http://www.faz.net/-gtm-74f3u

1:1 in Nürnberg : München macht es sich zu leicht

Duell auf Augenhöhe: Gebhardt (vorne) gegen Alaba Bild: dpa

Die frühe Führung von Mandzukic reicht dem FC Bayern in Nürnberg nicht zum Sieg. Beim ersten Remis der Saison kassiert Neuer sein erstes Gegentor auf fremden Platz. Feulner gleicht direkt nach der Pause aus. Später fliegt Gebhardt bei den Franken mit gelb-rot vom Platz.

          Alles deutete darauf hin, dass die Bayern dieses Derby im Vorbeigehen  erledigen wollten. Ein bisschen Schonung konnte ja nicht schaden vor dem  Champions-League-Spiel an diesem Dienstag gegen Valencia. Doch so leicht wie  vielleicht gewünscht, wollte es ihnen der 1. FC Nürnberg dann doch nicht machen.

          Mario Mandzukic brachte die Münchner zwar schon nach weniger als drei Minuten in Führung. Doch weil die auf sechs Positionen veränderte Elf von Trainer Jupp Heynckes danach allzu schnell in den Schongang wechselte, und  Markus Feulner kurz nach der Pause für den „Club“ ausglich (46.), wurde aus der  scheinbar spannungsfreien Angelegenheit noch ein fränkisch-bayerisches Duell  voller Leben und Leidenschaft - ein paar deftige Zweikämpfe, Szenen von  Rudelbildung und die Gelb-Rote Karte für den Nürnberger Timo Gebhart (76.)  inklusive. Die viertelstündige Überzahl genügte den Bayern nicht mehr, um die volle Punktausbeute mitzunehmen. Sie hatten es sich schlicht zu leicht  gemacht.

          Bilderstrecke
          12. Bundesliga-Spieltag : Siege mit und ohne Allofs

          Die europäischen Ambitionen in allen Ehren - aber allzu viele sorglose  Auftritte dieser Art sollten sich die Münchner nicht leisten, wollen sie nicht  ihre Solistenrolle an der Bundesliga-Tabellenspitze einbüßen. Der Rauch vom - gewiss kostenpflichtigen - Bengalo-Vorspiel aus dem  Bayern-Fanblock hatte sich gerade verzogen, da bewiesen die Münchner zum ersten  Mal Durchblick. Timoschtschuk setzte Kroos in Szene, der flankte, und Mandzukic  hatte mit bei seinem neunten Saisontor keine Mühe. Gleich zwei Nürnberger,  Klose und Pinola, waren so freundlich, noch nicht ganz bei der Sache zu  sein.

          Heynckes hatte sein Team kräftig umgekrempelt - teils wegen Blessuren  (Robben, Ribéry, Boateng), teils zwecks Prophylaxe (Lahm, Martínez). An ihrer Stelle waren Shaqiri, Müller, van Buyten, Rafinha, Timoschtschuk mit von der  Partie, Mandzukic stürmte wieder für Pizarro. Die frühe Führung war eine  Versuchung, es sich bequem zu machen. Und mehr als nötig taten die Bayern  tatsächlich nicht. Nach 35 Minuten ergab sich nach bis dahin routinierter  Verwaltungsarbeit die Gelegenheit, für klare Verhältnisse zu sorgen. Doch nach  Zuspiel von Shaqiri ließ der völlig freie Rafinha die letzte Entschlossenheit  vermissen - wobei auch Torwart Schäfer prächtig reagierte.

          Enge Sache: Dante (l.) gegen Polter
          Enge Sache: Dante (l.) gegen Polter : Bild: REUTERS

          Es hätte alles so gemütlich sein können für die Bayern. Doch dann kamen die  Nürnberger, die vor der Pause Gefahr allenfalls angedeutet hatten, mit einem  Blitzstart aus der Kabine. Feulner hatte alle Zeit, Schwung und Maß zu  nehmen. Sein Schuss aus 25 Metern bekam einen gefährlichen Dreh, Neuer schien  etwas verspätet zu reagieren. Nur zwei Minuten später wäre mehr für Nürnberg  möglich gewesen. Nach einem Konter in Überzahl traf Gebhart den Ball aber  nicht, der folgende Schuss von Polter wurde abgeblockt.

          Frühe Führung: Mandzukic (r.) freut sich mit Shaquiri über seinen Treffer
          Frühe Führung: Mandzukic (r.) freut sich mit Shaquiri über seinen Treffer : Bild: dpa

          Nun war es genau das Spiel, das die Nürnberger und ihr Publikum haben wollten. Heynckes brachte  Martínez für Timoschtschuk und Lahm für Rafinha. Doch der verlorene Zugriff  ließ sich nicht ohne weiteres wiederherstellen. Nürnberg hatte die besseren  Chancen, etwa bei einem Kopfball von Nilsson (68.). In Überzahl gehörte die  Schlussphase - natürlich - den Bayern. Zu echten Möglichkeiten aber kamen sie  nicht mehr.

          1. FC Nürnberg - FC Bayern München 1:1 (0:1)

          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Feulner, Simons - Kiyotake (81. Korczowski), Gebhart, Frantz (66. Esswein) - Polter (89. Plattenhardt)
          FC Bayern München: Neuer - Rafinha (62. Lahm), van Buyten, Dante, Alaba - Timoschtschuk (53. Martinez), Schweinsteiger - Müller, Kroos, Shaqiri - Mandzukic (77. Pizarro)
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Mandzukic (3.), 1:1 Feulner (46.)
          Gelbe Karten: Chandler (3), Polter (2) / Kroos (1), Schweinsteiger (3)
          Gelb-Rote Karte: Gebhardt (76./wiederholtes Foulspiel)

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Die SPD will immer noch nicht Video-Seite öffnen

          Martin Schulz : Die SPD will immer noch nicht

          Die SPD steht für eine große Koalition nicht zur Verfügung. Die Wähler sollten die Lage nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen neu bewerten können, so Schulz.

          Auf gut Deutsch Video-Seite öffnen

          Uhren : Auf gut Deutsch

          Es müssen nicht immer Schweizer Uhren sein. 15 Beispiele für Zeitmesser Made in Germany.

          Topmeldungen

          Jamie Dimon ist seit dem Jahr 2005 Vorstandsvorsitzender von Amerikas größter Bank.

          Neue Rangliste : Seine Bank ist die gefährlichste der Welt

          Infolge der Finanzkrise gibt es nun jedes Jahr eine offizielle Rangliste der Geldhäuser, von denen potentiell die größten Risiken ausgehen. Nun liegt eine Bank an der Spitze. Und ein deutsches Institut gehört zumindest zur Gruppe danach.

          Srebrenica : Das große Schweigen

          Vor der Urteilsverkündung gegen den als Kriegsverbrecher angeklagten ehemaligen General Ratko Mladic haben sich bosnische Serben und Muslime in Srebrenica wenig zu sagen. Die Erinnerungen an das Massaker von 1995 sind allgegenwärtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.