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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

1:2 gegen den HSV Skibbes zweite Niederlage

28.01.2012 ·  Vor dem Spiel gegen den HSV versucht es der neue Trainer mit Parolen - trotzdem verliert die Hertha 1:2. Das heißt: Keine Struktur, schlechte Bilanz - unzufriedene Zuschauer.

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© dapd Das sieht nicht gut aus: Zwei Spiele, null Siege für Hertha-Trainer Skibbe

Michael Skibbe galt bisher als erfolgreicher Starter. Überall, wo er als Trainer begann, erfüllte er zuerst alle Erwartungen. Bei Hertha BSC Berlin sieht es aktuell noch nicht danach aus. Auf die Niederlage in Nürnberg folgte nun das 1:2 gegen den Hamburger SV. Ein verpatztes Heimdebüt für den neuen Übungsleiter. Und der Sturz in Regionen der Tabelle, die der Aufsteiger eigentlich nicht mehr kennenlernen wollte.

Nachdenklich stimmte dabei vor allem, wie unterlegen die Berliner lange wirkten. Sie waren erstaunlich harmlos gegen einen HSV, den Skibbe ob des 1:5-Debakels gegen Dortmund „einen angeschlagenen Boxer“ genannt hatte. Nun hing vielmehr seine Mannschaft von Beginn an in den Seilen. Dabei hatten Manager Michael Preetz als auch Skibbe darauf hingewiesen, wie groß die Gefahr ist, plötzlich in den Abstiegsstrudel hinein gerissen zu werden. Um das zu vermeiden, müsse man „alle Kräfte sammeln, alles mobilisieren“.

© dapd Gibts doch gar nicht: Christian Lell, Hertha-Kapitän

Doch der Effekt dieser Parolen blieb aus. Die Hamburger wirkten leichtfüßiger, schneller, ideenreicher - und auch viel bissiger. Schon nach einer halben Stunde mischten sich denn auch in die Pfiffe der 49000 Fans verzweifelte Rufe: „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“

Da schien der HSV, bei dem der eigentlich längst ausgemusterte David Jarolim in die Startelf gerückt war und als „Aggressive Leader“ im Mittelfeld wirkte, den Hausherren schon sehr viel Schneid abgekauft zu haben. Die Tore dürfen als Beleg dafür dienen.

Da die Hertha den Gegner lange so gar nicht unter Druck setzen konnte, durfte Außenverteidiger Dennis Diekmeier gleich zwei Mal die Zeit und Muße finden, um sich Assistpunkte zu sichern. Beim 1:0 düpierte er Levan Kobiaschwili und Andre Mijatovic auf engstem Raum. Auch Adrian Ramos stand nur staunend daneben, als Diekmeier auf Marcell Jansen flankte, der zur Führung traf (25. Minute). Ebenso frei war Mladen Petric kurz vor dem Seitenwechsel, der von einer weiteren präzisen Diekmeier-Flanke profitierte (45. +1).

Von Hertha war wenig zu sehen. Wenn überhaupt, dann durfte als Entschuldigung nur eine Szene nach etwa zwanzig Minuten gelten. Da traf beim Herauslaufen HSV-Torhüter Jaroslav Drobny statt des Balls den Kopf von Christoph Janker. Ein Strafstoß wäre möglich gewesen, Janker schied mit Verdacht auf Jochbeinbruch aus.

Jankers persönliches Unglück passte zu einem Tag, an dem Hertha nach einer zweiten Halbzeit voller Verzweiflung nur noch zum 1:2 durch Pierre-Michel Lasogga kam (81.), der kurz darauf sogar fast noch den Ausgleich erzielt hätte. Aber das wäre des Guten zu viel gewesen - weil Herthas Spiel zu wenig Struktur besaß und damit eine schlechte Bilanz ausgebaut wurde: Aus den letzten 26 Heimpartien in der ersten Bundesliga gelangen nur drei Siege.

Hertha BSC - Hamburger SV 1:2 (0:2)

Hertha BSC: Kraft - Lell, Hubnik, Janker (22. Mijatovic), Kobiaschwili - Ottl (75. Ronny), Lustenberger - Ebert, Ramos, Torun (46. Niemeyer) - Lasogga
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Bruma, Westermann, Aogo - Rincón, Jarolim - Sala (90.+3 Son), Jansen (90.+1 Rajkovic) - Guerrero, Petric (85. Kacar)
Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)
Zuschauer: 49.168 Tore: 0:1 Jansen (24.), 0:2 Petric (45.+1), 1:2 Lasogga (81.)
Gelbe Karten: Lell (5), Mijatovic (5), Niemeyer (4) / Rincón (4)

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