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1:3 gegen Dortmund Wolfsburg stürzt ins Niemandsland

13.12.2009 ·  Was ist nur mit dem deutschen Meister los? Gegen Dortmund lag Wolfsburg schon zur Halbzeit mit 0:3 hinten. Barrios traf doppelt, Owomoyela legte nach. Der VfL gab ein schlimmes Bild ab - daran änderte auch Grafites 1:3 nichts mehr.

Von Roland Zorn, Wolfsburg
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Der deutsche Fußballmeister VfL Wolfsburg führt in der Bundesliga nur noch eine Schattenexistenz. Die Mannschaft, in der vorigen Spielzeit ob ihrer Heimstärke gefürchtet, verlor am Sonntagabend schon ihr viertes Saisonspiel in der Volkswagen-Arena. 30.000 Zuschauer, soweit Anhänger des VfL, waren schon bei Halbzeit desillusioniert. Die 3:0-Pausenführung von Borussia Dortmund durch Tore von Barrios (8. und 10. Minute) sowie Owomoyela (36.) war für diese Wolfsburger uneinholbar.

Eine leichte Ergebniskorrektur zum 1:3-Endstand glückte Grafite (55.) zwar, doch an dem Sturz des VfL ins Niemandsland der Tabelle vermochte dieses Tor nichts zu ändern. Damit brechen auch für Trainer Armin Veh, den Nachfolger des gefeierten Felix Magath, schwere Zeiten an. „Wir haben in den letzten Wochen viele Nackenschläge bekommen. Dortmund war uns mental und physisch überlegen“, sagte Veh. „Wenn man dann nach zehn Minuten 0:2 hinten liegt, werden die Beine schwer. Wir müssen uns zusammenreißen und punkten.“

Borussia Dortmund dagegen präsentierte sich eine Woche vor den Feierlichkeiten zum hundertjährigen Geburtstag des Traditionsklubs wie runderneuert. Der BVB kann als Tabellensechster inzwischen voller Optimismus einen Platz im kommenden Europapokal-Wettbewerb ins Auge fassen. Gewarnt waren die Wolfsburger. Sie trafen auf einen Gegner, der in den vergangenen acht Bundesligaspielen nicht mehr verlor. Doch sie hatten das Alarmsignal trotzdem übersehen.

Läuferisch, kämpferisch, spielerisch turmhoch überlegen

Mochte auch Veh auf die akute Formschwäche von Grafite, dem Schützenkönig von gestern, reagiert und den VfL mit einem Fünfermittelfeld besetzt haben, so öffneten sich dem BVB doch von Anfang an Lücken, ja Löcher in der gewohnt porösen Wolfsburger Abwehr, der drittschlechtesten der Liga.

Läuferisch, kämpferisch, spielerisch war die Borussia dem deutschen Meister in den ersten 45 Minuten turmhoch überlegen. Entsprechend eindeutig las sich das Halbzeitergebnis: 3:0 für Dortmund nach zwei Treffern des nun schon achtmal erfolgreichen Argentiniers Lucas Barrios sowie einem weiteren Tor von Owomoyela. Der konzeptlose VfL, verhöhnt und beschimpft vom eigenen Anhang, brachte weder den Mut noch die Kraft auf, den Westfalen zu irgendeinem Zeitpunkt während der ersten 45 Minuten zu trotzen.

Und so konnte Sahin die Kombinationen des BVB ungestört einleiten, konnte Zidan nach Belieben wirbeln, konnte Barrios seine Effektivität vor dem Tor ausspielen. Das Dortmunder Spiel perlte, das der alten Meister wirkte abgestanden. Daran änderte auch die frühe Einwechslung von Grafite nichts, der, wie schon am Dienstag in der Champions League gegen Manchester United, zunächst nur durch die Gegend stolperte.

Zur Wolfsburger Trendwende reicht es bei weitem nicht mehr

VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach war nach 45 Minuten bedient. Die für denselben Abend angesetzte Weihnachtsfeier hätte er „am liebsten abgesagt“. Marbach sprach von einem „absoluten Tiefpunkt“ in dieser Saison und davon, dass „unruhiger“ werde „im Umfeld“. Aussagen, die vor allem Veh gegolten haben dürften.

Für die zweite Hälfte forderte Marbach, dass sich der VfL „nicht weiter blamiert“ und dass „wir sie mit Anstand zu Ende bringen“. Zumindest die Schadensbegrenzung glückte. Grafite verkürzte für die nun zumindest bemühten Wolfsburger mit seinem fünften Saisontor auf 1:3 und stimmte damit den grün-weißen Anhang wieder eine Spur gnädiger. Doch zur Trendwende reichte es bei weitem nicht mehr. Dafür waren die Verhältnisse schon bei Halbzeit allzu eindeutig geklärt.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:3 (0:3)
Wolfsburg:
Benaglio - Riether, Ricardo Costa, Barzagli, Schäfer (21. Johnson) - Hasebe, Josue - Kahlenberg (22. Grafite), Gentner (44. Pekarik) - Misimovic - Dzeko. - Trainer: Veh
Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Zidan (62. Valdez), Großkreutz (90.+2 Felipe Santana) - Barrios (86. Stiepermann). - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore: 0:1 Barrios (8.), 0:2 Barrios (10.), 0:3 Owomoyela (36. ), 1:3 Grafite (55.)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Josue (5) - Sahin (3), Großkreutz (2)

Quelle: F.A.Z.
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