22.11.2009 · Die schwarze Leverkusener Sieglosserie in München hält. Dennoch kam in München keine Freude auf - zu mehr als einem 1:1 fehlten die Mittel. Gomez und Kießling trafen. Bayern ist nur Siebter, Bayer darf sich wieder Spitzenreiter nennen.
Von Christian Eichler, MünchenDer FC Bayern München bleibt von den eigenen Ansprüchen weit entfernt. Doch trotz einer dürftigen spielerischen Leistung, die von einem großen Teil der 69.000 Zuschauer in der Münchner Arena mit deutlichen Unmutsbekundungen quittiert wurde, reichte es am Sonntag zu einem 1:1 gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen. Die Tore fielen bereits in der Anfangsphase. Die Bayern-Führung durch Mario Gomez (6. Minute) glich Stefan Kießling in der 13. Minute aus.
Danach verpassten es die technisch überlegenen Leverkusener, das Siegtor zu erzielen und ihren Bayern-Komplex abzulegen. Der letzte Sieg der Leverkusener in München liegt zwanzig Jahre zurück, damals hieß der Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der nun als Bayer-Trainer angereist war. Die Münchner Zukunft des Kollegen Louis van Gaal dürfte nach diesem vom Publikum mit Pfiffen bedachten Kleinerfolg noch nicht zu Ende sein. Zumindest vertagt sich die Trainerfrage damit um weitere drei Tage, bis Mittwoch (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker), wenn gegen Maccabi Haifa die letzte Minimalchance in der Champions League gewahrt werden muss.
„Keiner von uns war zufrieden“, sagte Gomez nach dem Spiel, „wir wollten unbedingt gewinnen, aber René hat phantastisch gehalten.“ Der Leverkusener Torhüter Adler zeigte sich dagegen „mit dem Spiel zufrieden. Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, Bayern hat nach der Pause mehr für das Spiel getan.“ Auch Adlers Mannschaftskollege Toni Kroos sah Bayer vor dem Wechsel als „die bessere Mannschaft“. Nach der Pause habe „die Kraft ein bisschen nachgelassen, wir können mit dem Punkt gut leben.“
Dilettantischer Ballverlust ermöglicht Gomez den Treffer
Das Spiel hatte mit einer Schweigeminute für Robert Enke begonnen, vor den Augen des Hannoveraner Trainer Andreas Bergmann, der den nächsten Gegner FC Bayern beobachtete. Nach Anpfiff entwickelte sich auf Anhieb eine muntere, spielerisch ansprechende Partie, wofür allerdings über weitere Strecken der Tabellenführer, nicht der Rekordmeister verantwortlich war. Wie um sich selber aufzuwecken, schenkten die Leverkusener den Bayern ein frühes Tor.
Ein dilettantischer Ballverlust des Rechtsverteidigers Daniel Schwaab nahe dem eigenen Strafraum entblößte die komplette Leverkusener Abwehr. Das erste Loch ließ sich noch durch ein Foul an Klose stoppen, der erst wenige Minuten vor Anpfiff durch eine Aufwärmverletzung von Altintop in die Startelf gerutscht war. Doch statt auf Freistoß erkannte Schiedsrichter Knut Kircher richtigerweise auf Vorteil, den Mario Gomez mit dem linken Außenrist und einem gekonnten Kurvenball um den herausstürzenden Torwart Adler zum 1:0 nutzte.
Auch Gomez war unplanmäßig ins Team gerutscht, weil Luca Toni wegen angeblicher „muskulärer Probleme“ draußen blieb. Allerdings lag der Verdacht nahe, dass die Probleme vor allem in Tonis Sprechmuskulatur lagen, mit der er sich nach seiner Stadionflucht im Spiel gegen Schalke in italienischen Zeitungen über Trainer van Gaal beschwert hatte.
Kießling lässt van Buyten ins Leere laufen und trifft
Leverkusen war nur kurz geschockt und bestätigte Trainer Heynckes, der vor dem Spiel gelobt hatte, seine Mannschaft lasse sich „auch durch Rückstände nicht aus der Ruhe bringen“. Nur sechs Minuten nach dem 1:0 gelang Arturo Vidal ein feiner Steilpass auf Stefan Kießling, der in aller Ruhe Daniel van Buyten ins Leere rutschen ließ, um dann kühl aus halbrechter Position flach in die rechte Ecke zu treffen. Es war bereits das neunte Saisontor für den augenblicklich gefährlichsten deutschen Stürmer.
Die folgenden zwanzig Minuten gehörten allein den Leverkusenern, die den hölzern wirkenden und für manche Fehlaktion vom eigenen Publikum ausgepfiffenen Bayern modernen Kombinationsfußball vorführten. Höhepunkt der Demonstration war ein sensationeller Blitzkonter mit einem Hackentrick-Doppelpass von Derdiyok auf Kießling, dessen Treffer aber nicht zählte, weil er wenige Zentimeter im Abseits stand (21.).
Nach der Pause gehen beide Teams vorsichtiger zu Werke
Erst in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit konnten die Bayern der Bayer-Überlegenheit etwas entgegensetzen, das nicht auf Zufall und das Warten auf Geschenke angelegt war. Sie erarbeiteten sich drei gute Gelegenheiten zum 2:1. In der 36. Minute gelang Schweinsteiger ein guter Diagonalpass auf Müller, der aber im letzten Moment abgeblockt wurde. In der 40. Minute zwang ein 25-Meter-Freistoß von Badstuber René Adler zu seiner ersten Parade. Kurz darauf musste der Nationaltorwart seine zweite, noch viel schwierigere zeigen: Einen klugen Querpass von Müller an den Elfmeterpunkt nahm Timoschtschuk direkt, doch Adler tauchte flink ab und konnte den Flachschuss mit den Fingerspitzen noch gerade abwehren.
Nach einer ersten Halbzeit mit zahlreichen Torszenen gingen beide Teams mit Wiederanpfiff deutlich vorsichtiger zu Werke. Es gab nun kaum noch Torchancen, erst die Einwechslung des von den Bayern-Fans lautstark geforderten Ivica Olic brachte wieder ein wenig Leben auf den Rasen. Kurz vor Schluss musste Adler noch einmal im Duell mit Gomez seine Extrklasse zeígen, um das Remis für Bayer zu retten.
"Sieglosserie"
Lukas Himmelssenf (skyluke)
- 22.11.2009, 21:49 Uhr
trend setzt sich fort...
Dirk Heinrich (Heinrich1968)
- 23.11.2009, 15:32 Uhr
...so wirds !
Erich Wirth (bildzeitung)
- 23.11.2009, 15:36 Uhr
@Frau Simmens
Titus Harnischmacher (EzllaGarnie)
- 23.11.2009, 16:45 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |