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1:1 in Bochum Reus' Klasse rettet Gladbach die Klasse

25.05.2011 ·  Aufstiegsexperte Funkel kommt an Retter Favre nicht vorbei: Borussia Mönchengladbach bleibt ein weiteres Jahr in der ersten Liga. Reus rettet, was sein Mannschaftskollege Nordtveit zuvor mit einem Eigentor in Gefahr gebracht hatte.

Von Richard Leipold, Bochum
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Borussia Mönchengladbach hat eine famose Aufholjagd im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga gekrönt. Im Relegationsrückspiel beim Zweitliga-Dritten VfL Bochum reichte den Rheinländern ein 1:1, um ihr Bleiberecht für die höchste Klasse durchzusetzen. Gladbach hatte die erste Partie im eigenen Stadion 1:0 gewonnen.

Auch in Bochum trafen nur Borussen. Havard Nordtveit hatte die Heimelf mit einem Eigentor in Führung gebracht (24. Minute), Marco Reus, dem Nationalspieler in spe, gelang in der zweiten Hälfte der Ausgleich (72.). Lange als sicherer Absteiger gehandelt, hatten die Rheinländer sich unter ihrem neuen Trainer Lucien Favre als Bundesliga-Sechzehnter noch in die Relegation gerettet.

Die Bochumer hatten von Beginn an gezeigt, dass sie trotz der aus ihrer Sicht unglücklichen Hinspielniederlage noch an ihre Chance glaubten. Sie strebten beherzt nach vorn und jagten den Borussen früh einen Schreck in die Glieder. Nach dem ersten Eckstoß wuchtete Verteidiger Marcel Maltritz den Ball mit dem Kopf an die Latte. So rasant ging es zwar zunächst nicht weiter; nach dem prickelnden Start neutralisierten die beiden Mannschaften einander eine ganze Weile.

Die Gladbacher wussten ihre größere individuelle Klasse nicht zu nutzen. In der Offensive brachten sie gegen die kämpferische Heimelf wenig Konstruktives zustande. Wenn sie einmal zielstrebig Richtung Tor vorrückten und sich eine vielversprechende Szene anzubahnen schien, endete ihr Bemühen im Abseits. Die Bochumer warteten auf einen Fehler des Gegners.

Nach 24 Minuten war alles wieder offen

Und das Warten lohnte sich: Es kam zu einer ganzen Fehlerkette. Mittelstürmer Mirkan Aydin setzte sich im Außenbezirk des Gladbacher Strafraums gegen zwei Gladbacher durch, die ihn nicht energisch genug attackierten, und brachte den Ball zu Christoph Dabrowski. Der Bochumer Mannschaftskapitän genoss um sich herum viel Freiraum; von den umstehenden Gegenspielern fühlte sich niemand für ihn zuständig. Damit nicht genug. Als Dabrowski flankte, erwies sich Nordtveit als schwächstes Glied in der Gladbacher (Fehler)-Kette. Bei dem Versuch zu klären ging sein Schuss buchstäblich nach hinten los - und landete im eigenen Tor. Zuvor hatte der Bundesligaklub in fünf Pflichtspielen nur einen Treffer hinnehmen müssen. Nach 24 Minuten war alles wieder offen.

Bochum hatte das einzige Tor aus der ersten Begegnung, das im Borussia-Park erst fünfzehn Sekunden nach Ablauf der vom Schiedsrichter ursprünglich angezeigten Nachspielzeit gefallen war. Die Bochumer zeterten zwar heftig wegen dieser Entscheidung, konzentrierten sich aber pünktlich zum Rückspiel wieder auf das Wesentliche (siehe: Fußball-Regelecke: Wie lange dauert die Nachspielzeit?).

Favres Wechsel hilft

So brauchten die Rheinländer vierzig Minuten, bis sie zu ihrer ersten Chance kamen; die hatte es allerdings in sich. Mohamadou Idrissou köpfte die Kugel an die Latte. Die Bestandsaufnahme des Gladbacher Trainers bestätigte sich. „Wir haben noch nichts erreicht, es wird ein ganz hartes Spiel für uns“, hatte Lucien Favre vor der Partie gesagt. Im zweiten Durchgang wurden die Gladbacher energischer und arbeiteten zielstrebiger auf das eine Tor hin, das sie brauchten, um den Gegner wieder in Zugzwang zu bringen. Favre wechselte, wie im Hinspiel, einen frischen Stürmer ein.

Die Hereinnahme Igor de Camargos lohnte sich abermals. Der Mann, der im Hinspiel das Siegtor geschossen hatte, spielte dieses Mal Doppelpass mit Marco Reus, der zum Ausgleich vollendete. Die fünftausend Gladbacher Fans unter den knapp 29.000 Zuschauern waren wieder obenauf und feierten ihre Mannschaft lautstark. Nun hätten die Bochumer zwei weitere Treffer genötig, um das Tor zur ersten Liga wieder aufzustoßen; in der Relegation kommt es bei Punkt und Torgleichheit wie im Europapokal auf die Zahl der auswärts erzielten Tore an. Nach dem Gegentor war der lange erstklassige Widerstand des VfL Bochum gebrochen und die Gladbacher konnten feiern.

Relegation, Rückspiel:
VfL Bochum - Bor. Mönchengladbach 1:1 (1:0)
VfL Bochum: Luthe - Freier, Maltritz, Yahia, Ostrzolek - Dabrowski, Johansson - Azaouagh (63. Federico), Toski, Dedic (75. Saglik) - Aydin
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Janeczek, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus (85. Matmour), Arango - Hanke (90.+3 Brouwers), Idrissou (68. de Camargo)
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 28.650 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Nordtveit (24./Eigentor), 1:1 Reus (72.)
Gelbe Karten: Aydin, Dabrowski, Ostrzolek / Dante

Quelle: FAZ.NET
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