21.11.2009 · Viel zu harmlos: Im Duell der Krisenklubs aus Stuttgart und Berlin trennten sich beide mit 1:1. Die Hertha ging durch Ramos in Führung, Kuzmanovic glich aus - und flog vom Platz. Berlin bleibt Letzter, für VfB-Trainer Babbel wird es eng.
Von Oliver Trust, StuttgartDer VfB Stuttgart steckt trotz des späten Ausgleichstores von Zdravko Kuzmanovic (81. Minute) weiter in der Krise - und langsam wird auch für Teamchef Markus Babbel der Spielraum wieder kleiner. Beim Remis gegen den Tabellenletzten Hertha BSC taten sich die Schwaben vor 39.000 Zuschauern in der eigenen Arena schwer und entgingen drei Tage vor ihrem Auftritt in der Champions League bei Glasgow Rangers nur knapp einer peinlichen Heimniederlage.
Der zur Pause eingewechselte Ramos erzielte die 1:0-Führung (49.) für die extrem defensiven Herthaner, die danach mehrfach Chancen hatten, ihren zweiten Saisonsieg einzufahren. Kuzmanovic sah in der 84. Minute wegen wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte und musste vom Platz. „Nach dem Gegentor waren wir verunsichert und etwas kopflos. Wir hatten Glück, als Hertha die Chance zum 2:0 hatte. Es bleibt die Erkenntnis, dass wir an unserem Abschluss arbeiten müssen“, sagte VfB-Teamchef Markus Babbel.
Wer sich bisher nicht näher mit den Problemen des VfB Stuttgart beschäftigt hat, erhielt an diesem Samstag eine gute Einweisung. Es klemmt nicht nur im Angriff, dort allerdings ganz besonders - der ganzen Mannschaft fehlt es an Mut und Zuversicht. Die Woche über hatte sich Manager und Vorstand Horst Heldt über die gute Laune im Kader geärgert, die ihm angesichts der sportlichen Lage als „viel zu gut“ erschien. Nach der großen Krise um Babbel, der trotz der schwachen Ausbeute von nur zwei Siegen in zwölf Spielen weiter im Amt ist (dafür wurden die Schwaben gelobt), kommt man sportlich nicht vom Fleck.
Den Stuttgartern fiel immer weniger ein
Stagnation führt vor allem im unteren Tabellendrittel irgendwann zu ernsten Schwierigkeiten. In Stuttgart erlebten die Zuschauer ansehnliche 25 Minuten des VfB, der sogar ein schnelles Tor schoss. In der 5. Minute aber fiel der Schuss von Thomas Hitzlsperger schwach aus, Hertha-Torwart Jaroslav Drobny konnte den Ball trotzdem nicht fest halten. Ciprian Marica stand jedoch im Abseits, als sein Schuss im Tor landete.
Die Stuttgarter zeigten mitunter gefällige Kombinationen, in Strafraumnähe aber waren sie viel zu harmlos und kamen gegen die defensive Berliner Abwehr kaum zu nennenswerten Möglichkeiten. Cacau hatte noch eine in der elften Minute. Die Berliner Mauertaktik zeigte immer mehr „Erfolg“. Den Stuttgartern fiel immer weniger ein, und es waren erste zaghafte Versuche der Hertha zu bestaunen, die Mittellinie zu überqueren. Auch dabei aber wirkten die Berliner wie ein Expeditionsteam, das bisher unbekannte Landstriche erkundet und damit rechnet, um Leib und Leben fürchten zu müssen.
In der 49. Minute aber hatte man so viel Mut geschöpft, um sich ganz nach vorne zu trauen. Artur Wichniarek spielte einen Pass auf den in der Pause eingewechselten Ramos, der sich nicht im Abseits befand, und zur Freude von Hertha-Trainer Friedhelm Funkel VfB-Torwart Jens Lehmann umkurvte und zum 1:0 einschob.
Schieber vergab sogar noch die Chance zum 2:1
Fortan wurden die verzweifelten Bemühungen des VfB um den Ausgleich vom Publikum mit Pfiffen bedacht. Babbel brachte für die Aufholjagd Stürmer Julian Schieber für den restlos enttäuschenden Marica. Und für Hitzlsperger kam Elson im Mittelfeld. Für den wenig effektiven Alexander Hleb spielte dann Pawel Pogrebnjak.
Zunächst vergaben die Berliner zwei gute Überzahlsituationen, die durchaus zur Entscheidung hätten führen können. So aber musste auch Hertha zittern und versuchte, den knappen Vorsprung zu verteidigen. Steve von Bergen warf sich in der 79. Minute in den Schuss aus kurzer Distanz von Sebastian Rudy. Als Ramos und Cicero das 0:2 (81.) verpasst hatten, kam der VfB im Gegenzug zum 1:1 (81.) durch Zdravko Kuzmanovic. Schieber vergab sogar noch die Chance zum 2:1 (86.). „Meine Mannschaft hat phantastisch gekämpft. Es ist ein weiterer Schritt zur Stabilisierung“, sagte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |