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1:1 in Hoffenheim Berliner Schmierentheater

 ·  Hertha BSC Berlin diskutiert über die Zukunft von Trainer Babbel. Da wird das Unentscheiden bei der TSG Hoffenheim zur Nebensache. Das späte Tor bejubelt übrigens auch der Fußballlehrer.

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© REUTERS Letzter Jubel für die Hertha? Markus Babbel freut sich über den Ausgleich bei der TSG Hoffenheim

Das Rätselraten um die Zukunft von Markus Babbel geht weiter. Auch am Rande des letzten Vorrundenspiels bei 1899 Hoffenheim, das Hertha BSV Berlin nach dem Gegentor von Sejad Salihoivic (21. Minute) und dem Ausgleichstreffer von Roman Hubnik (90.) mit einem 1:1 beendete, sorgte der Klub aus der Hauptstadt nicht für eine endgültige Klärung der seit Wochen herumgeisternden Gerüchte um eine baldige Trennung von Cheftrainer Markus Babbel.

Geht es nach zahlreichen spekulativen Berichten aus dem Umfeld des Klubs, ist Babbel nur noch bis kommenden Mittwoch im Amt. Dann soll der 39 Jahre alte Münchner nach dem Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern trotz seines bis Saisonende laufenden Vertrages verabschiedet werden

In Sinsheim bestritt Hertha-Manager Michael Preetz nicht nur diese Version, er wollte auch Medienberichte nicht bestätigen, Hertha habe mit dem ehemaligen Frankfurter Trainer Michael Skibbe schon mit einem Nachfolger geeinigt, den Preetz vor Kurzem zu einem Gespräch in Düsseldorf getroffen haben soll. Skibbe solle seinen neuen Job am 1. Januar 2012 antreten. „Ich kann das nicht bestätigen“, sagte Preetz, was nicht nach einem unerschütterlichen Dementi anhörte. „Diese Informationen stimmen nicht“, sagte der Hertha-Manager auch zu jener Meldung, Michael Babbel habe ihm bereits im November von seiner Entscheidung informiert, Hertha spätestens am Ende der laufenden Fußballsaison zu verlassen.

Allerdings schob er im immer kurioseren Berliner Personaltheater um eine Vertragsverlängerung Babbel den „Schwarzen Peter“ zu. „Wir wollten schon im Sommer mit Markus Babbel verlängern. Es stimmt nicht, dass wir herumeiern“, sagte Preetz sichtlich gereizt: „Wir haben eine Zeitachse vereinbart und an die halten wir uns.“

Bis zum Rückrundenstart am 21. Januar, das hatte der Berliner Fußballmanager vorige Woche verkündet, wolle man eine Entscheidung treffen. Preetz ließ stets durchblicken, der Verein sei von Babbel trotz mehrmaliger Versuche, sich zu unterhalten, immer wieder vertröstet worden. Den mutmaßlichen Nachfolger Skibbe müsste Hertha in der Türkei freikaufen, der 46-Jährige steht beim türkischen Erstligaklub Eskisehirspor unter Vertrag. Mike Büskens aus Fürth und Fraco Foda aus Graz wurden als weitere Kandidaten genannt.

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Intern gilt das Verhältnis zum Aufstiegstrainer Babbel, der Hertha im Mai 2011 aus der zweiten Liga in die Bundesliga führte, seit langem als zerrüttet. Und auch die Beziehung zu Hertha-Präsident Werner Gegenbauer bekam vor einigen Monaten erste Risse. Babbel ließ mehrmals durchblicken, er vermisse Rückendeckung aus dem Verein, und deshalb nehme er sich das Recht heraus, sich in aller Ruhe in der Winterpause über seine Zukunft klar zu werden.

Verärgert reagierte Babbel zuletzt auf zahlreiche Gerüchte, die er als „Lügen“ und „Mist“ bezeichnete als er in Berlin mit Bayern München und Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde.

Lange zerrüttet

Im vergangenen Mai soll Preetz Babbel baldige Gespräche über einen neuen Vertrag angekündigt haben. Danach, so verlautet aus dem Umfeld des Trainers, sei sechs Monate lang nichts passiert. Das nächste Mal soll Preetz Ende Oktober über den Vertrag gesprochen haben. Allerdings nur im Fernsehen. Babbel wartete offenbar weiter vergeblich auf eine konkrete Offerte und soll erste Abschiedsgedanken gehegt haben. Im November schließlich soll Preetz mit der Bitte beim Fußballlehrer vorstellig geworden sein, man müsse eine gemeinsame Sprachregelung finden, die dann lautete, man werde bis zum Start der Rückrunde am 21. Januar eine Entscheidung bekannt geben. Babbel fühlte sich nicht eben fair behandelt.

Bereits zu Zweitligazeiten wunderte sich der Münchner über die Gepflogenheiten im Hauptstadtklub. Nach dem verlorenen Derby gegen Union Berlin wartete er vergeblich auf die übliche Begleitung durch Manager und Präsident zur Pressekonferenz. Stattdessen soll fast drei Wochen lang Funkstille geherrscht haben und Babbel fühlte sich Zusehens allein gelassen.

Tolle Moral

Am Samstag durfte sich der Trainer immerhin über einen Auswärtspunkt freuen. Hubnik traf kurz vor Abpfiff, als die Berliner bereits fast eine halbe Stunde in Überzahl gespielt hatten. Der Hoffenheimer Isaac Vorsah hatte ind er 63. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen. „Ich freue mich sehr, dass wir im letzten Spiel der Hinrunde tolle Moral bewiesen haben“, sagte der Hertha-Profi Christian Lell.

1899 Hoffenheim - Hertha BSC 1:1 (1:0)

1899 Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah, Vestergaard, Johnson -
Rudy, Salihovic (66. Williams) - Mlapa (60. Vukcevic), Roberto
Firmino, Babel (60. Musona) - Ibisevic
Hertha BSC: Kraft - Lell (75. Ronny), Hubnik, Janker,
Kobiaschwili - Ottl, Lustenberger (83. Lasogga) - Ebert, Raffael,
Rukavytsya (15. Torun) - Ramos
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 25 550
Tore: 1:0 Salihovic (21.), 1:1 Hubnik (90.+1)
Gelbe Karten: Beck (7), Musona (2), Rudy (4), Salihovic (3) /
Hubnik (2)
Rote Karten: Vorsah (63./Notbremse) / Raffael (31./Tätlichkeit)

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