http://www.faz.net/-gtm-775g7

1:1 gegen Wolfsburg : Mainz hilft die Überzahl - aber nur zum Remis

Viel Kraft gelassen: Wolfsburgs Dost (l.) im Duell mit Baumgartlinger Bild: dapd

Mainz 05 muss trotz Überzahl mit einem Unentschieden gegen Wolfsburg zufrieden sein. Beim 1:1 erzielen Zimling und Naldo die Treffer. Auf Wolfsburger Seite sieht Madlung die Rote Karte wegen einer Notbremse.

          Erstmals nach 14 Jahren hat Christian Heidel ein Heimspiel von Mainz 05 verpasst. Wenn der 49 Jahre alte Manager des Bundesligaklubs seiner Grippe, die ihn mit 40 Grad Fieber zu einer Pause vom Fußball zwang, etwas Gutes abgewinnen will, dann den Zeitpunkt. Denn das 1:1-Unentschieden vor 27.000 Zuschauer gegen den VfL Wolfsburg zählte zur seltenen Sorte an unterhaltungsarmen Heimauftritten seines Klubs.

          Die Mainzer durften sich sogar glücklich schätzen über den einen Zähler, da die starken Wolfsburger von der 30. Minute an durch eine Rote Karte dezimiert ihre vielversprechenden Offensivbemühungen zugunsten von konzentrierter und diziplinierter Defensivarbeit weitgehend einstellten. So blieb es nach dem Führungstreffer von Niki Zimling (5. Minute) und dem Ausgleich durch Naldo (15.) beim Unentschieden und den  Mainzern womöglich eine HEimniederlage erspart.

          Mainzer Führung dank Benaglio-Vorarbeit

          Die von Volkswagen finanzierte VfL-Mannschaft überraschte die Rheinhessen vom Anpfiff weg mit zielgerichtetem Kombinationsspiel. Dennoch gingen die Mainzer nach fünf Minuten in Führung. Der Wolfsburger Schlussmann Diego Benaglio passte einen Ball direkt zum Mainzer Mittelstürmer Adam Szalai, der nach einem geblockten Schussversuch dem freistehenden Niki Zimling den Ball zum 1:0 auflegte.

          Ausgeglichen: Naldo (Mitte) köpft das 1:1 und jubelt mit Polak und Diego (hinten)
          Ausgeglichen: Naldo (Mitte) köpft das 1:1 und jubelt mit Polak und Diego (hinten) : Bild: dpa

          Erstmals durfte sich der trotz anhaltender Erkrankung auf der Bank sitzende Trainer Thomas Tuchel, der während der ganzen Trainingswoche seinem Assistenten die Spielvorbereitung überlassen musste, deshalb über ein Heim-Tor gegen Wolfsburg freuen. In den vorangegangenen drei Duellen mit den Niedersachsen unter seiner Leitung blieb sein Team stets torlos. Die Freude hielt freilich nur zehn Minuten: Nach einer Polak-Flanke köpfte Naldo aus sechs Metern zum verdienten Ausgleich ein (15.).

          Rot für Madlung

          Wolfsburg blieb danach, vom starken Regisseur Diego angetrieben, die spielbestimmende Mannschaft, bis Nicolai Müller durch einen beherzten Antritt seinen Gegenspieler Alexander Madlung zu einem Trikotzupfer verleitete. Die Regelwidrigkeit wertete Schiedsrichter Peter Sippel als Notbremse, weswegen   der Wolfsburger Innenverteidiger vom Feld musste. „Wie meine Mannschaft nach dem Platzverweis die Mainzer eine Stunde lang von unserem Tor weggehalten hat, das hätte ich nicht erwartet. Das war für meine Mannschaft ein ganz großer Schritt nach vorn“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking.

          Eine ähnliche beherzte Leistung erwartet er von seinem Team nun auch am Dienstagabend (20.30 Uhr)  im DFB-Pokalspiel beim Drittligaklub Offenbacher Kickers. „Uns erwartet in Offenbach eine giftige Atmosphäre, die ich von einem 2:0 im Pokal mit Nürnberg kenne. Aber wir sollten, ohne die Offenbacher zu unterschätzen, in der Lage sein, dort zu gewinnen.“

          Im Schneetreiben: Wolfsburgs Vierinha klärt vor dem Mainzer Zimling
          Im Schneetreiben: Wolfsburgs Vierinha klärt vor dem Mainzer Zimling : Bild: dpa

          Für die Mainzer steht derweil Aufbauarbeit auf dem Programm vor dem Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg. Sie wirkten am Samstag trotz der Überzahl ungewohnt ideenarm und wenig dynamisch. Lediglich eine Chance kurz vor Schluss durch Szalai war Folge eines selbst gestalteten Spielzugs, zwei weitere Szalai-Chancen (28./64.) waren allein Folge gravierender Fehler des Gegners.

          „Oft gewinnt man ein solches Spiel dennoch 2:1. Aber wir akzeptieren, dass unsere Leistung heute nicht so war, dass wir es verdient hätten“, sagte Assistenztrainer Michels, der Tuchel nach dem Spiel bei den Medienverpflichtungen vertrat. Ein gutes Omen: Am Dienstagabend soll Christian Heidel wieder im Stadion sein.

          FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1 (1:1)

          FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz (74. Risse) - Baumgartlinger, Soto (54. Caligiuri) - Nicolai Müller, Zimling, Ivanschitz (58. Ede) - Szalai
          VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Madlung, Schäfer - Josué, Polak - Vieirinha (82. Rodriguez), Diego, Olic (34. Kjaer) - Dost (87. Perisic)
          Schiedsrichter: Sippel (München)
          Zuschauer: 27.175
          Tore: 1:0 Zimling (5.), 1:1 Naldo (15.)
          Gelbe Karten: Zimling (1) / Diego (4), Kjaer (3)
          Rote Karten: - / Madlung (29./Notbremse)

          Quelle: FAZ.NET/dpa

          Weitere Themen

          Kölner Krise hält an

          0:1 gegen Mainz 05 : Kölner Krise hält an

          Schlusslicht Köln hat auch das zwölfte Spiel in der Bundesliga nicht gewinnen können. Die Mannschaft von Trainer Stöger verliert gegen Mainz – und wieder sorgt der Videoassistent für Diskussionen.

          Topmeldungen

          Gescheiterte Sondierungen : Merkels Niederlage

          Durch die gescheiterten Sondierungen hat die Kanzlerin mehr verloren als die FDP. Und vor allem: Die CDU hat noch mehr zu verlieren. Der Knackpunkt ist die Willkommenspolitik – von der sich Angela Merkel partout nicht distanzieren mag. Ein Kommentar.

          Die FDP und Jamaika : Lindner fehlt das Vertrauen

          Die FDP war, was den Erfolg der Jamaika-Sondierungen angeht, nie besonders zuversichtlich. Da sie fürchteten, keine ihrer Projekte verwirklichen zu können, haben sie ein Versprechen platzen lassen.
          Post-Vorstand Jürgen Gerdes schaut aus einem Streetscooter heraus.

          F.A.Z. exklusiv : Die Post will mehr Porto und weniger Regulierung

          „Mit 70 Cent liegen wir in Deutschland immer noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt“, sagt Postvorstand Jürgen Gerdes im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Und neue Rekorde stellt er auch in Aussicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.