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1:2 in Bielefeld Leverkusen strauchelt wieder beim Angstgegner

23.11.2008 ·  Sie wollten ihre Tabellenführung verteidigen - und landeten auf dem harten Boden der Tatsachen. In Bielefeld verlor Bayer Leverkusen mit 1:2. Wichniarek und Halfar trafen für die Arminia, die sich Luft im Abstiegskampf verschaffte.

Von Roland Zorn, Bielefeld
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Bayer Leverkusen bleibt Arminia Bielefelds Lieblingsgegner in der Schüco Arena. Dort, wo die Rheinländer zuletzt 1999 gewonnen haben, verloren sie auch am Samstag vor 21 000 Zuschauern wieder. Angereist als Tabellenführer, unterlagen sie den Ostwestfalen in einem nach der Pause rassigen Bundesliga-Spiel 1:2. Für Bielefeld, das damit die Abstiegsplätze verließ, erzielten Wichniarek (53. Minute) und Halfar (69.) die Tore, für den entthronten Spitzenreiter war Helmes (78.) erfolgreich.

Bayer, schwach wie noch nie in dieser Spielzeit, beendete die Partie mit zehn Mann, da Dum nach einem groben Foulspiel die Rote Karte vorgehalten wurde (87.). „Die Leverkusener scheinen uns zu liegen, die können ruhig jede Woche kommen“, sagte Halfar. Bayer-Trainer Bruno Labbadia bemängelte, seine Mannschaft habe „zu spät die Handbremse gelöst“. Sein Kollege Michael Frontzeck war rundum zufrieden: „Der Blick auf die Tabelle ist jetzt sehr angenehm.“

Wichniarek verkörpert für Arminia das Prinzip Hoffnung

Wer am Samstag in Bielefeld einen Ausflug ins Grüne wagen wollte, der musste zur „Alm“ fahren: dem einzigen, rasenbeheizten Stück Grün im verschneiten Ostwestfalen. Hierherzukommen lohnte sich schon allein wegen des hohen Besuchs. Bayer Leverkusen, der Spitzenreiter, gab sich die Ehre. Während Labbadias Werksteam an den 13 Spieltagen zuvor Tor auf Tor schoss, verkörpert in Bielefeld nur ein Angreifer das Prinzip Hoffnung: Artur Wichniarek. Der Pole stürmte in der Spielzeit 2000/01 eine Saison lang gemeinsam mit Labbadia für die Arminia. In Bielefeld fühlt sich Wichniarek nach einem Berlin-Intermezzo daheim. Anfang der Woche verlängerte er seinen Vertrag bis 2011.

Wichniarek kam sich eine Halbzeit wie ein sehr einsamer Stürmer vor. Aber auch die Leverkusener brachten wenig zustande. Einmal rettete Eilhoff vor Helmes (17.), ein zweites Mal parierte der starke Bielefelder Torwart Renato Augustos Überraschungsschuss (42.).

Dum sah zu allem Überfluss auch noch die Rote Karte

Die Arminia störte die Rheinländer gewohnt zweikampfstark, kam aber am gegnerischen Strafraum regelmäßig ins Stocken. Das änderte sich nach der Halbzeit, als Halfar den Sambier Katongo ersetzte und aus seinen prompten Balleroberungen Kapital schlug. Nutznießer eines Halfar-Passes war Wichniarek, der in der 53. Minute vorbei an Nationaltorwart Adler seinen neunten Saisontreffer erzielte.

Der Halfar-Effekt setzte sich fort. In der 69. Minute war der U-21-Nationalspieler erstmals überhaupt unter den Bielefelder Torschützen. Er machte sich Kampers Vorlage volley zum 2:0 zunutze. Leverkusen, nun endlich an ein Spitzenteam erinnernd, konterte durch Helmes' Flachschuss zum 1:2 (78.) - sein zehntes Saisontor. Es ging nun rund auf der „Alm“, so rund, dass der erst kurz vorher eingewechselte Dum nach einem Tritt in die Knochen von Kauf die Rote Karte sah (87.). Es passte zu diesem verkorksten Leverkusener Arbeitstag.

Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen 2:1 (0:0)
Bielefeld:
Eilhoff - Lamey, Herzig, Kucera, Schuler - Kauf, Marx - Kirch, Katongo (46. Halfar), Kamper (81. Mijatovic) - Wichniarek (90.+1 Aigner). - Trainer: Frontzeck
Leverkusen: Adler - Sarpei (67. Dum), Friedrich, Henrique, Kadlec - Rolfes - Renato Augusto, Vidal (72. Gekas), Barnetta - Helmes, Kießling. - Trainer: Labbadia
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore: 1:0 Wichniarek (53.), 2:0 Halfar (69.), 2:1 Helmes (78.)
Zuschauer: 20.700
Rote Karte: Dum wegen groben Foulspiels (87.)
Gelbe Karten: Eilhoff, Kauf (3) - Rolfes (2)

Quelle: FAZ.NET
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