Home
http://www.faz.net/-gtn-75ura
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

1:3 in Leverkusen Frankfurter Niederlage mit Unterbrechung

 ·  Leverkusen kommt gut aus den Startlöchern und gewinnt mit 3:1. Frankfurt ist und bleibt in fremden Stadien ein ungern gesehener Gegner - weil die zündelnden Fans wieder negativ auffallen.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (3)
© dpa Vergrößern Wegen des Abbrennens von Pyrotechnik wurde die Partie sieben Minuten unterbrochen

Eintracht Frankfurt ist und bleibt in fremden Stadien ein ungern gesehener Gegner. Das liegt in erster Linie am gewachsenen Selbstbewusstsein des Aufsteigers auf dem Fußballplatz, der auch zum Rückrundenauftakt in Leverkusen unerschrocken zu Werke ging, so dass die Werkself alle Hände voll zu tun hatte, ehe sie sich ihres 3:1-Siegs sicher sein konnte.

Wesentlich zum schlechten Image der Hessen fern der Heimat trägt schon seit langem ein kleiner, aber unbelehrbarer Kern unter den Frankfurter Anhängern bei, denen es vor allem auf die eigene Selbstinszenierung und die Lust am Unruhestiften auf den Rängen ankommt. Einige Pyromanen sorgten auch am 18. Spieltag einmal mehr für einen unrühmlichen Zwischenfall, der die Eintracht demnächst vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes teuer zu stehen kommen dürfte.

Nach einer Viertelstunde am Samstagnachmittag zündeten einige Vermummte im mit mehr als tausend Besuchern gefüllten Frankfurter Fanblock für ein Feuerwerk, bei dem Kanonenschläge explodierten, Silvesterraketen auf den Rasen geschossen und bengalische Fackeln gezündet wurden - Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied sofort, die Partie zu unterbrechen und beorderte beide Teams, auch zu ihrer eigenen Sicherheit, in die Kabine.

Nach einer mehrminütigen Zwangspause, in der sich der dichte Qualm aus der Arena verzogen hatte, ging die Partie ohne weitere Zwischenfälle weiter. Zunächst waren es dabei die Profis von Trainer Armin Veh, die den Takt bestimmten und mit schnellen Kombinationen im Mittelfeld gefährlich in die Bayer-Hälfte vorstießen. Takashi Inui, Sebastian Rode und Stefan Aigner besaßen bis zur 30. Minute gute Einschussmöglichkeiten für die Hessen, schlossen die Vorstöße kurz vor Torwart Bernd Leno aber jeweils zu überhastet ab.

In der Schlussphase des ersten Abschnitts stand den Leverkusenern das Glück zur Seite, als sie den bis dahin sicher stehenden Abwehrblock der Frankfurter überraschend knacken konnten: Marco Russ, in der Winterpause aus Wolfsburg wieder an den Main gewechselt, gelang es nicht, den Ball nach einem Eckstoß von Gonzalo Castro aus der Gefahrenzone weit weg zu schlagen. Er bugsierte ihn direkt vor die Füße von Sebastian Boenisch - der Leverkusener Abwehrspieler nahm das Angebot im Strafraumgewühl dankend an und drosch die Kugel aus rund zwölf Metern zum 1:0 ins Netz (31.).

Rückkehrer Russ sah auch schlecht aus, als keine 120 Sekunden später der nächste Treffer fiel. Er und Nebenmann Carlos Zambrano waren sich nicht schnell genug einig, wer aus der Innenverteidigung heraus rücken und sich dem heraneilenden Castro in den Weg stellen sollte, so dass der Deutsch-Spanier bei diesem Konter freie Bahn besaß und den Überblick behielt, um den noch besser postierten Stefan Kießling zu bedienen: Der Torjäger hatte keine Mühe, mit seinem 13. Saisontor zum 2:0 einzuschieben.

Nach dem Seitenwechsel mühten sich die Frankfurter nach Kräften, den Anschluss herzustellen, doch in der Offensive fehlte es ihnen bis kurz vor Schluss, als Alexander Meier noch traf (78.), vielfach an Durchschlagskraft. Entschieden war die Begegnung zu diesem Zeitpunkt bereits, denn André Schürrle hatte zuvor alle Zweifel am Ausgang beseitigt: Sein Tor bedeutete zugleich ein Leverkusener Jubiläum der besonderen Art: Das 3:0 war der 1904. Bundesligatreffer für den 1904 gegründeten Fußballklub.

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt 3:1 (2:0)

Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Rolfes - Reinartz, Bender - Castro (90.+2 Hosogai), Schürrle (83. Hegeler) - Kießling (89. Sam)
Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano (73. Butscher), Russ, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner, Meier, Inui (83. Kittel) - Matmour (62. Occean)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 28.767
Tore: 1:0 Boenisch (31.), 2:0 Kießling (33.), 3:0 Schürrle (58.), 3:1 Meier (78.)
Gelbe Karten: Boenisch (2) / Russ (1), Zambrano (7)

  Weitersagen Kommentieren (4) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
2:1 gegen Hertha BSC Leverkusen fragiles Gefüge hält - vorerst

Beim Comeback von Trainer Lewandowski gelingt Leverkusen ein Sieg. Nach dem Blitzstart durch das Tor von Kießling muss Bayer gegen Hertha aber bis zum Schluss um den Sprung auf Platz vier zittern. Mehr

13.04.2014, 17:26 Uhr | Sport
Derby-Check: Von Mann zu Mann Fußball-Macho gegen Duracell-Hase

Die Mainzer liegen zwölf Punkte vor den Frankfurtern: Dennoch sind die Trainer Tuchel und Veh einig, dass sich ihre Teams auf Augenhöhe bewegen. Unser Derby-Check kommt zum gleichen Ergebnis – 7:7! Mehr

05.04.2014, 09:00 Uhr | Rhein-Main
Eintracht Frankfurt Rettung ohne Risiko

Stabilität statt Sturm: Trainer Vehs Systemwandel bringt der Eintracht auch beim 2:0-Sieg gegen Mainz die entscheidende Sicherheit im Kampf um den Verbleib in der Bundesliga. Mehr

06.04.2014, 09:06 Uhr | Sport

19.01.2013, 17:43 Uhr

Weitersagen
 
Umfrage

Wer wird Champions-League-Sieger 2014?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.