fest, die Partie ausgeglichen zu gestalten. Schon eine Minute später schlug sich das auch im Ergebnis nieder. Rudnevs beförderte Aogos flache Flanke zum 1:1 über die Linie. Von diesem Erfolgserlebnis beflügelt, fanden die Hamburger noch mehr Gefallen daran, frech zu werden. Son, der zuvor den Pfosten getroffen hatte, setzte sich gegen Hummels und Bender durch und vollendete zum Führungstreffer - Dortmund lag zum ersten Mal in dieser Rückrunde zurück.

Ein Sieg, wie er in Dortmund selten gelingt

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie farbig. Nach einer Stunde schienen die Chancen des BVB wieder zu steigen. Es kam zum Ausgleich, allerdings nur was die Zahl der Spieler auf dem Rasen betraf. Nach einer „Notbremse“ gegen den aufs Tor zustürmenden Marco Reus bekam auch HSV-Verteidiger Bruma die Rote Karte vorgehalten. Diesen Rückschlag steckten die Hamburger ähnlich gut weg wie das Gegentor in der ersten Hälfte. Rudnevs baute den Vorsprung mit seinem zweiten Tor umgehend aus.

Dortmund versuchte nun mit gutem Willen, aber mit wenig Geschick, der Niederlage zu trotzen. Die Hamburger Sicherheitssysteme funktionierten gut, auch wenn Hummels und Santana die Möglichkeit hatten, es noch einmal spannend zu machen. Kurz vor Schluss machte Son mit seinem zweiten Tor den Auswärtssieg zu einem Triumph perfekt, wie er in Dortmund nur äußerst selten gelingt.

Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:4 (1:2)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (66. Gündogan), Felipe Santana, Hummels, Bender - Kehl (65. Schieber), Sahin - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen - Rincón, Aogo - Skelbred (74. Arslan), van der Vaart (63. Rajkovic), Son (90. Kacar) - Rudnevs
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Lewandowski (17.), 1:1 Rudnevs (18.), 1:2 Son (26.), 1:3 Rudnevs (62.), 1:4 Son (89.)
Gelbe Karten: Götze (3) / Aogo (2), van der Vaart (4)
Rote Karten: Lewandowski (31./grobes Foulspiel) / Bruma (59./Notbremse)

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Dunkle Inhalte Das Grauen studieren

Völkermord, schlimme Verbrechen und andere Abgründe: Wer sich damit beschäftigt, muss dunkle Momente aushalten und viele Fragen beantworten. Studentinnen berichten, was sie antreibt. Mehr Von Uwe Marx

25.07.2016, 05:54 Uhr | Beruf-Chance
LKA-Chef zu Amoklauf Waffe stammt wahrscheinlich aus Darknet

Der bayrische LKA-Chef Robert Heimberger hat neue Informationen zum Amoklauf in München bekannt gemacht. So soll der Täter die Tat seit einem Jahr geplant haben und soll zu diesem Zweck bereits im vergangenen Sommer Winnenden besucht haben. Die Opfer in München habe er sich nicht gezielt ausgesucht. Mehr

24.07.2016, 20:40 Uhr | Politik
Wechsel zum Ex-Arbeitgeber Zurück in die Zukunft

Der Fußballprofi Mario Götze kehrt zurück zu seinem früheren Arbeitgeber. Solche Wechsel gibt es auch anderswo in der Berufswelt. Aber ist das eigentlich gut für die Karriere? Mehr Von Sven Astheimer und Nadine Bös

23.07.2016, 06:16 Uhr | Beruf-Chance
Verschollener Flug Suche nach MH370 soll eingestellt werden

Die Suche nach MH370, dem seit mehr als zwei Jahren vermissten malaysischen Passagierflugzeug, soll eingestellt werden. Das teilte Malaysias Verkehrsminister stellvertretend für die beteiligten Behörden mit. Mehr

24.07.2016, 10:47 Uhr | Gesellschaft
Formel 1 in Budapest Hamilton ist wieder an seinem gewohnten Platz

Die erste Kurve entscheidet: Nico Rosberg startet beim Großen Preis von Ungarn schlecht und verliert den ersten Platz an seinen Teamrivalen. Hamilton bringt die Führung ins Ziel – und nimmt dem Deutschen noch einen weiteren Spitzenrang ab. Mehr Von Christoph Becker

24.07.2016, 16:54 Uhr | Sport