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1:2 gegen Fürth : Schalke am Tiefpunkt

  • -Aktualisiert am

Schalker Symbol des Niedergangs: Torjäger Huntelaar Bild: AP

Neuzugang Bastos bringt Schalke mit einem Traumtor in Führung. Doch dann gleicht Klaus für Fürth aus, ehe der Aufsteiger und Tabellenletzte in der Nachspielzeit gar noch gewinnt. Der Frust „auf“ Schalke steigt.

          Einen Augenblick lang hatte es so ausgesehen, als sollte sich für Schalke 04 an diesem Nachmittag alles zum Guten fügen. Kurz nach der Pause schoss der neue Mittelfeldspieler Michel Bastos die Königsblauen in Führung (46. Minute). Doch Flügel hat dieser Treffer den abermals enttäuschenden Gelsenkirchenern nicht verliehen.

          Im Gegenteil: Der unerschrockene Tabellenletzte Greuther Fürth stürzte Schalke dank der Tore von Felix Klaus (52.) und Nikola Djrudjic (90.) in die nächste Krise - soweit die vorherige überhaupt schon beendet war.

          Nach dem 1:2 gegen die Spielvereinigung, die vom früheren „Eurofighter“ Mike Büskens trainiert wird, ist die Stimmung bei den Schalkern auf dem Tiefpunkt. Und das eine Woche vor dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München. Schon im Lauf der zweiten Halbzeit hatte sich der Frust vieler Fans in wütenden Pfiffen entladen.

          Die Schalker hatten die Geduld ihres erwartungsfrohen Publikums von Anfang an strapaziert. Gegen den Außenseiter, der wacker verteidigte, fehlte es ihnen zumeist an zündenden Ideen. Der Weggang des Mittelfeldstrategen Lewis Holtby hatte eine Umbesetzung erforderlich gemacht, an die Schalke sich offenbar erst gewöhnen muss.

          Was nun? Schalke-Trainer Keller kann nicht zufrieden sein

          Auf die frei gewordene Position hinter der Spitze rückte Julian Draxler; dessen Außendienst auf dem linken Flügel übernahm Bastos, der Leihspieler aus Lyon, der seit Mitte der Woche bei Schalke unter Vertrag steht. Sonst bot Cheftrainer Jens Keller die Stammbesetzung aus der Hinrunde auf, also auch Jermaine Jones, dessen Sperre abgelaufen war.

          Aber Schalke kickte auch ähnlich limitiert wie im ersten Halbjahr, das den Königsblauen in der Bundesliga wenig Freude bereitet und schließlich zur Entlassung des Trainers Stevens geführt hatte. Eine Fülle von Ecken, die allesamt wirkungslos verpufften, stand sinnbildlich für die Vergeblichkeit des Bemühens.

          Bastos, der Neue aus Lyon, führt sich immerhin mit einem Traumtor ein

          Die Heimelf betrieb durchaus Aufwand, ihre Vorstöße waren jedoch unproduktiv. Ein vor der Linie abgewehrter Kopfball von Jones und ein Schuss von Bastos ans Außennetz zeugten mehr von gutem Willen als von Gefahr. Den Fürthern indes genügte es zunächst, Schaden von ihrem Tor abzuwenden.

          Das ist ihnen 45 Minuten lange mit einigem Geschick gelungen - bis Bastos am Strafraumeck mit einem fulminanten Linksschuss den Favoriten in Führung brachte. Der Volltreffer des Brasilianers muss auch die Fürther inspiriert haben. Schon sechs Minuten später trugen sie ihren ersten strukturierten Angriff vor und erzielten prompt den Ausgleich.

          Zum Schreien: Klaus gleicht für die Fürther aus

          Schalke verfiel wieder in den alten Trott. Rund um den Fürther Strafraum wurde es wieder ruhiger, dafür wuchs die Unruhe auf den Rängen. Und die Spielvereinigung fand immer mehr Gefallen daran, den Favoriten zu ärgern und selbst anzugreifen.

          So kam es noch schlimmer für Schalke, schlimmer sogar als eine Woche zuvor beim Unentschieden in Augsburg. Die Gelsenkirchener mussten in der Nachspielzeit sogar noch den entscheidenden Wirkungstreffer hinnehmen.

          FC Schalke 04 - SpVgg Greuther Fürth 1:2 (0:0)

          FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Neustädter, Jones (82. Pukki) - Farfán, Draxler (67. Raffael), Bastos - Huntelaar
          SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Zimmermann, Mavraj, Sobiech, Baba - Klaus (72. Sararer), Varga, Pekovic (69. Nehrig), Stieber - Djurdic, Asamoah (84. Azemi)
          Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
          Zuschauer: 60.693
          Tore: 1:0 Bastos (47.), 1:1 Klaus (52.), 1:2 Djurdic (90.+2)
          Gelbe Karten: Fuchs (5) / Pekovic (4), Sobiech (1), Varga (1)

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