http://www.faz.net/-gtm-76fbd

1:4 gegen Bremen : Strukturschwache Stuttgarter

  • -Aktualisiert am

Lang gemacht: Bremens Petersen (l.) im Duell mit Serdar Tasci Bild: dapd

Keine Typen weit und breit: Nach der fünften Niederlage in Serie befindet sich der VfB Stuttgart wieder einmal in einer tiefen Krise. Die Bremer hingegen arbeiten sich in der Tabelle wieder nach oben.

          Der VfB Stuttgart taumelt in der Fußball-Bundesliga dem Tabellenkeller entgegen. Die Schwaben verloren ihr Heimspiel gegen Werder Bremen mit 1:4 (0:1) - die vierte Niederlage im vierten Spiel 2013. Es war eine Niederlage, die sinnbildlich für die Gesamtsituation bei den Schwaben war: Dem Spiel der Mannschaft von Bruno Labbadia fehlte eine klare Struktur; die Angst vor den eigenen Fehlern war allgegenwärtig.

          Fehler wie der von William Kvist in der 60. Minute, als der dänische Sechser der Schwaben das 2:1 für die Gäste einleitete. Ohne große Not verlor der defensive Mittelfeldspieler in der eigenen Hälfte den Ball und legte diesen Bremens Aaron Hunt auf den Fuß vor. Es war ein „Geschenk“ an den Spielmacher der Norddeutschen, eines, das dieser mit einem abgeklärten Schuss an VfB-Keeper Sven Ulreich vorbei annahm.

          Wieder im Soll: Hunt und Ekici (r.) freuen sich über drei Punkte
          Wieder im Soll: Hunt und Ekici (r.) freuen sich über drei Punkte : Bild: dpa

          Anschließend wirkte der VfB geschlagen, dabei war noch eine halbe Stunde zu spielen. Die falsche Körpersprache, ausschließlich überhastete Einzelaktionen, ein Spielaufbau, der jeder Struktur entbehrte. Auf dem Platz stand eine verunsicherte Mannschaft, der es in entscheidenden Aktionen an Courage mangelte. Als Kvist nach 67 Minuten für Daniel Didavi Platz machte, hallten die ersten Pfiffe enttäuschter Fans durch die Stuttgarter Arena - sie resignierten spätestens nach dem 1:3 durch Mehmet Ekici.

          Dabei waren die Anhänger anfangs hoffnungsfroh ins Spiel gegangen. Nach gerade einmal zwei Minuten hatten viele von ihnen bereits den Torschrei auf den Lippen. Ibrahima Traoré behauptete sich auf links Außen gegen gleich drei Bremer und steckte auf Torjäger Vedad Ibisevic durch. Der sah den auf rechts durchgestarteten Gotoku Sakai - doch der Japaner schlenzte den Ball mit dem Außenrist knapp über das Tor. Es war ein Lebenszeichen der Schwaben, die bis zur 20. Minute engagiert agierten, ehe sie völlig unvermittelt das Spiel abgaben.

          Bremen war am Zug. Nach 32 Minuten scheiterte der weit aufgerückte Zlatko Junuzovic noch am glänzend parierenden VfB-Keeper Sven Ulreich, der einen Schuss gegen den Lauf mit einem famosen Reflex entschärfte. Zwei Minuten später war auch er machtlos, als Kevin de Bruyne auf rechts zum Strafraum vordrang und einfach mal draufhielt.

          Vor dem Fünfmeterraum brachte Ekici sein Bein hinter den Ball, der über Ulreich hinweg ins Tor sprang. Eine Gegenwehr der Schwaben? Fehlanzeige. Ibrahima Traoré gelang nach der Pause mit einem feinen Direktschuss zwar der 1:1-Ausgleich. Doch es blieb bei diesem kurzen Aufbäumen. Keiner ging dem Team voran.

          Unterlegen: Der Stuttgarter Harnik (Mitte) hat gegen die Bremer Übermacht keine Mittel
          Unterlegen: Der Stuttgarter Harnik (Mitte) hat gegen die Bremer Übermacht keine Mittel : Bild: dpa

          Auch Kapitän Serdar Tasci nicht, der unter der Woche noch das Fehlen echter Führungsspieler bemängelt hatte - dabei war diese Rolle von Sportdirektor Fredi Bobic gerade dem Innenverteidiger zugedacht.

          Doch wie seine Kollegen konnte auch Tasci weder das zweite Tor des agilen Ekici (74.) noch de Bruynes Schlusspunkt in der Nachspielzeit verhindern - wieder war der VfB geschlagen. Und der Unmut der Fans wuchs von Minute zu Minute: „Wir haben die Schnauze voll!“ Es bleibt die Suche nach echten Charakteren - ein Makel, das sich in Stuttgart turnusgemäß wiederholt.

          VfB Stuttgart - SV Werder Bremen 1:4 (0:1)

          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist (68. Didavi), Gentner - Harnik (67. Macheda), Torun (77. Okazaki), Traoré - Ibisevic
          Werder Bremen: Mielitz - Ignjovski, Lukimya, Sokratis, Schmitz - Junuzovic (89. Fritz) - Elia, de Bruyne, Hunt (90. Gebre Selassie), Ekici (85. Prödl) - Petersen
          Schiedsrichter: Perl (Pullach) 
          Zuschauer: 41.200
          Tore: 0:1 Ekici (34.), 1:1 Traoré (50.), 1:2 Hunt (60.), 1:3 Ekici (74.), 1:4 de Bruyne (90.+2)
          Gelbe Karten: Gentner (4), Ibisevic (6), Traoré (3) / Petersen (3)

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          FC Bayern gewinnt packendes Spiel

          4:2 gegen Bremen : FC Bayern gewinnt packendes Spiel

          Das Duell Spitzenreiter gegen Kellerkind ist alles andere als eine klare Sache. Die Bremer gehen in München gar in Führung. Doch am Ende entscheiden zwei Spieler die torreiche Partie für die Münchner.

          Blamage für Klopp und Liverpool Video-Seite öffnen

          Premier League : Blamage für Klopp und Liverpool

          Gegen Spitzenreiter Manchester City gab es einen furiosen Sieg. Beim Tabellenletzten Swansea aber kassiert der FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp eine Niederlage. Dabei sieht der 84-Millionen-Euro-Einkauf schlecht aus.

          Unterwegs auf dem Schnee-Surfbrett Video-Seite öffnen

          Ohne Bindung : Unterwegs auf dem Schnee-Surfbrett

          Nachmachen nicht empfohlen: Alex Pashley ist ohne Bindung zwischen Brett und Fuß im Tiefschnee unterwegs. In diesem Video fährt er auf diese Art durch einen Wald in Colorado.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Car2Go und DriveNow gehören bald zusammen.

          F.A.Z. exklusiv : Drive Now und Car2Go vor der Fusion

          BMW und Daimler legen ihre Carsharing-Gesellschaften zusammen. Das hilft Kosten zu sparen, hat aber auch strategisches Kalkül.
          Wegen fahrlässiger Verwendung: Sowohl beim Menschen als auch bei Nutztieren verliert das Medikament zusehends an Wirkung.

          Tödliche Keime : Wie der Mensch sich mit Antibiotika selbst entwaffnet

          Antibiotika sollen jährlich Millionen Leben retten. Doch weil Ärzte, Patienten und Landwirte fahrlässig damit umgehen, verlieren sie an Wirkung. Lässt sich der Kampf gegen resistente Erreger noch gewinnen?

          14-Jähriger erstochen : Tödlicher Streit unter Schülern

          Der mutmaßliche Täter von Lünen soll leicht zu provozieren und schon eine Zeit lang nicht mehr im Unterricht gewesen sein. Am Dienstag kam er zum ersten Mal wieder – und stach offenbar unvermittelt einen Mitschüler nieder.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.