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1:1 in Mainz Zidans Baby und Hannovers Punkt

11.02.2012 ·  Zweites Spiel, zweites Tor: Rückkehrer Zidan macht Mainz weiter viel Freude. Zum Sieg über Hannover reicht es dennoch nicht, weil Hannover eine späte Antwort parat hat.

Von Daniel Meuren, Mainz
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© dpa Wieder erfolgreich: „Baby“ Mohamed Zidan trifft früh für Mainz

Gut, dass Mohamed Zidan in Mainz noch kein eigenes Zuhause gefunden hat. Deshalb wohnt der kleine Ägypter derzeit mit seiner Lebensgefährtin und dem kleinen Sohn Adam noch im Mainzer Parkhotel Favorite. Die Herberge ist praktischerweise auch das Quartier seines Teams vor Heimspielen. Also konnte der 30 Jahre alte Stürmer, der die Nacht vor dem 1:1 gegen Hannover 96 wie alle seine Mitspieler in einem Doppelzimmer mit einem Mannschaftskameraden verbringen musste, wenigstens am Morgen des Spieltags noch einmal einen kurzen Besuch beim 13 Monate alten Filius abstatten.

„Als ich bei Adam war, hat er gerade seine ersten drei Schritte in seinem Leben ganz allein gemacht“, sagte Zidan. „Das hat mich sehr stolz gemacht und für das Tor motiviert, damit ich für meinen Sohn jubeln kann.“

Die Gelegenheit dazu bekam Zidan, der vor anderthalb Wochen aus Dortmund an seine frühere Wirkungsstätte nach Mainz zurückgekehrt war, bereits nach sieben Minuten in einem tempo- wie abwechslungsreichen Bundesligaspiel. Aus 14 Metern ließ er dem Hannoveraner Schlussmann Ron-Robert Zieler keine Chance. Wie schon beim 1:1 in der Vorwoche bei Schalke 04 erzielte Zidan somit auch bei seiner Heimpremiere vor 30.000 Zuschauern im neuen Mainzer Stadion den einzigen Treffer seines Teams. Anschließend packte er einen Schnuller seines Sohnes mit dem Mainzer Vereinsemblem aus der Hose, steckte ihn sich in den Mund und lief damit direkt zur Mainzer Kurve, um sich feiern zu lassen.

Seine Mitspieler wie Torhüter Christian Wetklo schauten dem liebevoll als „verrückten Ägypter“ bezeichneten Mitspieler nur noch entgeistert hinterher. „Bei ihm überrascht mich allerdings nichts mehr wirklich“, sagte Wetklo, der Zidan als dienstältester Mainzer bereits bei seinen ersten beiden Gastspielen in Mainz in den Jahren 2006 und 2007 mit all seinen liebenswerten Extrovertiertheiten erlebt hatte. Mehr als die Jubelchoreographie gefiel seinem Trainer Thomas Tuchel freilich die Art und Weise des Torerfolgs. „Wegen dieser Kaltschnäuzigkeit haben wir ihn geholt“, sagte Thomas Tuchel.

Auch die Entstehung des Tores dürfte für den 38 Jahre alten Fußballlehrer eine Genugtuung gewesen sein. Eugen Polanski hatte sich die mahnenden Worte seines Trainers zu Herzen genommen, der die die vermeintliche Beidfüßigkeit seines zentralen Mittelfeldspielers zuletzt öffentlich angezweifelt und exakteres Passspiel mit dem starken rechten statt allzu ungenaue Zuspiele mit dem schwachen linken Fuß gefordert hatte. Die Vorlage zum 1:0 spielte Polanski nun derart mustergültig, dass Zidan genug Zeit hatte für den souveränen Abschluss. „Der Trainer ermahnt mich immer wieder dazu, mit dem rechten Fuß zu passen“, sagte Polanski. „Und vermutlich liegt er damit richtig.“

Zu einem Heimsieg reichte es für die Mainzer trotz der frühen Führung nicht, weil Hannover großteils das überlegene Team war. Besonders in der ersten Halbzeit vergaben die Niedersachsen freilich ihre zahlreichen hochkarätigen Gelegenheiten vor allem durch den senegalesischen Neuzugang Mame Biram Diouf (18.) Mohamed Abdellaoue (24.), zudem parierte der Mainzer Torwart Christian Wetklo gegen Jan Schlaudraff herausragend (38.). In Halbzeit zwei rettete zudem Radoslav Zabavnik mit einer artistischen Einlage nach einem Kopfball von Abdellaoue die Führung (53.). So musste den Niedersachsen am Ende der Zufall zum Punkterfolg verhelfen. In der 89. Minute fiel der Ball dem Polen Artur Sobiech eher zufällig fünf Meter vor dem Tor so günstig vor die Füße, dass der Abschluss nur noch Formsache war. “Mir ist das allerdings zu einfach, dass wir nur durch Zufall ein Gegentor kassiert haben“, bemängelte der Mainzer Mittelfeldmann Polanski. „Das Tor darf uns nicht passieren, wenn wir aufmerksamer sind.“

Während Mainzer am Ende um die spät verlorenen Punkte trauerte, musste sich  ein Hannoveraner für den Punktgewinn anschließend entschuldigen. Die Eltern des in der Nähe von Mainz aufgewachsenen Spielmachers Schlaudraff sind laut ihrem Sohn „stolze Dauerkartenbesitzer“. Deshalb war dem flinken Offensivspieler nach der Partie auch ein taktisches Foul unmittelbar vor dem Stammplatz der Eltern auf der Gegentribüne etwas peinlich. „Ich habe nach dem Foul auf die Tribüne geschaut und sehr böse Blicke meiner Mutter geerntet“, sagte Schlaudraff. „Das muss ich vermutlich wieder gutmachen.“

21. Bundesliga-Spieltag: Gladbach brilliert, Hertha blamiert

FSV Mainz 05 - Hannover 96 1:1 (1:0)

FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech (53. Kirchhoff), Bungert, Noveski, Zabavnik - Polanski - Caligiuri, Soto (46. Baumgartlinger) - Zidan (81. Ivanschitz) - Szalai, Choupo-Moting
Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Haggui, Eggimann, Pander - Stindl (69. Schmiedebach), Pinto - Schlaudraff, Rausch (85. Sobiech) - Diouf, Abdellaoue
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 30.173
Tore: 1:0 Zidan (7.), 1:1 Sobiech (89.)
Gelbe Karten: Bungert (5), Szalai (1), Wetklo (2) / Pinto (9), Schlaudraff (3), Stindl (6)

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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