Home
http://www.faz.net/-gtm-74f3u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 17.11.2012, 17:34 Uhr

1:1 in Nürnberg München macht es sich zu leicht

Die frühe Führung von Mandzukic reicht dem FC Bayern in Nürnberg nicht zum Sieg. Beim ersten Remis der Saison kassiert Neuer sein erstes Gegentor auf fremden Platz. Feulner gleicht direkt nach der Pause aus. Später fliegt Gebhardt bei den Franken mit gelb-rot vom Platz.

© dpa Duell auf Augenhöhe: Gebhardt (vorne) gegen Alaba

Alles deutete darauf hin, dass die Bayern dieses Derby im Vorbeigehen  erledigen wollten. Ein bisschen Schonung konnte ja nicht schaden vor dem  Champions-League-Spiel an diesem Dienstag gegen Valencia. Doch so leicht wie  vielleicht gewünscht, wollte es ihnen der 1. FC Nürnberg dann doch nicht machen.

Christian  Kamp Folgen:

Mario Mandzukic brachte die Münchner zwar schon nach weniger als drei Minuten in Führung. Doch weil die auf sechs Positionen veränderte Elf von Trainer Jupp Heynckes danach allzu schnell in den Schongang wechselte, und  Markus Feulner kurz nach der Pause für den „Club“ ausglich (46.), wurde aus der  scheinbar spannungsfreien Angelegenheit noch ein fränkisch-bayerisches Duell  voller Leben und Leidenschaft - ein paar deftige Zweikämpfe, Szenen von  Rudelbildung und die Gelb-Rote Karte für den Nürnberger Timo Gebhart (76.)  inklusive. Die viertelstündige Überzahl genügte den Bayern nicht mehr, um die volle Punktausbeute mitzunehmen. Sie hatten es sich schlicht zu leicht  gemacht.

Siege mit und ohne Allofs © dpa Bilderstrecke 

Die europäischen Ambitionen in allen Ehren - aber allzu viele sorglose  Auftritte dieser Art sollten sich die Münchner nicht leisten, wollen sie nicht  ihre Solistenrolle an der Bundesliga-Tabellenspitze einbüßen. Der Rauch vom - gewiss kostenpflichtigen - Bengalo-Vorspiel aus dem  Bayern-Fanblock hatte sich gerade verzogen, da bewiesen die Münchner zum ersten  Mal Durchblick. Timoschtschuk setzte Kroos in Szene, der flankte, und Mandzukic  hatte mit bei seinem neunten Saisontor keine Mühe. Gleich zwei Nürnberger,  Klose und Pinola, waren so freundlich, noch nicht ganz bei der Sache zu  sein.

Mehr zum Thema

Heynckes hatte sein Team kräftig umgekrempelt - teils wegen Blessuren  (Robben, Ribéry, Boateng), teils zwecks Prophylaxe (Lahm, Martínez). An ihrer Stelle waren Shaqiri, Müller, van Buyten, Rafinha, Timoschtschuk mit von der  Partie, Mandzukic stürmte wieder für Pizarro. Die frühe Führung war eine  Versuchung, es sich bequem zu machen. Und mehr als nötig taten die Bayern  tatsächlich nicht. Nach 35 Minuten ergab sich nach bis dahin routinierter  Verwaltungsarbeit die Gelegenheit, für klare Verhältnisse zu sorgen. Doch nach  Zuspiel von Shaqiri ließ der völlig freie Rafinha die letzte Entschlossenheit  vermissen - wobei auch Torwart Schäfer prächtig reagierte.

Munich's Dante challenges FC Nuremberg's Polter during their German Bundesliga first division soccer match in Nuremberg © REUTERS Vergrößern Enge Sache: Dante (l.) gegen Polter

Es hätte alles so gemütlich sein können für die Bayern. Doch dann kamen die  Nürnberger, die vor der Pause Gefahr allenfalls angedeutet hatten, mit einem  Blitzstart aus der Kabine. Feulner hatte alle Zeit, Schwung und Maß zu  nehmen. Sein Schuss aus 25 Metern bekam einen gefährlichen Dreh, Neuer schien  etwas verspätet zu reagieren. Nur zwei Minuten später wäre mehr für Nürnberg  möglich gewesen. Nach einem Konter in Überzahl traf Gebhart den Ball aber  nicht, der folgende Schuss von Polter wurde abgeblockt.

1. FC Nürnberg - FC Bayern München © dpa Vergrößern Frühe Führung: Mandzukic (r.) freut sich mit Shaquiri über seinen Treffer

Nun war es genau das Spiel, das die Nürnberger und ihr Publikum haben wollten. Heynckes brachte  Martínez für Timoschtschuk und Lahm für Rafinha. Doch der verlorene Zugriff  ließ sich nicht ohne weiteres wiederherstellen. Nürnberg hatte die besseren  Chancen, etwa bei einem Kopfball von Nilsson (68.). In Überzahl gehörte die  Schlussphase - natürlich - den Bayern. Zu echten Möglichkeiten aber kamen sie  nicht mehr.

1. FC Nürnberg - FC Bayern München 1:1 (0:1)

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Feulner, Simons - Kiyotake (81. Korczowski), Gebhart, Frantz (66. Esswein) - Polter (89. Plattenhardt)
FC Bayern München: Neuer - Rafinha (62. Lahm), van Buyten, Dante, Alaba - Timoschtschuk (53. Martinez), Schweinsteiger - Müller, Kroos, Shaqiri - Mandzukic (77. Pizarro)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Mandzukic (3.), 1:1 Feulner (46.)
Gelbe Karten: Chandler (3), Polter (2) / Kroos (1), Schweinsteiger (3)
Gelb-Rote Karte: Gebhardt (76./wiederholtes Foulspiel)

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
0:0 in Leverkusen Bayern lässt den Big Point liegen

Nach dem torlosen Remis von Dortmund kommen auch die Münchner nur zu einem 0:0 in Leverkusen. Glücklich sind die Bayern damit nicht. Auch ein Platzverweis sorgt für Aufregung. Mehr Von Christian Kamp, Leverkusen

06.02.2016, 20:28 Uhr | Sport
Bitte nachmachen! Dessert-Tapas aus Barcelona

Im Restaurant EspaiSucre stehen ausschließlich Desserts auf der Speisekarte. Dabei vereinen die Kreationen meist Süßes mit Salzigem. Patissier Ricard Martínez bereitet eine Dessert-Tapa zum nachkochen zu. Mehr

05.02.2016, 06:42 Uhr | Stil
Vor Heimspiel gegen Hoffenheim Nächste Hiobsbotschaft für den FC Bayern

Nach der Verletzung von Abwehrchef Boateng muss der FC Bayern offenbar den nächsten schwerwiegenden Ausfall verkraften: Auch Javi Martinez soll längere Zeit nicht für die Münchner spielen können. Schuld soll ein altes Problem sein. Mehr

31.01.2016, 14:28 Uhr | Sport
Vor Karneval Kostenloser Selbstverteidigungskurs für Frauen in Köln

Nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln wollen sich viele Frauen besser gegen Übergriffe schützen. Bei Jupps Fight Team konnten Interessierte in einem kostenlosen Kurs lernen, wie sie sich im Ernstfall selbst verteidigen können. Mehr

03.02.2016, 16:08 Uhr | Gesellschaft
Abschied vom FC Bayern Manchester City bekommt Pep

In München muss Pep Guardiola in seinem letzten halben Jahr beim FC Bayern aufgrund der vielen Verletzten improvisieren. Im Sommer kann er investieren – als neuer Trainer in Manchester. Mehr Von Christian Eichler, München

01.02.2016, 16:47 Uhr | Sport
Umfrage

Wie weit kommt das DFB-Team bei der EM 2016?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.