Home
http://www.faz.net/-gtn-15u61
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 19. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

1:2 gegen Nürnberg Berliner Ende mit Schrecken

13.03.2010 ·  Der Abstieg von Hertha BSC ist wohl kaum noch zu vermeiden. Die Berliner verloren in der Nachspielzeit das Abstiegsduell im Olympiastadion gegen den 1. FC Nürnberg. Danach stürmten mit Stangen bewaffnete Hertha-Anhänger den Platz.

Von Michael Horeni, Berlin
Artikel Bilder (13) Lesermeinungen (2)

Die Spieler des 1. FC Nürnberg standen nach dem 2:1-Sieg gegen Hertha BSC Berlin in der Kurve bei ihren Fans, wo sie die Jubelfeier, die wenige Minuten zuvor auf dem Spielfeld begonnen hatte, in aller Ausgiebigkeit fortsetzen wollten. Doch von der anderen Seite des Olympiastadions, wo vor einem Jahr die Hertha-Fans noch selbstgebastelte Meisterschalen in den Himmel reckten und vom Titelgewinn sangen, stürmte eine Gruppe randalierender und vermummter Anhänger den Innenraum.

Der Sicherheitsdienst ließ sie gewähren und zog sich zurück. Die Kräfte wirkten „deeskalierend“, wie es später hieß, und die Nürnberger Profis flohen daher ebenso wie die Fotografen vor den Fahnenstangen schwingenden jungen Männern, so schnell es ging, in die Katakomben. „Wenn du da stehen bleibst, schlagen sie dir die Rübe ein“, sagte der Nürnberger Verteidiger Wolf. Das große Abstiegsduell des 26. Spieltags hatte ein Ende mit Schrecken gefunden, dessen Schadensbilanz sich noch genauso wenig benennen lässt wie die Konsequenzen.

„Man muss die Leute dingfest machen. Sonst bekommt man das nicht in den Griff“, forderte der Nürnberger Trainer Dieter Hecking nach einem bedrohlichen Finale, das nach der ersten Lageeinschätzung von Hertha-Sprecher Gerd Graus aber keine Verletzten hinterließ. Die Randalierer ließen ihre Aggressionen zumindest im Innenraum an Gegenständen aus, etwa an der Berliner Trainerbank. Als nach einigen Minuten dann auch die Polizei im Innenraum auftauchte, flüchteten die Hertha-Anhänger wieder zurück in ihre Kurve. Vor dem Stadion kam es dann jedoch zu Schlägereien zwischen Berliner und Nürnberger Fans.

Funkel: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“

Im Stadion hatten die Hertha-Anhänger zuvor fassungslos und enttäuscht erlebt, wie sich ihre Mannschaft nach einer teilweise erstklassigen Vorstellung selbst um den verdienten Lohn gebracht hatte - und sich nach der 1:2-Niederlage schon acht Spieltage vor Saisonschluss wie ein Absteiger fühlen muss. In der ersten Halbzeit hatten die Berliner noch mit einem erstaunlichen Selbstbewusstsein und großer Sicherheit den in der Vorwoche gegen Tabellenführer Leverkusen siegreichen Club in verblüffender Weise dominiert. Doch mehr als die Führung durch Gekas (37. Minute) sprang dabei nicht heraus, obwohl sich die Berliner noch über ein halbes Dutzend weiterer Torchancen erkämpften und erspielten. Aber nach der Pause sammelten sich die Nürnberger, und mit der zweiten Chance gelang Bunjaku (65.) der Ausgleich. In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Charisteas dann gar der Siegtreffer, der Nürnberg auf den rettenden 15. Rang beförderte - und den Abstand von Hertha auf den möglicherweise rettenden 16. Platz auf acht Punkte vergrößerte.

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Trainer Friedhelm Funkel - natürlich bis auf das Verschleudern auch der besten Möglichkeiten. „Da ist auch Unvermögen dabei.“ Erst scheiterte Raffael (11.) in aussichtsreichster Position, nachdem er Torhüter Schäfer schon ausgespielt hatte, mit seinem Schuss an Maroh, der den Ball kurz vor der Linie abwehrte. Gekas wehrte in der 16. Minute den Ball erst selbst mit dem Körper ab und schoss ihn dann an den Pfosten. Eine Minute später tauchte Ramos frei vor Schäfer auf, doch der Torhüter konnte den viel zu schwachen Schuss abwehren. In der 21. Minute zauberte die Hertha einen Angriff über Ramos, Gekas und Raffael auf den Platz. Doch der Kopfball des Brasilianers landete an der Latte - und sechs Minuten später war es dann Gekas mit einem Kopfball, der die Zuschauer fast schon jubeln ließ, doch Schäfer wehrte erstklassig ab. „Wir hatten es Rafael Schäfer zu verdanken, dass wir kein Debakel erlebt haben“, sagte Hecking über ein Spiel, von dem auch sein Kollege Funkel glaubte, dass es die Hertha leicht „3:0 oder 4:0“ hätte gewinnen können. Doch am Ende stand eine Niederlage, von der man nach der Saison wohl sagen wird, dass sich in ihr der Niedergang und der Abstieg der Hertha dokumentierten.

Hertha BSC Berlin - 1. FC Nürnberg 1:2 (1:0)
Berlin: Drobny - Piszczek (77. Wichniarek), Friedrich, Hubnik, Kobiaschwili - Dardai (67. Kacar) - Kringe (53. Nicu), Cicero - Raffael - Ramos, Gekas. - Trainer: Funkel
Nürnberg: Schäfer - Diekmeier, Wolf, Maroh, Pinola - Ottl, Tavares (57. Frantz) - Gündogan, Risse (77. Nordtveit) - Bunjaku, Choupo-Moting (66. Charisteas). - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore: 1:0 Gekas (36.), 1:1 Bunjaku (61.), 1:2 Charisteas (90. +2)
Zuschauer: 57.761
Gelbe Karten: Friedrich (5/2), Raffael (5/3) - Pinola (5/2)

Quelle: FAZ.NET
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   22  33   49 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   22  23   46 Verbesserung zur Vorwoche
3.  Logo: Bayern München
Bayern München   22  35   45 Verschlechterung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   22  1   36 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   22  3   34 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   22  -2   26 Verbesserung zur Vorwoche
11.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   22  -10   26 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   22  -11   25 Verbesserung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   22  -6   24 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   22  -13   24 Verschlechterung zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   22  -12   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   22  -12   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   22  -17   18 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   22  -20   18 Gleichheit zur Vorwoche
Ergebnisse, Tabellen und Statistik