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1:2 gegen Frankfurt Stuttgart setzt den Niedergang fort

 ·  Der VfB Stuttgart kassiert die sechste Pleite und bleibt Schlusslicht. Gegen Eintracht Frankfurt beginnen die Schwaben stark, lassen stark nach - und kommen erst zu zehnt - Delpierre sieht Rot - wieder in Fahrt. Die Hessen befinden sich dagegen im Aufwind.

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Das sportliche Elend des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga nimmt kein Ende. Der Tabellenletzte verlor am Sonntagnachmittag daheim in der Mercedes-Benz-Arena auch das sechste von bisher sieben Saisonspielen. Die 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt nach Toren von Gekas (18. Minute) und Chris (68.) bei einem Gegentreffer von Pogrebnjak (85.) entsprach den Verhältnissen, da die Hessen nach einer starken Stuttgarter Anfangsphase die deutlich bessere Mannschaft stellten.

Den Schwaben, deren Kapitän Delpierre nach einem brutalen Foul an Ochs die Rote Karte sah (84.), nutzte auch das internationale Zwischenhoch herzlich wenig, das sich am Donnerstag beim 2:1-Erfolg in der Europa League bei Odense BK abgezeichnet hatte. Als es wirklich zählte, war im Bundesliga-Alltag die alte Angst vorm Siegen, das verloren gegangene Selbstbewusstsein aufs Neue zu spüren. In Stuttgart wird nun die Kritik auch an Trainer Christian Gross wachsen, der das Team in der vorigen Saison aus dem Schlamassel befreit und in den europäischen Wettbewerb geführt hatte.

In Frankfurt dagegen sehen sie dem nächsten Punktspiel in zwei Wochen beim 1. FC Kaiserslautern als Tabellenzehnter entspannt entgegen. Stuttgart dagegen muss zur Kellerpartie in Gelsenkirchen beim FC Schalke 04 antreten. 17. gegen 18. - wer hätte das bei diesen namhaften Mannschaften vor der Saison für möglich gehalten?

Eintracht spielt abgeklärt und cool

Beim VfB hatten sie sich so viel vorgenommen. „Heute“, sagte Trainer Christian Gross, „wollen wir sehr geschlossen stehen und nicht so weit vorne angreifen (wie zuletzt beim 1:4 gegen Leverkusen).“ Gut gesagt, doch was nutzen die allerbesten Vorsätze, wenn nach einer starken Anfangsviertelstunde aus einem simplen Einwurf für die Eintracht ein schwerer Rückschlag für die Stuttgarter wird. Chris brachte den Ball per Hand mühelos zu Gekas, und der nahm per Kopf die Einladung zum 1:0 (18.) dankend an. Vier Stuttgarter in seiner Nähe griffen den Griechen, der schon sein fünftes Saisontor erzielte, nicht an.

Von diesem Moment an zerfaserte das zuvor noch druckvolle Angriffsspiel des VfB. Nationalspieler Träsch hatte schon nach zwei Minuten Pech, als sein Distanzschuss aus 25 Metern gegen die Unterkante der Latte und von da auf die Torlinie prallte. Doch nach dem 1:0 „verdienten“ sich die Hessen ihren Halbzeitvorsprung durch eine abgeklärte, coole Spielweise. Sie nahmen das Tempo aus der Partie und verunsicherten auch damit die Stuttgarter, die von einem Teil ihres ungeduldigen Anhangs bei Halbzeit ausgepfiffen wurden.

Frankfurt im Glück - Stuttgart im Pech

Gekas hatte noch einen weiteren Treffer auf dem Kopf, als Delpierre Tzavellas‘ Flanke unterschätzte (34.). Diesmal aber verfehlte der Torjäger der Eintracht das Ziel knapp. Wie bei seiner dritten kapitalen Gelegenheiten kurz nach dem Seitenwechsel, als der Schuss des Griechen nach Delpierres Patzer am Pfosten vorbei ins Toraus ging.

Im zweiten Durchgang legten die Hessen ihre Zurückhaltung ab und erspielten sich damit eine deutliche Feldüberlegenheit und ein Chancenplus. Die Stuttgarter, minütlich nervöser, hatten den Zugriff auf diese Partie verloren. Nachdem Torhüter Ulreich in der 68. Minute noch das 2:0 für die Frankfurter dank einer blitzartigen Reaktion bei Ochs‘ Schuss verhindert hatte, war es Sekunden später so weit. Kapitän Chris traf nach einem Eckball per Kopf für die Eintracht.

Die Frankfurter ließen sich den Sieg auch nach Pogrebnjaks Anschlusstreffer (85.) nicht mehr nehmen, nachdem Schiedsrichter Brych in der dramatischen Schlussphase zuvor den Stuttgarter Spielführer Delpierre wegen eines rohen Fouls an Ochs vom Platz gestellt und danach ein Tor von Cacau (89.) wegen einer angeblichen Abseitsstellung des Stuttgarters nicht anerkannt hatte.

VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:1)
Stuttgart:
Ulreich - Celozzi (69. Harnik), Tasci, Delpierre, Molinaro (56. Boka) - Träsch, Bah, Kuzmanovic, Gentner (69. Marica) - Pogrebnjak, Cacau
Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz (70. Meier), Russ, Tzavellas - Schwegler - Ochs (86. Kittel), Chris, Altintop, Köhler - Gekas (90.+1 Amanatidis)
Schiedsrichter:
Brych (München)
Zuschauer: 44.000
Tore: 0:1 Gekas (18.), 0:2 Chris (68.), 1:2 Pogrebnjak (85.)
Gelbe Karten: Boka (2), Pogrebnjak (1) / Franz (3), Russ (3), Schwegler (2), Tzavellas (3)
Rote Karte: Delpierre (84./grobes Foulspiel) / -

Quelle: F.A.Z.
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