http://www.faz.net/-gtm-9dhqm

1:3 in Dortmund : Frankfurt verliert beim Angstgegner

Aus kurzer Distanz: Dortmunds Abdou Diallo überwindet Frankfurts Torwart Kevin Trapp Bild: AP

Dortmund bleibt für Eintracht Frankfurt ein schwieriges Pflaster: Beim 1:3 schießt der aus Frankfurt gewechselte Wolf den BVB Richtung Sieg. Alcacer erzielt sein erstes Bundesligator.

          Die schwarze Serie hat Bestand. Nun sind es schon acht Spiele seit dem letzten Sieg im Februar 2010, in denen sich die Frankfurter Eintracht bei Auswärtsspielen in Dortmund der Borussia geschlagen geben musste. Zum Auftakt des dritten Bundesliga-Spieltags zog sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter am Freitag unter Flutlicht zwar achtbar aus der Affäre, war aber beim 1:3 letztlich unterlegen.

          Für den BVB, für den Abdou Diallo (36.), Marius Wolf (72.) und Paco Alcacer (88.) bei einem Gegentreffer von Sebastien Haller (68.) erfolgreich waren, reichte der neuerliche Sieg gegen den Lieblingsgegner an Freitagabenden, um tabellarisch zumindest für eine Nacht an die Spitze der Liga zu rücken. „Gefühlt hat Dortmund dreimal aufs Tor geschossen und drei Tore gemacht“, sagte Kevin Trapp nach der Partie. „3:1 ist zu deutlich. Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Wir müssen mutig bleiben.“

          Bundesliga

          Dass der Eintracht-Trainer wegen der großen Verletztenmisere handeln musste, war klar. Der Österreicher entschied sich dafür, bei der personellen Neuausrichtung seiner Mannschaft auf zwei Kräfte zu setzen, von denen sich der Klub eigentlich verabschieden wollte. Doch Marco Fabian und Simon Falette, für die sich in der sommerlichen Transferperiode keine neuen Vereine gefunden hatten, durften bleiben, die mittlerweile wieder aufgelöste Trainingsgruppe zwei verlassen – und wurden jetzt belohnt. Beide schafften den Sprung zurück in die Startelf. Der Mexikaner Fabian, mit einem Bein schon bei Fenerbahce Istanbul gewesen, durfte sich im offensiven Mittelfeld tummeln. Der Franzose Falette wurde von Trainer Hütter in der favorisierten Viererabwehrkette auf den linken Außenposten geschoben.

          Mit dem 4-2-3-1-System, auf das der Eintracht-Coach besonders große Stücke legt, gelang es den Frankfurtern lange Zeit, die überlegenen Dortmunder nicht entscheidend zur Entfaltung kommen zu ließen. Eintracht-Außenspieler Filip Kostic war es sogar vorbehalten, als erster Spieler des Abends überhaupt auf das Tor zu schießen (6.).

          Die Borussen hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, vermochten daraus aber keinen Vorteil zu generieren. So bedurfte es einer Standardsituation, um die Frankfurter Defensive, in der David Abraham und Evan Ndicka die Innenverteidigung bildeten, auszuhebeln. In der 36. Minute war es Kapitän Marco Reus, der einen Eckball in Richtung Fünfmeterraum zirkelte und dort mit dem aufgerückten Diallo einen dankbaren Abnehmer fand. Scheiterte der von Mainz 05 zum BVB gekommene Verteidiger beim ersten Versuch mit einem Kopfballaufsetzer noch am gut reagierenden Eintracht-Torwart Kevin Trapp, so war Diallo im Nachsetzen mit seiner zweiten Aktion erfolgreich, als er den Ball mit dem linken Knie zum verdienten 1:0 über die Linie drückte.

          Wie immer in Dortmund: Hängende Köpfe bei Frankfurter Spielern

          Aus der personellen Not eine kämpferische Tugend zu machen: Diesen Grundsatz beherzigte sich die Eintracht auch nach dem Seitenwechsel. Geschickt stellten die Frankfurter die Räume zu und erreichten so, den BVB auf Abstand zu halten. Ein eigentlich schneller Außenspieler wie Wolf, in der Vorsaison noch für die Hessen am Ball gewesen, schaffte es bis zu diesem Zeitpunkt nicht ein einziges Mal, zu einem ansehnlichen und raumgreifenden Sprint anzusetzen.

          In der 63. Minute brachte Hütter mit Luka Jovic und Jonathan de Guzman zwei frische Kräfte; Gelson Fernandes und Fabian gingen aus dem Spiel. Guzman war es auch, der es drei Minuten später mit einem Distanzschuss versuchte. Laut wurde es in der mit 81.000 Zuschauern bestens besuchten Arena, als Alcacer für Maximilian Philipp in die Partie kam (67.). Für den für eine Saison ausgeliehenen Spanier vom FC Barcelona war es das Bundesligadebüt.

          Schwarz-Gelb gewinnt: Freude beim BVB

          Für Eintracht-Stürmer Haller war das, was er in der 68. Minute mit großer Klasse und Kaltschnäuzigkeit machte, fast schon eine Selbstverständlichkeit. Mit rechts erzielte er nach Vorarbeit von Danny da Costa im Fallen das 1:1. Es war schon der dritte Saisontreffer im dritten Spiel für den Franzosen. Sollte es die Eintracht tatsächlich schaffen, zumindest einen Punkt aus Dortmund mit nach Hause zu nehmen?

          Der BVB hatte etwas dagegen, gerade Wolf hielt nichts davon. Es blieb dem einstigen Eintracht-Profi vorbehalten, mit einem Flachschuss für seine neuen Dortmunder Spielkameraden das 2:1 zu erzielen (72.). Sechs Minuten vor dem Ende brachte Hütter mit Nicolai Müller seinen dritten Einwechselspieler in die Partie. Doch auch der Stürmer schaffte es nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen. Im Gegenteil: Als Alcacer in der 88. Minute mit links aus 20 Metern Maß nahm, flog die Kugel für Trapp unhaltbar zum 3:1 in das Frankfurter Tor. Es bleibt dabei: Auswärtsspiele in Dortmund sind für die Eintracht keine lohnende Sache.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brexit-Verhandlungen : Schlichtweg inakzeptabel

          Die Zurückweisung auf dem EU-Treffen in Salzburg hat die Briten schockiert. Premierministerin Theresa May reagiert trotzig. Die Gegner ihres Plans im Land sehen sich aber bestätigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.