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1:2 gegen Leipzig : Der Kölner Soforthelfer bleibt noch ohne Wirkung

  • -Aktualisiert am

Pizarro ist nicht bange: „Ich brauche diesen Druck, ich kenne diesen Druck“ Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Claudio Pizarro gibt sein Debüt für den 1. FC Köln – doch das Spiel gegen RB Leipzig geht verloren. Der prominente Neukölner verspricht Entlastung. „Ich brauche diesen Druck, ich kenne diesen Druck.“

          Das musikalische Ritual vor dem Anpfiff erlebte der meistfotografierte Mann des Abends noch von der Ersatzbank aus. Claudio Pizarro, am Freitag aus dem Ruhestand heraus vom 1. FC Köln verpflichtet, stand da und lauschte der FC-Hymne. Anschließend nahm er Platz und verfolgte das emsige Bemühen seiner neuen Kollegen, gegen RB Leipzig den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga einzufahren. Die Kölner zeigten zwar eine gute Leistung, liefen aber von der 30. Minute an wieder einem Rückstand hinterher.

          Kurz nach der Pause zog FC-Trainer Peter Stöger dann seinen neuen Joker und brachte Pizarro für den verletzten Jhon Cordoba ins Spiel. Die Einwechslung des prominenten Ankömmlings wurde von lautstarken Ovationen der Kölner Fans begleitet, die sich teils sogar von ihren Sitzen erhoben hatten. Manche stimmten voller Vorfreude einen Gesang an, der die große Hoffnung ausdrückte, die viele mit Pizarros Rückkehr ins Berufsleben verbinden. „Der FC Köln ist wieder da!“

          Bundesliga

          Was sie wohl gerufen hätten, wenn Leonardo Bittencourt nicht im Abseits gestanden hätte, als er den vermeintlichen Ausgleich erzielte – auf Vorarbeit von Pizarro, der zu diesem Zeitpunkt noch keine zwei Minuten auf dem Rasen war? Doch der Jubel über dieses vermeintliche Erfolgserlebnis schlug in Enttäuschung um.

          Köln steht nach dem 1:2 weiter am Tabellenende der Fußball-Bundesliga. Nach den Gegentoren von Lukas Klostermann (30. Minute) und Yussuf Poulsen (80.) gelang nur noch der Anschlusstreffer von Yuya Osako (82.) – zu wenig, um die sechste Niederlage im siebten Spiel noch abzuwenden.

          Damit lastet nun noch mehr Druck auf dem FC. Doch Pizarro versprach trotz der Niederlage Entlastung. „Ich brauche diesen Druck, ich kenne diesen Druck“, sagte der einstige Bayern-Profi nach dem Spiel. „Entspannt euch, ich nehme ihn auf mich.“

          Das Manko war das altbekannte. Die Kölner ließen eine Fülle von Chancen ungenutzt. Sie hatten sich mit Feuereifer ans Werk gemacht, bissig, zweikampfstark, viel selbstbewusster, als es man es von einem Tabellenletzten erwartet hätte, der in den ersten Wochen der Saison schon so manchen Rückschlag verkraften musste. Und so kamen sie zwar zu fünf sechs, guten Chancen allein in der ersten Hälfte, aber wie viel Energie und Kraft das Team auch investierte: Wenn es darum ging die energischen Vorstöße erfolgreich abzuschließen, fehlte es an Sorgfalt und an Fortune – oder der starke RB-Torhüter Peter Gulacsi hatte seine Hände im Spiel.

          Er kennt den Weg, aber das macht auch keinen Unterschied: Köln verliert auch mit Pizarro gegen Leipzig

          Symptomatisch für die bizarre Mischung aus Unvermögen und mangelndem Schussglück war die größte Chance kurz vor der Pause. Der agile Bittencourt hatte sich auf dem linken Flügel gegen drei Leipziger durchgesetzt und dann präzise geflankt, doch Milos Jojic verpasste die Chance, diese feine Vorarbeit zu veredeln und den Rückstand auszugleichen – Verteidiger Klostermann hatte den Meisterschaftszweiten der vergangenen Saison mit seinem ersten Bundesligator in Führung geschossen und damit nachgeholt, was Marcel Halstenberg kurz zuvor bei einem Pfostenschuss noch versäumt hatte.

          Während die Kölner ihren Sturmlauf nach der Pause wieder aufnahmen, baute Poulsen den Vorsprung bei einem Gegenstoß aus. So kamen die Leipziger dem Tagesziel auch ohne Timo Werner näher. Der Torjäger litt an einer Blockade der Halswirbelsäulenmuskulatur und des Kiefergelenks und war deshalb nicht mit ins Rheinland gereist. Werner verpasste einen Arbeitstag, der vermutlich nach seinem Geschmack gewesen wäre. „Es hätte auch 8:8 ausgehen können“, wie der Leiziger Cheftrainer Ralph Hasenhüttl es ausdrückte.

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