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1:2 gegen Stuttgart Bayern verliert jetzt auch dahoam

27.03.2010 ·  Eine Woche nach der Auswärtspleite in Frankfurt musste der FC Bayern München beim 1:2 (1:1) im Süd-Gipfel gegen den VfB Stuttgart die erste Heimniederlage seit dem 25. April 2009 hinnehmen - vor elf Monaten musste Jürgen Klinsmann nach dem 0:1 gegen Schalke 04 gehen.

Von Elisabeth Schlammerl, München
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Da war beim FC Bayern München einerseits Manchester United schon ein im Kopf und andererseits steckte das Pokalspiel unter der Woche bei Schalke 04 in den Knochen. Beides zusammen hat dem VfB Stuttgart am Samstag wohl genutzt zum 2:1 beim Rekordmeister - nach elf Jahren mal wieder ein Sieg der Schwaben in München.

„Wir waren alle heiß auf das Spiel und haben alles gegeben“, sagte Cacau, der das Tor von Marica zum Endstand vorbereitete (50. Minute). Zuvor waren die Bayern durch Olic (32.) in Führung gegangen, die Träsch (41.) ausglich. „Stuttgart hat gut gespielt. Es war eine ausgeglichene Partie, in der wir am Ende etwas Pech hatten“, sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal.

Was noch schwerer als den Verlust der drei Punkte für die Münchner wiegen könnte, ist Robbens Wadenzerrung. Der Holländer konnte in den letzten Minuten kaum mehr gehen, musste aber auf dem Platz bleiben, weil der FC Bayern sein Wechelkontingent schon aus geschöpft hatte. Sein Einsatz gegen Manchester ist unwahrscheinlich.

Das Duell der beiden besten Rückrundenmannschaften ließ nicht unbedingt eine dieser Abwehrschlachten erwarten, die es in der Münchner Arena so oft gibt und in der die Münchner oftmals nur anrennen müssen. „Stuttgart will auch mit Fußball spielen“, hatte van Gaal erklärt und gehofft, dass die Schwaben „das auch am Samstag machen.“ Aber daraus wurde zunächst nichts, denn der VfB verzichtete erst einmal auf die Offensive. Und die Bayern wirkten etwas müde, die Spritzigkeit fehlte nach der Sonderschicht im Pokal drei Tage zuvor. Van Gaal verzichtete schon deshalb zunächst auf seine beiden Kreativkräfte Robben und Ribéry, setzte sie erst einmal auf die Bank.

Wieder wird der Gegner von der Bayern-Führung beflügelt

Die 69.000 Zuschauer sahen zu Beginn eine mit Fehlern behaftete Partie. Der Ball wurde schlecht gestoppt, Pässe unpräzise gespielt - und dabei war der Rasen in einwandfreiem Zustand. Erst nach 20 Minuten wurde die Begegnung etwas niveauvoller. Die erste gefährliche Szene ereignete sich im Stuttgarter Strafraum, nach einer Ecke von Badstuber. Der von den Bayern-Fans mit einem heftigen Pfeifkonzert bedachte VfB-Torhüter Jens Lehmann flog am Ball vorbei, aber Klose köpfte daneben (26.). Kurz darauf gelang den Bayern der erste gute Spielzug, als der Ball schnell über van Buyten und Olic auf die linke Seite zu Pranjic gespielt wurde. Die Hereingabe des Kroaten schoss van Buyten ans Außennetz (29.). Drei Minuten später durfte Pranjic wieder flanken, dieses Mal stand Olic in der Mitte, und traf zum 1:0 (32.).

Aber die Führung beflügelte wie vor einer Woche in Frankfurt nicht die Bayern, sondern den Gegner. Stuttgart wagte sich endlich aus der eigenen Hälfte heraus und erhöhte das Tempo. Der Rekordmeister ließ die Schwaben agieren, die das Resultat schneller egalisieren konnten als Frankfurt am vergangenen Samstag, allerdings mit viel Glück. In der 41. Minute fälschte Badstuber einen Distanzschuss von Träsch unhaltbar für Butt zum 1:1 ab.

Ribérys mangelhaftes Defensivverhalten

Van Gaal sah in der Pause Handlungsbedarf und schickte in der 46. Minute sowohl Robben als Ribéry auf den Platz. Aber zunächst bewirkten die Fußballkünstler nicht viel. Das Geschehen spielte sich auf der anderen Seite des Feldes ab, vor dem Tor der Bayern. Zunächst kam Gebhart aus halbrechter Position unbedrängt zum Schuss, aber Butt parierte. Dann brachten die Münchner den Ball nicht aus dem Sechzehnmeterraum. Schließlich ließ Ribéry an der Strafraumgrenze Cacau vor das Tor flanken, so dass Marica am langen Pfosten einen halben Meter vor der Torlinie zum 2:1 für Stuttgart einköpfen (50.) konnte.

Das Spiel der Vorwoche schien sich zu wiederholen, aber anders als in Frankfurt hatten die Bayern noch viel Zeit, noch einmal die Wende zu schaffen. Die Münchner bemühten sich nun, und sie wirkten tatsächlich frischer als zu Beginn der Partie. Ribéry hatte in der 54. Minute seinen ersten Auftritt in der Offensive, mit hohem Tempo zog er auf der linken Seite davon, schoss dann den Ball aber am Tor vorbei.

Gegen Ende muss van Buyten wieder stürmen

Ein paar Minuten später drang Müller gefährlich in den Strafraum ein, erst Niedermeier konnte ihn bremsen. Die beste Chance vergab in der 62. Minute Klose, der den Ball nach einer Flanke von Lahm aus kurzer Distanz in Lehmanns Arme köpfte. Den Schwaben blieben nur mit wenigen schnellen Gegenstößen gefährlich, viel zu häufig ging aber dann der Ball im Angriff verloren.

Der Bayern-Trainer griff zehn Minuten vor dem Ende zum letzten Mittel, einem, das allerdings schon ein paar Mal geholfen hatte. Er schickte Verteidiger Demichelis, nach seinem Jochbeinbruch zum ersten Mal wieder im Kader, für den nun schon entkräfteten Offensivmann Müller aufs Feld und beorderte außerdem van Buyten von der Abwehr in den Angriff. Aber dieses Mal blieb der Belgier vorne wirkungslos., wie der Rest der Bayern-Offensive.

Bayern München - VfB Stuttgart 1:2 (1:1)
München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento - Müller (82. Demichelis), Schweinsteiger, van Bommel, Pranjic (46. Ribery) - Klose, Olic (46. Robben). - Trainer: van Gaal
Stuttgart: Lehmann - Boulahrouz, Niedermeier, Delpierre, Molinaro - Gebhart (87. Hilbert), Träsch, Khedira (34. Kuzmanovic), Hleb - Marica (72. Pogrebnjak), Cacau. - Trainer: Gross
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 1:0 Olic (32.), 1:1 Träsch (41.), 1:2 Marica (50.)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: van Bommel (5/3) - Cacau (5)

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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