Home
http://www.faz.net/-gtm-76fbg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

1:4 gegen Hamburg Rudnevs und Son überrollen Dortmund

Auch das zweite Duell mit Dortmund geht an den HSV. Rudnevs und Son treffen jeweils doppelt für die Gäste. Für die Borussia ist nur Lewandowski erfolgreich, der später die Rote Karte sieht.

© REUTERS Vergrößern Viel Schwarz, viel Gelb - und ein roter Farbtupfer: Lewandowski muss gehen

Der Hamburger SV wird zum Schrecken der Dortmunder. Die Hanseaten sind seit langem die erste Mannschaft, der es gelungen ist, dem BVB zwei Niederlagen innerhalb einer Saison beizubringen und dabei insgesamt sieben Tore zu erzielen. Nach dem Heimsieg in der Hinrunde (3:2) gelang den Hanseaten dieses Mal sogar ein 4:1.

Robert Lewandowski (17. Minute) hatte Dortmund zwar in Führung geschossen. Aber der HSV, von Anfang an ein forscher Widersacher, ließ sich nicht verunsichern, sondern legte einen mutigen Auftritt hin. Jeweils zwei Tore von Artjom Rudnevs (18./62.) und Heung Min Son (26./89.) haben den deutschen Meister ungewöhnlich deutlich in die Schranken gewiesen.

Mehr zum Thema

Weil einige BVB-Spieler angeschlagen an die Arbeit gehen mussten, hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp die Fans um Hilfe gebeten. „Vitaminspritzen durch Lautstärke können wir gut gebrauchen“, sagte er. Leise ist es im Dortmunder Stadion ja nie, aber nach einer halben Stunde wurde es besonders laut. Viele BVB-Fans wurden wütend, und statt Vitaminen wurde eine Menge Adrenalin freigesetzt - auf dem Rasen wie auf den Rängen.

In den Mittelpunkt geriet Robert Lewandowski. Der Dortmunder Stürmer zog bei einem Zusammenstoß mit Per Cilja Skjelbred rücksichtslos durch. Schiedsrichter Manuel Gräfe musste zunächst einer Rudelbildung Einhalt gebieten; anschließend beriet er sich mit seinen beiden Assistenten und verwies Lewandowski mit der Roten Karte des Feldes.

Dortmunder Niederlage: Nicht nur Götze kann es kaum fassen Dortmunder Niederlage: Nicht nur Götze kann es kaum fassen © AFP Bilderstrecke 

In Unterzahl wurde die Aufgabe für die Borussen gegen eine gute organisierte, kompakte Hamburger Elf noch schwieriger. Als Lewandowski sich seinen Fehltritt leistete, lag Dortmund schon in Rückstand. Der umworbene Stürmerstar hatte die Heimelf zwar in Führung gebracht, doch sein Treffer blieb ohne nennenswerte Wirkung. Anders als die meisten anderen Mannschaften, die in Dortmund in Rückstand geraten, ließen die Hamburger sich von dem Gegentor überhaupt nicht beeindrucken.

Im Gegenteil: Sie hielten an ihrem Vorhaben fest, die Partie ausgeglichen zu gestalten. Schon eine Minute später schlug sich das auch im Ergebnis nieder. Rudnevs beförderte Aogos flache Flanke zum 1:1 über die Linie. Von diesem Erfolgserlebnis beflügelt, fanden die Hamburger noch mehr Gefallen daran, frech zu werden. Son, der zuvor den Pfosten getroffen hatte, setzte sich gegen Hummels und Bender durch und vollendete zum Führungstreffer - Dortmund lag zum ersten Mal in dieser Rückrunde zurück.

Ein Sieg, wie er in Dortmund selten gelingt

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie farbig. Nach einer Stunde schienen die Chancen des BVB wieder zu steigen. Es kam zum Ausgleich, allerdings nur was die Zahl der Spieler auf dem Rasen betraf. Nach einer „Notbremse“ gegen den aufs Tor zustürmenden Marco Reus bekam auch HSV-Verteidiger Bruma die Rote Karte vorgehalten. Diesen Rückschlag steckten die Hamburger ähnlich gut weg wie das Gegentor in der ersten Hälfte. Rudnevs baute den Vorsprung mit seinem zweiten Tor umgehend aus.

Dortmund versuchte nun mit gutem Willen, aber mit wenig Geschick, der Niederlage zu trotzen. Die Hamburger Sicherheitssysteme funktionierten gut, auch wenn Hummels und Santana die Möglichkeit hatten, es noch einmal spannend zu machen. Kurz vor Schluss machte Son mit seinem zweiten Tor den Auswärtssieg zu einem Triumph perfekt, wie er in Dortmund nur äußerst selten gelingt.

Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:4 (1:2)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (66. Gündogan), Felipe Santana, Hummels, Bender - Kehl (65. Schieber), Sahin - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen - Rincón, Aogo - Skelbred (74. Arslan), van der Vaart (63. Rajkovic), Son (90. Kacar) - Rudnevs
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Lewandowski (17.), 1:1 Rudnevs (18.), 1:2 Son (26.), 1:3 Rudnevs (62.), 1:4 Son (89.)
Gelbe Karten: Götze (3) / Aogo (2), van der Vaart (4)
Rote Karten: Lewandowski (31./grobes Foulspiel) / Bruma (59./Notbremse)

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Dortmunder Debakel gegen Juventus Die gelbe Wand ist umgefallen

Borussia Dortmund kann Juventus Turin bei der 0:3-Niederlage kaum etwas entgegen setzen. Der BVB verabschiedet sich ins Mittelmaß. Selbst eine Mannschaft wie Köln ist taktisch überlegen. Mehr Von Richard Leipold, Dortmund

19.03.2015, 04:20 Uhr | Sport
Dortmunder Krise Klopp fordert großen Kampf

Borussia Dortmund ist im Abstiegskampf angekommen. Mit Abwarten und Tee trinken ist es nicht getan. Trainer Jürgen Klopp fordert großen Kampf mit einer herausragenden Einstellung. Mehr

04.12.2014, 09:02 Uhr | Sport
Ciro Immobile Das große Rätsel von Borussia Dortmund

18,5 Millionen Euro kostete Ciro Immobile Dortmund im Sommer 2014. Doch die Zwischenbilanz vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Juventus Turin am Mittwoch (20.45 Uhr) fällt ziemlich bescheiden aus. Dafür gibt es Gründe. Mehr Von Richard Leipold, Dortmund

18.03.2015, 13:56 Uhr | Sport
Borussia Dortmund Nach der Niederlage gegen Augsburg

Wer hätte das zu Beginn der Saison gedacht: Borussia Dortmund, Bundesliga-Zweiter im letzten Jahr, wird am Samstag auf Freiburg treffen, um gegen den Abstieg zu kämpfen. Trotzdem zeigte sich Trainer Jürgen Klopp zuversichtlich. Mehr

05.02.2015, 18:09 Uhr | Sport
0:3 gegen Juventus BVB sagt der Champions League für ein Jahr Adieu

Der Zehnte der Bundesliga gehört eben doch nicht zur Europa Top 8: Borussia Dortmund scheitert im Achtelfinal-Rückspiel chancenlos an Juventus Turin. Der BVB wird somit kommende Saison nicht in der Königsklasse spielen. Mehr Von Christian Kamp, Dortmund

18.03.2015, 22:35 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.02.2013, 17:37 Uhr