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1:1 in Mönchengladbach Dortmund verschenkt den Sieg

 ·  Borussia Dortmund hat in Mönchengladbach alles im Griff - und wiegt sich nach der 1:0-Führung in zu großer Sicherheit. Der 19 Jahre alte Younes belohnt die andere Borussia mit dem Ausgleich. Der Rückstand auf die Bayern wächst auf 17 Zähler.

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© AP Vergrößern Ausgeglichenes Spiel: Dortmund (mit Marcel Schmelzer, l.) und Mönchengladbach (mit Lukas Rupp) trennen sich 1:1

In der Nachspielzeit stand den meisten Profis von Borussia Dortmund das Entsetzen im Gesicht geschrieben. Sebastian Kehl hatte die Riesenchance vergeben, einen weniger gelungenen Fußball-Arbeitstag für seine Elf doch noch zu einem glücklichen Ende zu bringen. Der Kapitän des deutschen Meisters brachte es fertig, den Ball aus fünf Metern Entfernung über das Tor zu schießen. Eine Szene, die symbolhaft für das vergebliche Bemühen des Favoriten stand, ein Auswärtsspiel zu gewinnen, dessen Verlauf lange Zeit nur eine Richtung gekannt hatte.

Am Ende mussten die anfangs dominanten Dortmunder sich gegen Borussia Mönchengladbach mit einem 1:1 begnügen. Kehls Fehlschuss nahm BVB-Trainer Jürgen Klopp zwar mit Humor: „Sagen wir, es war ein Platzfehler, so etwas kommt vor.“ Aber seine Enttäuschung über die mangelnde Ausbeute konnte er letztlich nicht verbergen. „Es gibt Schlimmeres, als in Mönchengladbach unentschieden zu spielen, aber glücklich sind wir nicht, man muss ja auch nicht jeden Tag glücklich sein.“

Klopp und seinem Personal bleiben nur drei Tage, um Glückshormone nachzutanken. An diesem Mittwoch treten die Dortmunder im Viertelfinale des DFB-Pokals beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer Bayern München an. Das Gladbach-Spiel hat die Vorfreude auf dieses Gipfeltreffen mit K.-o.-Charakter getrübt, das mit Spannung erwartet wird. Klopp gestattete sich am Sonntag einen kleinen Blick in die Zukunft. „Das wird ein völlig anderes Spiel. Gegen Gladbach hatten wir viel Ballbesitz, das wird in München nicht unser Problem sein.“

Dortmund hatte sich ans Werk gemacht wie eine Heimelf. Aber die Produktivität des deutschen Meisters stand in keinem Verhältnis zu seinem Ballbesitz. Oft kamen die Angriffe kaum über das Stadium des Versuchs hinaus; es fehlte die letzte Konsequenz. So blieb zunächst offen, wie die Dortmunder mit ihrem personellen Engpass zurechtkamen würden. Robert Lewandowski und sein „Backup“ Julian Schieber, die beiden Männer für die vorderste Linie, fehlten gesperrt. Zudem fiel Jakub Blaszczykowski, ein Schwungrad des Angriffsspiels aus. Also sah Jürgen Klopp sich zum Improvisieren gezwungen. Er ließ seine Mannschaft ohne gelernten Stürmer auflaufen und wies Mario Götze eine Art Doppelrolle zu. Ausgestattet mit künstlerischer Freiheit, pendelte der junge Stratege zwischen Sturmspitze und offensivem Mittelfeld. Dort schien er sich durchaus wohl zu fühlen. Auch wenn sonst das zentrale Mittelfeld seine Domäne ist, zeigte Götze eine ansprechende Leistung.

Allerdings wurde er selten so gut versorgt nach einer halben Stunde von seinem Kompagnon Marco Reus. Das Zusammenspiel der beiden Hochbegabten gelang in dieser Situation auch unter den veränderten taktischen Umständen. Bei seiner besten Aktion passte Reus in den Lauf von Götze. Der stürmende Stratege versuchte mit viel Tempo den Ball zu erjagen, kam aber im Strafraum beim Zusammenstoß mit Torwart ter Stegen zu Fall, der ihm entgegenstürzte. Schiedsrichter Günter Perl erkannte auf Elfmeter, und Götze nutzte die Chance zum Führungstreffer (31.). Unmittelbar nach dem Foul hatte ter Stegen noch protestiert, später aber gab er dem Unparteiischen recht. „Er hat korrekt entschieden. Ich hätte mich vielleicht ein bisschen geschickter anstellen müssen, aber Mario Götze ist auch ein Fuchs.“

Trotz der Führung ging den Dortmundern die Kontrolle über den Gegner nach einer Stunde nach und nach verloren. Ob sie mit ihren Gedanken schon in München waren? Die Gladbacher trauten sich nun häufiger aus ihrem Versteck heraus und fassten den Mut, dem Favoriten die Stirn zu bieten. Und so kam es, wie es für die Dortmunder so oft kommt an diesem Ort. „Die Gladbacher tun uns hier jedes Jahr aufs Neue weh“, sagte Klopp. Diesmal versetzte ein Neunzehnjähriger dem BVB einen schmerzhaften Stich. Amin Younes, zum ersten Mal für die Startelf nominiert, erzielte den Ausgleich (67.) und verdarb den nachlassenden Dortmundern die Laune. Noch so eine Szene mit Symbolwert. „Da haben wir einen Tick zu früh abgeschaltet“, sagte Klopp.

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 1:1 (0:1)

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Rupp (90.+3 Brouwers), Nordtveit, Marx - Hanke (63. de Jong), Younes (80. Mlapa), Wendt
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (82. Sahin), Subotic, Hummels (46. Felipe Santana), Schmelzer - Kehl - Großkreutz, Gündogan, Leitner (71. Bajner), Reus - Götze
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 54.010 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Götze (31./Foulelfmeter), 1:1 Younes (67.)
Gelbe Karten: Jantschke (6), Marx (4), ter Stegen (2) / Felipe Santana (2)

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